Getrocknete Wildkräuterbündel hängen an einem Ast, darüber der Schriftzug Mein lichtvoller Adventskalender

24 Bündel Sommerlicht: Tee-Adventskalender aus Wildkräutern

In der Zeit zwi­schen der Sonn­wend am 21.6 und Johan­ni am 24.6. ist es tra­di­tio­nell üblich nun die Kräu­ter für die Haus­apo­the­ke zu sam­meln. Die Kräu­ter für Tee, spe­zi­ell die blü­hen­den Kräu­ter sind jetzt wich­tig. Ich samm­le ger­ne alles extra und habe es dann getrock­net in Glä­sern und kann mir dann im Fal­le des Fal­les mei­nen eige­nen Heil­kräu­ter­tee mischen. Wer tie­fer in die Bräu­che, Ritua­le und Pflan­zen die­ser Zeit ein­tau­chen möch­te, fin­det vie­le wei­te­re Anre­gun­gen in mei­nem Som­mer­son­nen­wen­de-E-Book.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was: Ein Tee-Advents­ka­len­der aus 24 Kräu­ter­bün­deln, die Du im Som­mer sam­melst, trock­nest und im Advent Tag für Tag als Tee aufbrühst.
  • Wann sam­meln: Tra­di­tio­nell zwi­schen der Som­mer­son­nen­wen­de (21.6.) und Johan­ni (24.6.), wenn vie­le Heil­pflan­zen in vol­ler Blü­te stehen.
  • Wel­che Pflan­zen: Zum Bei­spiel Rot­klee, Schaf­gar­be, Frau­en­man­tel, Oder­men­nig, Mal­ve, Lab­kraut und Lin­den­blü­ten, als Basis je ein Stän­gel Ackerschachtelhalm.
  • Wie: Kräu­ter­bün­del bin­den, an einen Ast hän­gen und kopf­über an einem schat­ti­gen, luf­ti­gen Ort trock­nen lassen.
  • Wich­tig: Samm­le nur Pflan­zen, die Du sicher bestim­men kannst.

Warum Kräuter zwischen Sonnwend und Johanni sammeln?

Tra­di­tio­nell gilt die Zeit zwi­schen Sonn­wend und Johan­ni als eine der kraft­volls­ten Sam­mel­zei­ten des Jah­res. Vie­le Heil­pflan­zen ste­hen jetzt in vol­ler Blü­te und wur­den des­halb seit Jahr­hun­der­ten beson­ders geschätzt. Also auf nach drau­ßen. So bin ich an einem die­ser Mor­gen los und sam­mel­te die Fül­le der hohen Zeit.

Mein Sammelgang durch Garten, Wiese und Wald

Lei­der sind vie­le Wie­sen schon abge­mäht und auf den Äckern sind Mono­kul­tu­ren ange­pflanzt. Auf den nach­wach­se­nen Wie­sen wach­sen zwar auch noch Kräu­ter, aber nicht mehr in der Fül­le. Also gilt es tat­säch­lich die rich­ti­gen Wie­sen zu fin­den. Ich bin froh einen Gar­ten zu haben. Er ist nicht groß aber mitt­ler­wei­le ein Wild­pflan­zen­pa­ra­dies und ich kann dort das meis­te ent­de­cken für mich. 

Der Wald ist auch schön, für Pflan­zen deren Stand­ort mein Gar­ten nicht bie­tet wie zb für den Acker­schach­tel­halm. Gleich mor­gens mach­te ich mich auf den Weg. Die opti­ma­le Zeit ist zwi­schen 10 und 12 Uhr, auf­grund der anhal­ten­den Hit­ze war ich an die­sem Tag aber schon frü­her unter­wegs und genoss die Küh­le des Wal­des. Da lie­be ich mein Fahr­rad, denn man kann doch gro­ße Stre­cken mög­lich machen. Hier was gefun­den und dort. Der Sam­mel­korb füll­te sich und in mei­nem Kopf erschie­nen die Pflan­zen. “Ach Schaf­gar­be hät­te ich ger­ne noch”, und schon an der nächs­ten Bie­gung war sie zu sehen. Was für ein Geschenk der Natur.

Ich bin auf dem Heim­weg noch kurz in den See gehüpft und zu Hau­se brei­te­te ich mei­ne Schät­ze aus. Die­se wun­der­vol­len Pflan­zen hat­te ich gesammelt:

  • Rot­klee
  • Oder­men­nig
  • Blut­wei­de­rich
  • Schaf­gar­be
  • Mal­ve
  • Frau­en­man­tel
  • Johan­nis­kraut
  • Lin­den­blü­ten und Blätter
  • Nacht­ker­ze
  • Stin­ken­der Storchschnabel
  • Ech­tes und Wiesenlabkraut
  • Brenn­nes­sel
  • Wie­sen­wit­we
  • Blü­ten des mitt­le­ren Wegerichs
  • Acker­schach­tel­halm

Hm, ich habe sicher noch wel­che ver­ges­sen. Es ist gera­de Blütenfüllezeit.

