Purpurrote Taubnessel: erkennen, essen und als Tee genießen

Purpurrote Taubnessel erkennen und essen: Merkmale, Inhaltsstoffe, Volksheilkunde bei Husten und Ideen für Smoothie, Salat und Kräuterbutter.

Die Pur­pur­ro­te Taub­nes­sel mag zier­lich wir­ken, doch in ihrer Beschei­den­heit steckt eine Fül­le an Mög­lich­kei­ten für Küche und Gesund­heit. Sie ist eine der Pflan­zen, die direkt vor unse­rer Haus­tür wach­sen und uns dar­an erin­nern, dass die Natur für uns sorgt, wenn wir nur genau­er hinschauen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Pur­pur­ro­te Taub­nes­sel (Lami­um pur­pu­re­um) ist ein Lip­pen­blüt­ler, der fast das gan­ze Jahr in Gär­ten und an Weg­rän­dern wächst.
  • Sie brennt nicht, daher der Name „taub“, und ist eine der ers­ten Bie­nen­wei­den im Jahr.
  • Jun­ge Trieb­spit­zen, Blät­ter und Blü­ten sind ess­bar und schme­cken mild und leicht pilzig.
  • Tra­di­tio­nell wur­de sie als Tee bei Hus­ten und gereiz­ten Atem­we­gen verwendet.
  • Erken­nungs­zei­chen: vier­kan­ti­ger Stän­gel, herz­för­mi­ge Blät­ter, die oben pur­pur über­lau­fen sind.
Teppich aus Purpurroter Taubnessel mit rötlichen Blättern und kleinen purpurnen Blüten
Pur­pur­ro­te Taub­nes­sel bil­det oft gan­ze Teppiche

Die Purpurrote Taubnessel: Lamium purpureum

Die Taub­nes­sel gehört zu den Lip­pen­blüt­lern, nicht zu den Brenn­nes­seln. Ihre Blät­ter sehen den Brenn­nes­sel­blät­tern ein wenig ähn­lich, aber sie brennt nicht. Sie ist sozu­sa­gen „taub“, daher ihr Name. Im zei­ti­gen Früh­jahr ist sie für Hum­meln und Bie­nen eine der ers­ten Nahrungsquellen.

Wo wächst die Purpurrote Taubnessel?

Sie fühlt sich fast über­all wohl und ist eine wah­re Meis­te­rin der Anpas­sung. Du fin­dest sie in Gär­ten und Gemü­se­bee­ten, an Weg­rän­dern, auf Äckern und sogar auf Schutt­plät­zen. Oft blüht sie schon im Febru­ar und mit Pau­sen bis in den Herbst.

So erkennst Du die Purpurrote Taubnessel

Mit 15 bis 45 cm Höhe gehört sie zu den klei­ne­ren Wild­pflan­zen, zieht aber mit den pur­pur über­lau­fe­nen Blät­tern am obe­ren Stän­gel­en­de die Bli­cke auf sich. Ihr Stän­gel ist deut­lich vier­kan­tig, wie bei allen Lip­pen­blüt­lern. Die gegen­stän­di­gen Blät­ter sind eiför­mig bis herz­för­mig und gekerbt. Die klei­nen pur­pur­ro­ten Lip­pen­blü­ten sit­zen in Quir­len zwi­schen den obe­ren Blättern.

Purpurrote Taubnessel mit purpur überlaufenen, herzförmigen Blättern
Typisch: die obe­ren Blät­ter sind pur­pur überlaufen

Ihre Ver­wand­ten, die Wei­ße Taub­nes­sel und die Gefleck­te Taub­nes­sel, sind eben­falls ess­bar. Die Wei­ße Taub­nes­sel hat grö­ße­re, creme­wei­ße Blü­ten und wird gern für Tee verwendet.

Weiße Lippenblüten der Weißen Taubnessel
Ihre Schwes­ter, die Wei­ße Taub­nes­sel, ist eben­falls essbar

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Inhaltsstoffe

In der Pur­pur­ro­ten Taub­nes­sel ste­cken Iri­do­id­gly­ko­si­de wie Aucu­bin, die als ent­zün­dungs­hem­mend gel­ten, dazu Gerb­stof­fe und Schleim­stof­fe, Fla­vo­no­ide, Kali­um, Kie­sel­säu­re sowie Vit­amin C und B‑Vitamine.

Taubnessel in der Volksheilkunde

Die Volks­heil­kun­de schätzt die Taub­nes­sel seit Jahr­hun­der­ten. Man schrieb ihr eine aus­wurf­för­dern­de und ent­zün­dungs­hem­men­de Wir­kung zu und ver­wen­de­te sie bei Erkäl­tun­gen. Ein Tee aus Blät­tern und Blü­ten wur­de tra­di­tio­nell bei Reiz­hus­ten und gereiz­ten Atem­we­gen getrun­ken. Wis­sen­schaft­lich unter­sucht ist das kaum, als mil­des Haus­mit­tel ist sie aber ein schö­ner Begleiter.

Taubnessel in der wilden Küche

Die Pur­pur­ro­te Taub­nes­sel schmeckt mild, leicht wür­zig und erin­nert man­che an Pil­ze. Die jun­gen Trieb­spit­zen und Blät­ter pas­sen in grü­ne Smoothies, Sala­te, Kräu­ter­quark oder Pes­to oder kurz gedüns­tet wie Spi­nat. Die Blü­ten sind ein hüb­scher Hin­gu­cker in Kräu­ter­but­ter oder als Deko­ra­ti­on auf Sala­ten. Ein schö­nes Rezept, in dem sie mit­spie­len kann, ist mein Wild­kräu­ter­saft sel­ber machen: mein Früh­lings-Frisch-Pflan­zen-Saft.

Die Pur­pur­ro­te Taub­nes­sel ist ein klei­nes Wun­der­werk: robust, heil­sam und vol­ler Geschmack. Sie zeigt mir, dass vie­le Schät­ze direkt vor unse­ren Augen lie­gen, oft unbe­ach­tet, aber wert­voll. Viel­leicht gehst Du beim nächs­ten Spa­zier­gang ein­mal hin­aus, ent­deckst sie und pro­bierst sie aus.

Häufige Fragen zur Purpurroten Taubnessel

Ist die Purpurrote Taubnessel essbar?

Ja, jun­ge Trie­be, Blät­ter und Blü­ten sind ess­bar und schme­cken mild.

Brennt die Taubnessel?

Nein. Sie sieht der Brenn­nes­sel ähn­lich, hat aber kei­ne Brenn­haa­re, daher der Name.

Wann blüht die Purpurrote Taubnessel?

Oft schon ab Febru­ar und mit Pau­sen bis in den Herbst.

Wofür wird Taubnesseltee verwendet?

Tra­di­tio­nell bei Hus­ten und gereiz­ten Atemwegen.

Womit kann ich sie verwechseln?

Mit ande­ren Taub­nes­seln, die eben­falls ess­bar sind, oder mit jun­gen Brenn­nes­seln, die aber brennen.

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Ich bin Hei­ke Engel, Heil­prak­ti­ke­rin, Qigon­g­leh­re­rin, Fach­be­ra­te­rin für Selbst­ver­sor­gung mit ess­ba­ren Wild­pflan­zen und Pilz­coach. Hier auf Strah­le­Mensch tei­le ich mein Wis­sen über Wild­pflan­zen, Pil­ze, Natur­heil­kun­de und Qigong und beglei­te Men­schen in Kur­sen und Online-Ange­bo­ten zurück zur Natur und ein Stück näher zu sich selbst.

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Heike Engel von StrahleMensch

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