Die Sommersonnenwende – eine Zeit auf der Schwelle

Der Sommer ist da

Eine gan­ze Woche lang hat es geregnet.

Es war gar nicht schlimm. Die Natur hat den Regen gebraucht. Die Wie­sen wur­den satt­grün, die Bäu­me wirk­ten frisch und selbst die Wild­pflan­zen schie­nen auf­zu­at­men. Trotz­dem wur­de es wie­der kühl. So kühl, dass eine Freun­din mir erzähl­te, sie habe tat­säch­lich noch­mals die Hei­zung angeschaltet.

Und heu­te? Heu­te war er plötz­lich wie­der da. Die­ser tief­blaue Him­mel mit sei­nen klei­nen wei­ßen Pus­te­wölk­chen, die aus­se­hen, als hät­te sie jemand mit leich­ter Hand an den Him­mel gemalt.

Die Son­ne hat­te Kraft. Nicht die vor­sich­ti­ge Wär­me eines Früh­lings­ta­ges, son­dern die Wär­me des Som­mers. Kaum trat ich nach drau­ßen, war es da – die­ses Gefühl, das man nicht mes­sen kann und das doch jeder kennt.

Der Som­mer ist da.

Meteo­ro­lo­gisch hat er bereits am 1. Juni begon­nen. Kalen­da­risch errei­chen wir sei­nen Höhe­punkt erst in weni­gen Tagen, zur Som­mer­son­nen­wen­de am 21. Juni.

Ich lie­be die­se Zeit. Nicht nur wegen der Wär­me. Nicht nur wegen der lan­gen Aben­de. Son­dern weil die Natur jetzt etwas ganz Beson­de­res ausstrahlt.

Die Rosen ste­hen in vol­ler Blü­te. Der Holun­der duf­tet an den Weges­rän­dern. Bald wer­den die Lin­den ihre Blü­ten öff­nen und die Luft mit ihrem süßen Duft erfül­len. Über­all summt und brummt es. Die Wie­sen sind vol­ler Leben und die Kräu­ter ste­hen in ihrer Kraft.

Und doch ist da noch etwas ande­res. Etwas, das ich nur schwer beschrei­ben kann. Jedes Jahr um die Som­mer­son­nen­wen­de habe ich das Gefühl, dass die Zeit für einen Moment lang­sa­mer fließt. Als wür­de die Natur kurz innehalten.

Nicht lan­ge. Nur einen Augen­blick. Als wür­de sie auf das schau­en, was aus all den Knos­pen, Blät­tern und Blü­ten gewor­den ist.

Viel­leicht kennst Du die­ses Gefühl aber auch.

Wenn die Natur innehält

Lan­ge konn­te ich die­ses Gefühl nicht benennen.

Ich wuss­te nur, dass die Tage um die Som­mer­son­nen­wen­de für mich anders sind als die Wochen davor und danach. Natür­lich wuss­te und weiss ich um die Som­mer­son­nen­wen­de – aber da ist noch ein tie­fes ande­res Gefühl, dass immer mehr an die Ober­flä­che möchte. 

Im Früh­ling scheint alles in Bewe­gung zu sein. Jeden Tag gibt es Neu­es zu ent­de­cken. Die ers­ten Knos­pen bre­chen auf, zar­te Blät­ter ent­fal­ten sich, die Wild­kräu­ter schie­ben sich aus dem Boden und über­all zeigt sich neu­es Leben. Die Natur wächst mit einer unglaub­li­chen Kraft. Manch­mal habe ich das Gefühl, kaum hin­ter­her­zu­kom­men. Kaum ist die eine Pflan­ze erschie­nen, steht die nächs­te schon in den Startlöchern.

Jetzt aber scheint etwas anders zu sein.

Nicht, weil die Natur still­steht. Ganz im Gegen­teil. Über­all blüht, summt und duf­tet es. Die Wie­sen ste­hen hoch, die Rosen zei­gen ihre vol­le Schön­heit und der Holun­der trägt sei­ne wei­ßen Blü­ten­schir­me wie klei­ne Wol­ken. Und den­noch habe ich das Gefühl, als wür­de die Natur einen Moment lang tief durchatmen.

Viel­leicht lässt es sich mit einer Berg­wan­de­rung ver­glei­chen. Stun­den­lang geht es berg­auf. Schritt für Schritt steigt man höher. Der Weg for­dert Kraft und Auf­merk­sam­keit. Und dann erreicht man den Gipfel.

Die meis­ten Men­schen lau­fen nicht sofort wei­ter. Sie blei­ben ste­hen. Sie schau­en zurück auf den Weg. Sie genie­ßen die Aus­sicht. Sie neh­men wahr, was sie erreicht haben.

