Holzschale mit getrockneten Quittenkernen im Gras, dahinter drei gelbe Quitten

Quittenkerne: das verborgene Geheimnis der goldenen Frucht

Die unschein­ba­ren brau­nen Quit­ten­ker­ne sind ein uraltes Haus­mit­tel. Sie ent­hal­ten Schleim­stof­fe, die mit Was­ser ein Gel bil­den. Ich samm­le sie jeden Herbst, wenn ich mei­ne Quit­ten ver­ar­bei­te, und zei­ge Dir hier, wie ich sie trock­ne und dar­aus Quit­ten­gel mache. Was ich sonst noch alles aus mei­nen Quit­ten zau­be­re, fin­dest Du in mei­nem Arti­kel Quit­ten ver­ar­bei­ten.

Das Wich­tigs­te in Kürze

  • Quit­ten­ker­ne ent­hal­ten Schleim­stof­fe, die mit Was­ser ein kla­res Gel bilden.
  • Die Ker­ne nach dem Her­aus­lö­sen nicht waschen, sonst ver­lie­ren sie Schleimstoffe.
  • Getrock­net bei max. 40 °C und dun­kel gela­gert, blei­ben sie über ein Jahr verwendbar.
  • Für Quit­ten­gel 1 TL Ker­ne mit 100 ml kal­tem Was­ser 6 bis 8 Stun­den oder über Nacht zie­hen lassen.
  • Nur gan­ze Ker­ne ver­wen­den: Zer­sto­ße­ne Ker­ne kön­nen Blau­säu­re freisetzen.

Was sind Quittenkerne?

Quit­ten­ker­ne sind die brau­nen Samen der Quit­te. Sie ent­hal­ten Schleim­stof­fe, die in Was­ser ein kla­res Gel bil­den. Die­ses Gel wird tra­di­tio­nell genutzt, um Haut und Schleim­häu­te zu beru­hi­gen und zu befeuch­ten, inner­lich wie äußer­lich. So sind die Ker­ne die Basis vie­ler Naturrezepte.

Wie trockne ich Quittenkerne?

  1. Ich schnei­de rings um das Kern­ge­häu­se das Frucht­fleisch ab. Wenn es gut ist, kommt es in die Schüs­sel zum Wei­ter­ver­ar­bei­ten, zum Bei­spiel für mein Quit­ten­mus. Wenn nicht, kommt es gleich in die Kom­post­schüs­sel für den Garten.
  2. Dann schnei­de ich von der Stiel­sei­te ein Stück ab, bis ich das Kern­ge­häu­se sehe. Nach ein paar Quit­ten hat man raus, wo es sitzt.
  3. Dann hal­bie­re ich die Quit­te und zie­he das Kern­ge­häu­se her­aus. So las­sen sich die Ker­ne ganz wun­der­bar und sau­ber herausdrücken.
  4. Die Ker­ne bit­te auf kei­nen Fall waschen, sonst ver­lie­ren sie ihre Schleim­stof­fe. Schon beim Her­aus­lö­sen spürst Du sie an den Fingern.
  5. Auf einem Back­pa­pier aus­le­gen und trock­nen las­sen oder im Dör­rer bei max. 40 °C trocknen.
  6. Wenn sie hart sind und klap­pern, in ein Glas fül­len und tro­cken und dun­kel lagern.

💡 So blei­ben sie über ein Jahr verwendbar.

Aufgeschnittene Quitte mit Kerngehäuse und herausgelösten braunen Quittenkernen

Wie mache ich Quittengel?

Quit­ten­gel ist die Basis für Kos­me­tik und Haus­mit­tel. Du brauchst:

  • 1 TL getrock­ne­te Quittenkerne
  • 100 ml kal­tes Wasser
  1. Die Ker­ne mit dem Was­ser übergießen.
  2. 6 bis 8 Stun­den (oder über Nacht) ste­hen lassen.
  3. Absei­hen, und fer­tig ist das kla­re, leicht schlei­mi­ge Gel.

Wofür kann ich Quittengel verwenden?

  • als Gesichts­gel oder After-Sun-Gel
  • zur Beru­hi­gung gereiz­ter Haut oder bei Insektenstichen
  • tra­di­tio­nell bei Hus­ten oder Hals­schmer­zen, als Auf­guss mit war­mem, nicht kochen­dem Wasser

Für die Pfle­ge mit der Quit­te fin­dest Du auch mein Quit­ten­öl und mei­nen Lip­pen­pfle­ge­stift.

Sind Quittenkerne giftig?

💡 Wich­tig: Die Ker­ne ent­hal­ten Amyg­da­lin, das beim Zer­sto­ßen oder Zer­kau­en Blau­säu­re frei­set­zen kann. Des­halb ver­wen­de ich nur gan­ze, unbe­schä­dig­te Kerne.

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Mehr über die Quitte

Botanik und Herkunft

Die Quit­te (Cydo­nia oblon­ga) gehört zur Fami­lie der Rosen­ge­wäch­se (Rosaceae) und ist eine enge Ver­wand­te von Apfel und Bir­ne. Ursprüng­lich stammt sie aus dem Kau­ka­sus und West­asi­en, wo sie seit Jahr­tau­sen­den als Sym­bol für Lie­be, Frucht­bar­keit und Unver­gäng­lich­keit gilt. In der Anti­ke war sie der Göt­tin Aphro­di­te geweiht, und man schenk­te sie zur Hoch­zeit als Zei­chen der Zuneigung.