Frisch gesammelte Wildkräuter mit Blutweiderich, Lindenblüten und Frauenmantel auf einem Holztisch
Die Aus­beu­te mei­nes Sam­mel­gangs: Blü­ten­fül­le zur Sonnwendzeit

Wie aus dem Wintervorrat ein Adventskalender für Dich wird

Ich betrach­te­te mei­ne Pflänz­lein und über­leg­te wie ich sie nun trock­ne für den Win­ter als Vor­rat. Viel­leicht spü­re ich die Som­mer­son­nen­wen­de die­ses Jahr des­halb so inten­siv, weil ich mich in den ver­gan­ge­nen Tagen viel mit den Schwel­len­ta­gen des Som­mers beschäf­tigt habe. Ich spü­re wie der höchs­te Punkt über­schrit­ten ist und es nun abwärts geht bis zur Win­ter­son­nen­wen­de, da war der Gedan­ke an die Advents­zeit und die Rauh­näch­te nicht weit. 

Vie­le Jah­re habe ich Advents­ka­len­der für ande­re gemacht. Für mei­ne Kin­der. Mit viel Lie­be. Und das tue ich auch heu­te noch. Aber plötz­lich merk­te ich: Die Kin­der wer­den groß. Sie brau­chen mich nicht mehr für alles. Und viel­leicht ist genau das die Ein­la­dung des Lebens, auch wie­der an mich selbst zu denken.

Und da war er, der Gedan­ke: War­um Tee ein­zeln trock­nen? Mach Dir doch einen eige­nen Advents­ka­len­der nur für Dich und Du kannst in der Advents­zeit jeden Tag ganz bewusst das Licht in die dunk­len Tage holen über eine beson­de­re Tas­se Tee.

Ich zähl­te durch und wie durch ein Wun­der hat­te ich genau 24 Acker­schach­tel­hal­me. So leg­te ich sie zuerst aus und ver­teil­te dar­auf mei­ne ande­ren Pflan­zen. Stück für Stück. Das sah schon so wun­der­bar aus. Dann band ich die Bün­del. Ein Ast war auch schnell im Gar­ten ent­deckt und so ent­stand Bün­del für Bün­del mein eige­ner per­sön­li­cher Adventskalender.

Gebundene Kräuterbündel mit Schafgarbe, Rotklee und Labkraut auf einem Holztisch
Bün­del für Bün­del ent­steht mein Kräuter-Adventskalender

Tee-Adventskalender selber machen: so bindest Du Deine Kräuterbündel

Ein Tee-Advents­ka­len­der aus Kräu­ter­bün­deln besteht aus 24 klei­nen Sträu­ßen getrock­ne­ter Wild­kräu­ter, die Du im Som­mer sam­melst und vom ers­ten Advent bis Weih­nach­ten Tag für Tag als Tee auf­brühst. So trägst Du ein Stück Som­mer­licht durch die dunk­le Zeit bis zur Win­ter­son­nen­wen­de.

  1. Samm­le an einem tro­cke­nen Vor­mit­tag blü­hen­de Tee­kräu­ter, die Du sicher kennst, im Gar­ten, auf unge­spritz­ten Wie­sen und am Waldrand.
  2. Lege 24 Stän­gel Acker­schach­tel­halm als Basis neben­ein­an­der aus.
  3. Ver­tei­le Dei­ne ande­ren Pflan­zen Stück für Stück dar­auf, sodass jedes Bün­del eine bun­te Mischung bekommt.
  4. Bin­de jedes Bün­del locker mit Bast oder Schnur zusammen.
  5. Hän­ge die Kräu­ter­bün­del kopf­über an einen Ast und lass sie an einem schat­ti­gen, luf­ti­gen Ort trocknen.
  6. Nimm im Advent jeden Tag ein Bün­del ab und brü­he Dir dar­aus Dei­nen Tee.

Die Land­wirt­schafts­kam­mer Salz­burg emp­fiehlt, fünf bis acht Stän­gel locker zu bün­deln und kopf­über an einem schat­ti­gen, luf­ti­gen und wind­stil­len Ort zu trock­nen. Gut ver­schlos­sen, dun­kel und tro­cken gela­gert behal­ten getrock­ne­te Kräu­ter nach ihren Anga­ben bis zu einem Jahr Aro­ma und Inhaltsstoffe.

Es macht mich unglaub­lich glück­lich. Natür­lich gehe ich noch­mal los und samm­le für Tee. Aber viel­leicht hast Du auch Lust Dir einen eige­nen per­sön­li­chen Advents­ka­len­der zu bas­teln und er ist jetzt schon da und in der Zeit wo viel los ist, kannst Du lächeln und Dich die gan­ze Zeit schon dar­auf freu­en und ihn mit Dei­ner Freu­de noch zusätz­lich aufladen. 