Viel­leicht ist die Som­mer­son­nen­wen­de genau so ein Moment im Jah­res­kreis. Die Natur hat ihren Gip­fel erreicht. Die Son­ne steht höher als an jedem ande­ren Tag des Jah­res. Die Tage sind län­ger als sonst. Die Kraft des Früh­lings hat sich ent­fal­tet und zeigt sich nun in ihrer gan­zen Fülle.

Die Schwellentage des Sommers

Es ist eine beson­de­re Zeit.

Das spü­re ich eigent­lich jedes Jahr. Doch in die­sem Som­mer rückt es für mich auf eine ganz ande­re Wei­se in den Vordergrund.

Viel­leicht liegt es dar­an, dass ich mehr Zeit habe hin­zu­spü­ren. Viel­leicht liegt es dar­an, dass ich älter gewor­den bin. Viel­leicht liegt es ein­fach an die­sem Som­mer. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mich die­se Tage berühren.

Es ist die Zeit der Kräu­ter. Die Zeit, in der die Haus­apo­the­ke gefüllt wird. Holun­der­blü­ten trock­nen auf Tüchern, die Lin­den begin­nen zu blü­hen und das Johan­nis­kraut berei­tet sich auf sei­nen gro­ßen Auf­tritt vor.

Gleich­zei­tig beginnt die Zeit der ers­ten Früch­te. Die Kir­schen sind reif. Him­bee­ren wer­den geern­tet. Die Johan­nis­bee­ren fär­ben sich und an den Toma­ten­pflan­zen hän­gen bereits die ers­ten grü­nen Früch­te. Auch die Brom­bee­ren ver­spre­chen eine rei­che Ernte.

Über­all zeigt sich die Fül­le des Sommers.

Und doch ist es nicht nur das. Da ist noch etwas ande­res. Etwas, das mich immer wie­der inne­hal­ten lässt.

In den letz­ten Tagen sit­ze ich oft auf mei­nem Stuhl unter dem Kirsch­baum. Neben mir mein klei­ner Teich. Um mich her­um Weiss­dorn und Schle­he. Die Bie­nen sum­men, Libel­len schwir­ren über das Was­ser und manch­mal bewegt sich kaum mehr als ein Blatt im Wind.

Und ich sit­ze ein­fach da. Nichts zieht mich wei­ter. Nichts drängt. Nichts for­dert mei­ne Auf­merk­sam­keit. Ich bin ein­fach da.

Viel­leicht ist es genau das, was die­se Zeit für mich aus­macht. Eine unglaub­li­che Prä­senz. Ein Ankom­men im Hier und Jetzt.

Natür­lich könn­te ich dar­über nach­den­ken, dass nach der Som­mer­son­nen­wen­de die Tage wie­der kür­zer wer­den. Ich könn­te über das schwin­den­de Licht phi­lo­so­phie­ren oder über die gro­ßen Zyklen des Lebens.

Doch das tue ich nicht. Nicht in die­sen Tagen. Denn die­se Zeit for­dert mich nicht zum Nach­den­ken auf, im Gegen­teil, sie lädt mich ein, da zu sein.

Und wäh­rend ich unter mei­nem Kirsch­baum sit­ze, muss ich immer wie­der an die Rauh­näch­te des Win­ters den­ken. An die­se beson­de­ren Näch­te zwi­schen den Jah­ren. An die­se Zeit außer­halb der Zeit. Und plötz­lich fra­ge ich mich, ob die Tage um die Som­mer­son­nen­wen­de nicht ihr Gegen­stück sind.

Es gibt kei­nen Namen dafür. Zumin­dest kei­nen, den ich kenne.

Und des­halb möch­te ich sie für mich die Schwel­len­ta­ge des Som­mers nen­nen, ein­fach, weil sich die­se Tage anders anfüh­len als alle ande­ren Tage des Jahres.

Eine klei­ne Gegen­über­stel­lung:

Win­terSom­mer
Rauh­näch­teSchwel­len­ta­ge
Dun­kel­heitLicht
Geburt des LichtesHöhe­punkt des Lichtes
Neu­be­ginnRei­fe
Innen­kehrFül­le
Träu­menErn­ten

Die Pflanzen der Schwellentage

Die Tage um die Som­mer­son­nen­wen­de sind nicht nur eine beson­de­re Zeit für uns Men­schen. Auch in der Pflan­zen­welt zeigt sich jetzt eine ganz eige­ne Qualität.

