Brennende Kerze in einer Tonschale neben einem Strauß aus Johanniskraut und Schafgarbe auf einem Holztisch im Abendlicht am See, mit dem Schriftzug Sommersonnenwend Ritual

Ein kleines Sommersonnenwende-Ritual für die zweite Jahreshälfte

Um den 21. Juni ist Som­mer­son­nen­wen­de. Die Son­ne erreicht ihren höchs­ten Stand am Him­mel. Die Natur steht in vol­ler Kraft. Über­all blüht, summt und duf­tet es. Für mich ist dies jedes Jahr ein ganz beson­de­rer Moment.

Einer­seits lie­be ich die­se Fül­le. Die lan­gen Aben­de. Die war­men Tage. Das Licht. Ande­rer­seits schleicht sich auch immer ein wenig Weh­mut ein. Denn mit der Som­mer­son­nen­wen­de beginnt bereits die lang­sa­me Rück­kehr der Dun­kel­heit. Die Tage wer­den wie­der kür­zer, zunächst kaum spür­bar, aber doch unausweichlich.

Viel­leicht ist genau das die gro­ße Weis­heit die­ses Tages. Mit­ten im Höhe­punkt erin­nert uns die Natur dar­an, dass alles im Wan­del ist. Nichts bleibt ste­hen. Alles bewegt sich in Krei­sen. Wachs­tum und Rück­zug. Licht und Dun­kel­heit. Anfang und Ende.

Des­halb nut­ze ich die Som­mer­son­nen­wen­de ger­ne, um für einen Moment inne­zu­hal­ten. Nicht um gro­ße Zie­le zu pla­nen. Nicht um noch mehr zu tun. Son­dern um wahr­zu­neh­men, was bereits da ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Was: Ein klei­nes Ritu­al zur Som­mer­son­nen­wen­de, um inne­zu­hal­ten, Dan­ke zu sagen und Dich auf die zwei­te Jah­res­hälf­te auszurichten.
  • Wann: Rund um den 21. Juni, gern auch in den Tagen bis Johan­ni am 24. Juni.
  • Mate­ri­al: Ein Platz in der Natur, ein Zet­tel und ein Stift, eine feu­er­fes­te Scha­le und eine Vase für Dei­nen Strauß.
  • Ablauf: Hin­aus­ge­hen, wahr­neh­men, einen Strauß sam­meln, zurück­bli­cken, los­las­sen, einen Wunsch for­mu­lie­ren und danken.
  • Sicher­heit: Feu­er nur in einer feu­er­fes­ten Scha­le und nie­mals im oder direkt am Wald.

Was ist ein Sommersonnenwende-Ritual?

Ein Som­mer­son­nen­wen­de-Ritu­al ist eine klei­ne, bewuss­te Hand­lung zum längs­ten Tag des Jah­res, mit der Du inne­hältst, Dan­ke sagst und Dich auf die zwei­te Jah­res­hälf­te aus­rich­test. Mein Ritu­al braucht dafür nicht viel: einen Platz in der Natur, etwas Zeit und ein paar ein­fa­che Din­ge. Wie lang die­ser Tag ist, hängt davon ab, wo Du lebst: Nach Anga­ben von Spek­trum der Wis­sen­schaft dau­ert der längs­te Tag in Mainz rund 16 Stun­den und 22 Minu­ten, in Flens­burg sogar gut 17 Stun­den und 19 Minuten.

Was bei der Som­mer­son­nen­wen­de am Him­mel geschieht und wel­che Bräu­che dazu­ge­hö­ren, liest Du in mei­nem Arti­kel Die Som­mer­son­nen­wen­de: eine Zeit auf der Schwel­le. Wie die Som­mer­sonn­wen­de als Fest im Jah­res­kreis gefei­ert wird, erzäh­le ich Dir in Litha: Wenn das Licht am höchs­ten steht.

Was Du für das Ritual brauchst

Für die­ses Ritu­al brauchst Du nur weni­ge Din­ge, die Du ver­mut­lich ohne­hin zu Hau­se hast:

  • einen Platz in der Natur, an dem Du Dich wohl­fühlst, zum Bei­spiel einen Wald­weg, eine Wie­se, Dei­nen Gar­ten oder einen Platz am Wasser
  • etwas Zeit nur für Dich
  • einen klei­nen Zet­tel und einen Stift
  • eine feu­er­fes­te Scha­le und Streich­höl­zer, wenn Du den Zet­tel ver­bren­nen möchtest
  • eine Vase für Dei­nen Sommerstrauß
  • einen beson­de­ren Ort, an dem Du Dei­nen Wunsch aufbewahrst

Wie geht das Sommersonnenwende-Ritual? Schritt für Schritt

Das Ritu­al besteht aus sie­ben ein­fa­chen Schrit­ten, vom Hin­aus­ge­hen bis zum Dan­ken. Viel­leicht magst Du Dir dafür etwas Zeit schenken.