Hand bindet ein Wildkräuterbündel mit Bast, im Hintergrund liegen weitere ausgelegte Bündel
Jedes Bün­del bin­de ich mit Bast zusammen

Viel­leicht hast Du auch Lust, das zusam­men mit einer Freun­din zu machen. Ich stel­le es mir wun­der­bar vor und wün­sche Dir viel Freu­de dabei. Berich­te mir ger­ne davon, auch über ein Bild freue ich mich sehr.

Alles Lie­be
Hei­ke

Häufige Fragen zum Tee-Adventskalender aus Kräutern

Welche Kräuter eignen sich für einen Tee-Adventskalender?

Geeig­net sind alle Tee­kräu­ter, die Du sicher bestim­men kannst und gut ver­trägst. In mei­nen Bün­deln ste­cken unter ande­rem Rot­klee, Schaf­gar­be, Frau­en­man­tel, Oder­men­nig, Mal­ve, Lab­kraut, Lin­den­blü­ten und Acker­schach­tel­halm. Du kannst auch Kräu­ter aus Dei­nem Gar­ten dazunehmen.

Wann ist die beste Zeit, um die Kräuter zu sammeln?

Tra­di­tio­nell sam­melt man die Kräu­ter für die Haus­apo­the­ke zwi­schen Sonn­wend am 21.6. und Johan­ni am 24.6., wenn vie­le Pflan­zen in vol­ler Blü­te ste­hen. Am bes­ten an einem tro­cke­nen Tag am Vor­mit­tag, wenn der Tau abge­trock­net ist. Bei gro­ßer Hit­ze lohnt es sich, frü­her loszugehen.

Wie trockne ich Kräuterbündel richtig?

Kräu­ter­bün­del trock­nen am bes­ten kopf­über hän­gend an einem schat­ti­gen, luf­ti­gen Ort, nicht in der pral­len Son­ne. Bin­de die Bün­del locker, damit Luft an alle Stän­gel kommt. Fer­tig sind sie, wenn Blät­ter und Blü­ten rascheln und sich leicht zer­brö­seln lassen.

Wie mache ich aus einem Bündel Tee?

Nimm das Bün­del des Tages ab, zer­brö­se­le die getrock­ne­ten Kräu­ter und über­brü­he sie mit hei­ßem Was­ser. Lass den Tee zuge­deckt 5 bis 10 Minu­ten zie­hen und sei­he ihn ab. Je nach Grö­ße reicht ein Bün­del auch für eine gan­ze Kanne.

Worauf muss ich beim Sammeln achten?

Samm­le nur Pflan­zen, die Du sicher bestim­men kannst, und nur so viel, dass der Bestand erhal­ten bleibt. Den Acker­schach­tel­halm kannst Du mit dem gif­ti­gen Sumpf­schach­tel­halm ver­wech­seln, schau hier also beson­ders genau hin. Johan­nis­kraut kann die Wir­kung vie­ler Medi­ka­men­te beein­flus­sen, zum Bei­spiel die der Pil­le. Wenn Du regel­mä­ßig Medi­ka­men­te nimmst oder schwan­ger bist, frag vor­her in der Apo­the­ke oder ärzt­lich nach.

Wel­che Pflan­zen bin­dest Du in Dei­ne Bün­del? Erzähl es mir gern in den Kommentaren.

Wenn Du tiefer eintauchen möchtest

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Mit den Wildpflanzen durchs Jahr

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Ich bin Hei­ke Engel, Heil­prak­ti­ke­rin, Qigon­g­leh­re­rin, Fach­be­ra­te­rin für Selbst­ver­sor­gung mit ess­ba­ren Wild­pflan­zen und Pilz­coach. Hier auf Strah­le­Mensch tei­le ich mein Wis­sen über Wild­pflan­zen, Pil­ze, Natur­heil­kun­de und Qigong und beglei­te Men­schen in Kur­sen und Online-Ange­bo­ten zurück zur Natur und ein Stück näher zu sich selbst.

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Heike Engel von StrahleMensch

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8 Kommentare

    1. Von Her­zen ger­ne lie­be Maria, ist doch ein schö­ner Gedan­ke wenn wir gemein­sam im Dezem­ber mit unse­rer licht­vol­len Tas­se Tee sein kön­nen Grüss­le Heike

    1. Ja – ich gebe Dir Recht – je nach Regi­on, kann das sehr schwie­rig sein. Umso wich­ti­ger ist, dass das Bewusst­sein für die­se Pflan­zen und ihre wert­vol­le Auf­ga­be im Sys­tem wie­der bekann­ter wird. Vie­le Land­wir­te machen schon Blüh­strei­fen auf ihren Äckern. Es ist eine Ent­wick­lung und wir müs­sen ein­fach aktiv sein. Vie­le Grü­ße Heike

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