Wäh­rend im Früh­ling vor allem die jun­gen Wild­kräu­ter gesam­melt wer­den, beginnt nun die gro­ße Zeit der Blü­ten. Der Holun­der steht vie­ler­orts in vol­ler Blü­te. Sei­ne duf­ten­den Blü­ten­schir­me gehö­ren für mich eben­so zu die­ser Jah­res­zeit wie laue Som­mer­aben­de. Aus ihnen ent­ste­hen Sirup, Tee, Gelee oder tra­di­tio­nel­le Haus­mit­tel für die Winterzeit.

Wenig spä­ter folgt die Lin­de. Wer ein­mal unter einer blü­hen­den Lin­de gestan­den hat, kennt ihren unver­wech­sel­ba­ren Duft. Lin­den­blü­ten gehö­ren zu den wich­tigs­ten Heil­pflan­zen unse­rer Haus­apo­the­ke und wer­den tra­di­tio­nell als Tee bei Erkäl­tun­gen und zum Schwit­zen verwendet.

Rund um den Johan­nis­tag beginnt die Blü­te­zeit des Johan­nis­krauts. Kaum eine Pflan­ze ist so eng mit der Som­mer­son­nen­wen­de ver­bun­den. Sei­ne gold­gel­ben Blü­ten wir­ken wie klei­ne Son­nen auf den Wie­sen und aus ihnen wird das bekann­te Johan­nis­kraut­öl hergestellt.

Auch Schaf­gar­be, Kamil­le, Bei­fuß und Königs­ker­ze zei­gen sich jetzt von ihrer schöns­ten Sei­te. Vie­le die­ser Pflan­zen beglei­ten die Men­schen seit Jahr­hun­der­ten als Heil­pflan­zen, Küchen­kräu­ter oder Ritualpflanzen.

Gleich­zei­tig beginnt die Zeit der ers­ten Früch­te. Kir­schen wer­den geern­tet, Him­bee­ren rei­fen, Johan­nis­bee­ren fär­ben sich und an den Brom­beer­he­cken zei­gen sich bereits die ers­ten Fruchtansätze.

Wer jetzt auf­merk­sam durch die Natur geht, erlebt eine Zeit gro­ßer Fül­le. Blü­ten und Früch­te begeg­nen sich. Die Haus­apo­the­ke kann gefüllt wer­den und gleich­zei­tig kün­digt sich bereits die kom­men­de Ern­te­zeit an.

Für Wild­pflan­zen­freun­de gehö­ren die­se Wochen zu den schöns­ten des gan­zen Jahres.

Die Hausapotheke auffüllen

Für Kräu­ter­frau­en und Kräu­ter­män­ner gehö­ren die Tage rund um die Som­mer­son­nen­wen­de zu den wich­tigs­ten Wochen des Jahres.

Die Natur steht in ihrer Fül­le. Die Son­ne hat ihren höchs­ten Stand erreicht und vie­le Heil­pflan­zen tra­gen jetzt die Kraft eines gan­zen Früh­jahrs und Früh­som­mers in sich. Licht, Wär­me, Regen und Zeit haben sie wach­sen, rei­fen und ihre wert­vol­len Inhalts­stof­fe bil­den lassen.

Es ist kein Zufall, dass unse­re Vor­fah­ren gera­de jetzt hin­aus­gin­gen, um Kräu­ter zu sam­meln. Vie­le Pflan­zen ste­hen in vol­ler Blü­te und zei­gen sich von ihrer schöns­ten und kraft­volls­ten Seite.

Wenn ich durch die Natur gehe, ver­ste­he ich gut, war­um die­se Zeit so geschätzt wur­de. Über­all begeg­nen mir Pflan­zen, die seit Jahr­hun­der­ten zur Haus­apo­the­ke gehö­ren. Der Holun­der duf­tet an den Weges­rän­dern, die Lin­de berei­tet ihre Blü­ten vor, das Johan­nis­kraut beginnt zu leuch­ten und auf den Wie­sen ste­hen Schaf­gar­be, Kamil­le und vie­le ande­re Heilpflanzen.

Für mich beginnt jetzt die Zeit des Sam­melns, Trock­nens und Ver­ar­bei­tens. Vor­rats­glä­ser wer­den gefüllt, Tee­mi­schun­gen zusam­men­ge­stellt und Öle ange­setzt. Es ist ein wenig so, als wür­de man einen Teil der Som­mer­kraft für die kom­men­den Mona­te bewahren.