In Mit­tel­eu­ro­pa wächst die Quit­te vor allem in Gär­ten und auf Streu­obst­wie­sen. Wild fin­det man sie kaum, doch gele­gent­lich gibt es ver­wil­der­te Bäu­me an son­ni­gen, geschütz­ten Stand­or­ten. Sie liebt Wär­me, Son­ne und kalk­hal­ti­gen Boden. Im Herbst leuch­ten die Früch­te gold­gelb und ver­strö­men einen unver­wech­sel­ba­ren Duft: herb, süß und zitro­nig zugleich.

Apfelquitte oder Birnenquitte?

Apfel­quit­teBir­nen­quit­te
Formrund­lichläng­lich
Eigen­schaftaro­ma­tisch, festetwas saf­ti­ger
Gut fürGelee und Quit­ten­brotKom­pott oder Gebäck

Belieb­te Sor­ten sind Vran­ja, Berecz­ki, Cham­pi­on, Les­ko­vac oder Cydo­ra Robus­ta. Alte Sor­ten duf­ten inten­si­ver, moder­ne sind mil­der und leich­ter zu verarbeiten.

Was steckt in der Quitte?

Die Quit­te ist ein wah­res Kraft­pa­ket, weni­ger wegen ihrer Vit­ami­ne, son­dern durch die Viel­zahl sekun­dä­rer Pflan­zen­stof­fe und Schleim­stof­fe, die sie enthält.

TeilInhalts­stof­fe
Frucht­fleischPek­tin, Frucht­säu­ren, Gerb­stof­fe, Vit­amin C, Kali­um, Zink, Eisen
Scha­leäthe­ri­sche Öle, Quit­ten­wachs, Fla­vo­no­ide, Antioxidantien
Ker­neSchleim­stof­fe (Polys­ac­cha­ri­de), Amyg­da­lin (in Spu­ren), Eiweiß, Fett (ca. 15 %)

In der Volks­heil­kun­de wird der Quit­te tra­di­tio­nell nach­ge­sagt, dass sie zusam­men­zie­hend, reiz­lin­dernd und feuch­tig­keits­spen­dend wirkt, die Ver­dau­ung unter­stützt und die Schleim­häu­te schützt. Beson­ders wert­voll sind Ker­ne und Scha­le: Sie lie­fern zwei ganz unter­schied­li­che, aber glei­cher­ma­ßen nütz­li­che Sub­stan­zen, Schleim­stof­fe und Wachs.

Häufige Fragen zu Quittenkernen

Sind Quittenkerne giftig?

Gan­ze Ker­ne nicht, zer­sto­ßen oder zer­kaut kön­nen sie aber Blau­säu­re frei­set­zen. Des­halb ver­wen­de ich nur gan­ze, unbe­schä­dig­te Kerne.

Warum darf ich Quittenkerne nicht waschen?

Weil sie sonst ihre Schleim­stof­fe ver­lie­ren. Schon beim Her­aus­lö­sen spürst Du sie an den Fingern.

Wie lange sind getrocknete Quittenkerne haltbar?

Tro­cken und dun­kel gela­gert über ein Jahr.

Wie mache ich Quittengel?

1 TL getrock­ne­te Ker­ne mit 100 ml kal­tem Was­ser über­gie­ßen, 6 bis 8 Stun­den zie­hen las­sen und abseihen.

Wofür kann ich Quittengel verwenden?

Als Gesichts- oder After-Sun-Gel, für gereiz­te Haut und Insek­ten­sti­che, und tra­di­tio­nell als Auf­guss bei Hus­ten und Halsschmerzen.

Hast Du auch einen Quit­ten­baum? Dann schreib mir unten in die Kom­men­ta­re, was Du am liebs­ten aus Dei­nen Quit­ten machst. Ich freue mich auf Dei­ne Ideen!

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Alles rund um die Quit­te fin­dest Du in mei­nem E‑Book „Die Quit­te: von der Scha­le bis zum Kern“.

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4 Kommentare

  1. Super … ich dan­ke Dir … ich ver­wen­de Quit­ten auch als Oxy­mel, Mus, Saft und im Ofen geba­cken mit Honig. Doch das Rezept für das Öl und die Wir­kung der Ker­ne wer­de ich noch pro­bie­ren. Toll, wie Du mei­nen All­tag berei­cherst … Herz­li­che Grüße

    1. Hal­lo lie­be Chris­ti­na, das hört sich mega an, im Ofen geba­cken mit Honig – ein Traum – wer­de ich auch machen und Du berei­cherst mich mit Dei­ner Ant­wort auch – Vie­len Dank – Lie­be Grü­ße Heike

      1. Das freut mich sehr … hat ein biss­chen gedau­ert, bis ich Dei­ne Nach­richt gese­hen habe … tut mir leid … habe mir aber für heu­te das Ver­wen­den der Ker­ne vor­ge­nom­men, da kam Dei­ne Mail noch­mal gera­de rich­tig … Dan­ke für Dein lie­be­vol­les Wir­ken. Herz­li­che Grü­ße Christina

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