  1. Hin­aus­ge­hen: Gehe hin­aus in die Natur. Suche Dir einen Platz, an dem Du Dich wohl­fühlst. Das kann ein Wald­weg sein, eine Wie­se, Dein Gar­ten oder ein Platz am Wasser.
  2. Wahr­neh­men: Lass Dei­nen Blick schwei­fen. Wel­che Pflan­zen begeg­nen Dir? Wel­che Far­ben leuch­ten Dir ent­ge­gen? Wel­che Düf­te lie­gen in der Luft? Viel­leicht ent­deckst Du Johan­nis­kraut, das nun beginnt, sei­ne gol­de­nen Blü­ten zu öff­nen. Viel­leicht begeg­net Dir Schaf­gar­be, Frau­en­man­tel oder eine ande­re Pflan­ze, die Dich gera­de anspricht. Nimm wahr, was Dich berührt.
  3. Einen Strauß sam­meln: Ich selbst samm­le an die­sem Tag ger­ne eini­ge Blü­ten und Pflan­zen für einen klei­nen Strauß. Nicht nach fes­ten Regeln. Ein­fach das, was mich ruft. Zuhau­se stel­le ich ihn in eine Vase und freue mich noch eini­ge Tage über die­ses Geschenk der Natur.
  4. Zurück­bli­cken: Dann neh­me ich mir ein paar Minu­ten Zeit für einen Rück­blick. Was ist in den ver­gan­ge­nen Mona­ten gewach­sen? Wel­che schö­nen Begeg­nun­gen durf­te ich erle­ben? Was hat mich erfreut? Wofür bin ich dank­bar? Oft sehen wir nur das, was noch nicht gelun­gen ist. Die Som­mer­son­nen­wen­de erin­nert mich dar­an, auch die Fül­le wahrzunehmen.
  5. Los­las­sen: Manch­mal schrei­be ich auch auf einen klei­nen Zet­tel, was ich los­las­sen möch­te. Sor­gen, Zwei­fel, alte Gedan­ken oder Din­ge, die mir nicht mehr gut­tun. Wenn es mög­lich ist, ver­bren­ne ich die­sen Zet­tel anschlie­ßend in einer feu­er­fes­ten Scha­le und beob­ach­te, wie sich die Wor­te lang­sam in Asche ver­wan­deln. Stell die Scha­le dafür auf einen siche­ren, nicht brenn­ba­ren Unter­grund, hal­te etwas Was­ser bereit und mach kein offe­nes Feu­er im oder direkt am Wald.
  6. Einen Wunsch for­mu­lie­ren: Danach for­mu­lie­re ich einen Wunsch für die zwei­te Jah­res­hälf­te. Nicht zehn Wün­sche, nur einen. Etwas, das mei­nem Her­zen wirk­lich wich­tig ist. Die­sen Wunsch bewah­re ich an einem beson­de­ren Ort auf und las­se ihn wie einen klei­nen Samen in mir weiterwachsen.
  7. Dan­ken: Am Ende mei­nes Ritu­als dan­ke ich. Der Erde unter mei­nen Füßen, der Son­ne, dem Was­ser, den Pflan­zen und dem Leben.

Die Kraft der Sommersonnenwende

Je älter ich wer­de, des­to mehr erken­ne ich, dass die größ­ten Geschen­ke oft nicht die Din­ge sind, die wir errei­chen, son­dern die Augen­bli­cke, die wir wirk­lich erle­ben. Viel­leicht liegt genau dar­in die Kraft der Som­mer­son­nen­wen­de. Nicht mehr zu leis­ten. Nicht mehr zu pla­nen. Son­dern für einen Moment still zu wer­den und die Fül­le des Lebens wahrzunehmen.

Ich wün­sche Dir einen licht­vol­len Som­mer­son­nen­tag, vie­le klei­ne Wun­der am Weges­rand und Augen­bli­cke, in denen Du Dich tief mit der Natur und dem Leben ver­bun­den fühlst.

Von Her­zen
Hei­ke Engel

Häufige Fragen zum Sommersonnenwend-Ritual

Wann ist die beste Zeit für ein Sommersonnenwende-Ritual?

Die bes­te Zeit ist der Tag der Som­mer­son­nen­wen­de um den 21. Juni, Du kannst das Ritu­al aber auch in den Tagen bis Johan­ni am 24. Juni machen. Ob Du lie­ber mor­gens, mit­tags oder am Abend hin­aus­gehst, ent­schei­dest Du selbst.

Brauche ich für das Ritual ein Feuer?

Nein, ein Feu­er ist nicht nötig. Eine klei­ne Ker­ze genügt, und den Zet­tel mit dem, was Du los­las­sen möch­test, kannst Du auch ein­fach zerreißen.

Kann ich das Ritual auch ohne Garten machen?

Ja, Du brauchst kei­nen eige­nen Gar­ten. Ein Wald­weg, eine Wie­se, ein Park oder ein Platz am Was­ser eig­nen sich genau­so gut.

Was ist der Unterschied zwischen Sommersonnenwende und Litha?

Die Som­mer­son­nen­wen­de ist der astro­no­mi­sche Zeit­punkt, an dem die Son­ne ihren höchs­ten Stand erreicht. Litha ist der moder­ne Name für das Fest, mit dem die­ser Tag im Jah­res­kreis der acht Fes­te gefei­ert wird.

Hast Du ein eige­nes Ritu­al zur Som­mer­son­nen­wen­de? Ich freue mich, wenn Du mir in den Kom­men­ta­ren davon erzählst.

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Ich bin Hei­ke Engel, Heil­prak­ti­ke­rin, Qigon­g­leh­re­rin, Fach­be­ra­te­rin für Selbst­ver­sor­gung mit ess­ba­ren Wild­pflan­zen und Pilz­coach. Hier auf Strah­le­Mensch tei­le ich mein Wis­sen über Wild­pflan­zen, Pil­ze, Natur­heil­kun­de und Qigong und beglei­te Men­schen in Kur­sen und Online-Ange­bo­ten zurück zur Natur und ein Stück näher zu sich selbst.

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Heike Engel von StrahleMensch

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