Zu mei­ner Som­mer-Haus­apo­the­ke gehö­ren beispielsweise:

🌿 Holun­der­blü­ten­tee

  • für Erkäl­tungs­zei­ten und Schwitzkuren
  • auch als erfri­schen­der Sommertee

🌿 Lin­den­blü­ten­tee

  • bei Erkäl­tun­gen
  • beru­hi­gend und wohl­tu­end am Abend

🌿 Johan­nis­kraut­öl

  • das berühm­te Rotöl
  • tra­di­tio­nell für Haut­pfle­ge und Massagen

🌿 Schaf­gar­ben­tink­tur

  • ein Klas­si­ker der Volksheilkunde
  • viel­sei­tig in der Haus­apo­the­ke einsetzbar

🌿 Räu­cher­bün­del

  • aus Bei­fuß, Schaf­gar­be oder ande­ren Sommerkräutern
  • für Ritua­le und beson­de­re Momente

🌿 Kräu­ter­salz

  • mit Wild­kräu­tern und Gartenkräutern
  • bringt die Aro­men des Som­mers in die Winterküche

🌿 Son­nen­tee

  • aus Holun­der­blü­ten, Lin­den­blü­ten, Rosen­blü­ten oder ande­ren Sommerpflanzen
  • ein­ge­fan­ge­nes Som­mer­ge­fühl in einer Tasse

Viel­leicht liegt gera­de dar­in eine beson­de­re Schön­heit die­ser Zeit.

Wäh­rend die Natur ihren Höhe­punkt erreicht, dür­fen wir sam­meln, dan­ken und einen klei­nen Teil die­ser Fül­le mit­neh­men. Wenn drau­ßen Nebel, Regen und kur­ze Tage Ein­zug hal­ten, erin­nern uns die Kräu­ter in unse­ren Glä­sern dar­an, dass die Son­ne ein­mal hoch am Him­mel stand und die Welt vol­ler Blü­ten war.

Was die Schwellentage mich lehren

Je län­ger ich über die­se beson­de­re Zeit nach­den­ke, des­to mehr fra­ge ich mich, ob die Natur uns nicht etwas zei­gen möchte.

Im Früh­ling bewun­dern wir das Wachs­tum. Alles wird grö­ßer, höher, mehr. Die ers­ten Blät­ter, die ers­ten Blü­ten, die ers­ten Kräu­ter. Jeden Tag ver­än­dert sich etwas.

Viel­leicht sind wir Men­schen des­halb so auf Wachs­tum fixiert.

Wir möch­ten mehr errei­chen.
Mehr schaf­fen.
Mehr erle­ben.
Mehr wer­den.

Doch die Natur scheint um die Som­mer­son­nen­wen­de etwas ande­res zu erzählen.

Wenn ich unter mei­nem Kirsch­baum sit­ze und auf mei­nen klei­nen Teich schaue, fra­ge ich mich manch­mal, war­um fällt es uns oft leich­ter, auf das zu schau­en, was noch fehlt, als auf das, was bereits da ist? War­um sehen wir die nächs­ten Auf­ga­ben, aber nicht die Wege, die wir schon gegan­gen sind? War­um den­ken wir an die nächs­te Stu­fe, obwohl wir gera­de auf dem Gip­fel ste­hen? Viel­leicht liegt genau dar­in die Bot­schaft die­ser Schwellentage.

Nicht immer weiter.

Nicht immer mehr.

Nicht immer höher.

Son­dern manch­mal ein­fach wahr­neh­men. Wahr­neh­men, was gewach­sen ist. Wahr­neh­men, was gelun­gen ist. Wahr­neh­men, was bereits Früch­te trägt.

Wenn ich in die­sen Tagen durch mei­nen Gar­ten gehe, sehe ich die ers­ten Kir­schen, die Him­bee­ren wer­den rot, die Johan­nis­bee­ren fär­ben sich und die Toma­ten hän­gen bereits an den Pflan­zen. Nichts davon ist über Nacht ent­stan­den. Es brauch­te Zeit, Son­ne, Regen und Geduld.

Viel­leicht gilt das auch für vie­les in unse­rem Leben. Man­ches muss nicht mehr wach­sen. Man­ches darf ein­fach rei­fen. Und viel­leicht dür­fen auch wir uns in die­sen Tagen einen Moment gön­nen, in dem wir nichts ver­bes­sern, nichts beschleu­ni­gen und nichts errei­chen müs­sen. Einen Moment, in dem wir ein­fach nur dasit­zen und betrach­ten, was bereits da ist.

Ein kleines Ritual für die Schwellentage des Sommers

Manch­mal sind die ein­fachs­ten Ritua­le die schönsten.

Suche Dir einen Abend in den Tagen rund um die Som­mer­son­nen­wen­de. Nimm Dir eine hal­be Stun­de Zeit und gehe hin­aus in die Natur. Das kann Dein Gar­ten sein, eine Wie­se, ein Wald­rand oder ein Platz auf Dei­nem Balkon.

Lass das Han­dy im Haus. Set­ze Dich ein­fach hin. Schau. Lau­sche. Spü­re die Wär­me des Tages, die noch in der Erde und in den Pflan­zen gespei­chert ist. Beob­ach­te, wie die Son­ne lang­sam tie­fer sinkt und das Licht wei­cher wird. Viel­leicht magst Du anschlie­ßend ein klei­nes Licht oder eine Ker­ze ent­zün­den. Nicht als gro­ßes Ritu­al. Ein­fach als Zei­chen der Dank­bar­keit für das Licht, das uns durch das ers­te Halb­jahr beglei­tet hat.

Wenn Du möch­test, nimm ein Blatt Papier zur Hand und schrei­be auf:

Drei Din­ge, die in die­sem Jahr gewach­sen sind.

Das kön­nen Pro­jek­te sein, Bezie­hun­gen, Erfah­run­gen oder Eigen­schaf­ten in Dir selbst. Und notie­re anschließend:

Drei Din­ge, für die Du gera­de dank­bar bist.

Mehr braucht es nicht. Viel­leicht genügt es in die­sen Schwel­len­ta­gen des Som­mers, ein­fach für einen Moment wahr­zu­neh­men, was bereits da ist.

Die Schwellentage des Sommers

Wäh­rend ich die­se Zei­len schrei­be, sit­ze ich wie­der unter mei­nem Kirschbaum.

Neben mir glit­zert der klei­ne Teich in der Abend­son­ne. Bie­nen besu­chen die letz­ten Blü­ten des Tages und irgend­wo in der Hecke singt eine Amsel ihr Abend­lied. Die Luft ist warm. Die Welt wirkt friedlich.

Viel­leicht ist es genau das, was mich an die­ser Zeit so berührt. Die Natur scheint nichts bewei­sen zu müssen.

Sie blüht, Sie trägt Früch­te, Sie schenkt. Und sie erin­nert mich dar­an, dass nicht jede Zeit zum Wach­sen da ist.

Man­che Zei­ten sind dazu da, wahr­zu­neh­men, was bereits gewach­sen ist. Man­che Zei­ten sind dazu da, die Früch­te zu sehen, die aus den Samen ent­stan­den sind, die wir einst gesät haben. Und man­che Zei­ten sind ein­fach dazu da, still auf einer Schwel­le zu ste­hen und zu staunen.

Viel­leicht geht es Dir ähnlich.

Viel­leicht spürst Du in die­sen Tagen eben­falls die­se beson­de­re Qua­li­tät, die sich nur schwer in Wor­te fas­sen lässt. Für mich wer­den die Tage rund um die Som­mer­son­nen­wen­de von nun an die Schwel­len­ta­ge des Som­mers sein. Tage des Lich­tes. Tage der Fül­le. Tage des Inne­hal­tens. Und Tage der Dankbarkeit.


Mein Sonnwendbüchlein

Die Som­mer­son­nen­wen­de und die Zeit rund um sie her­um fas­zi­nie­ren mich seit vie­len Jahren.

Aus die­ser Lie­be zur Natur, zu den Pflan­zen und zum Jah­res­kreis ist mein Sonn­wend­büch­lein entstanden.

Dar­in fin­dest Du Wis­sens­wer­tes über die Som­mer­son­nen­wen­de, alte Bräu­che und Ritua­le, die wich­tigs­ten Son­nen­kräu­ter, Rezep­te für die Haus­apo­the­ke, Ideen für Fami­li­en sowie vie­le Anre­gun­gen, die­se beson­de­re Zeit bewusst zu erleben.

Wenn Dich die Som­mer­son­nen­wen­de eben­so berührt wie mich und Du noch tie­fer in die­se beson­de­re Zeit ein­tau­chen möch­test, dann lade ich Dich herz­lich ein, einen Blick in mein Büch­lein zu werfen.

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Ich wün­sche Dir licht­vol­le Schwel­len­ta­ge des Sommers.

Von Her­zen

Hei­ke Engel

Wenn Du noch wei­ter­le­sen möch­test, wären viel­leicht fol­gen­de Arti­kel für Dich interessant: 

Wenn Dich die Schwel­len­ta­ge des Som­mers berüh­ren, fin­dest Du viel­leicht auch an die­sen Bei­trä­gen Freude:

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