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Der Giersch – Unkraut oder Superfood

mit dem Giersch möchte ich Euch heute eine wundervolle Pflanze mit wertvollen Inhaltsstoffen vorstellen, welche gerade an jeder Ecke aus dem Boden wächst.
Neun-Kräuter-Suppe Giersch (c) Heike Engel

mit dem Giersch möch­te ich Euch heu­te eine wun­der­vol­le Pflan­ze mit wert­vol­len Inhalts­stof­fen vor­stel­len, wel­che gera­de an jeder Ecke aus dem Boden wächst.

Er gehört zu den Dol­den­blüt­lern und wächst ger­ne an feuch­te­ren, dunk­le­ren Ecken, ist aber über­haupt nicht anspruchs­voll. Um nicht zu sagen er wächst fast über­all. Des­halb ist er auch oft ein Graus für jeden Gärtner.

In die­sem Arti­kel möch­te ich Euch von ihm und von sei­nen tol­len Inhalts­stof­fen und auch von sei­ner Ver­wen­dung und lecke­ren Rezep­ten erzäh­len. Viel­leicht bekommt ihr dann eine ganz ande­re Ein­stel­lung zu ihm und es geht Euch wie mir. Mir wächst mitt­ler­wei­le schon zu wenig Giersch in mei­nem Gar­ten und wan­de­re des­halb ger­ne in den Wald um mehr vom Giersch zu holen für den täg­li­chen Speiseplan.

Volksheilkunde/ Wildgemüse:

Frü­her war der Giersch in der Volks­heil­kun­de sehr geschätzt um Gicht und Rheu­ma zu behan­deln. Er ist jedoch auch wun­der­voll als Wild­ge­mü­se ess­bar Er ist ein Vit­amin- und Mine­ra­li­en­wun­der. In dem Kraut ist 15mal so viel Vit­amin C ent­hal­ten wie Kopf­sa­lat!  Das allein ist ein guter Grund, ihn öfters mal für den Salat zu ern­ten. Außer­dem ent­hal­ten die Blät­ter gro­ße Men­gen Vit­amin A und vie­le Mine­ral­stof­fe, dar­un­ter Eisen, Magne­si­um und Kal­zi­um.  Dank die­ser Men­ge an Vital­stof­fen gilt er zu Recht als ein regio­na­les Superfood.

Die Sen­so­rik­ab­tei­lung am Insti­tut für Lebens­mit­tel­tech­no­lo­gie hat meh­re­re Ver­su­che zur Ver­wen­dung von ver­schie­de­nen Wild­kräu­tern in der häus­li­chen Ver­ar­bei­tung durch­ge­führt und auf der Basis der Ergeb­nis­se zahl­rei­che Rezep­tu­ren erstellt. Ich möch­te Euch dar­aus eine Gra­fik vor­stel­len, aus der man sehr gut erken­nen kann, dass der Vit C Gehalt von Giersch sich weit über dem von Kopf­sa­lat befin­det, und nur von der Bren­nes­sel getoppt wird.

Quel­le: Ver­öf­fent­licht von Frau Rosi­na Wes­ter­mei­er, Insti­tut für Lebens­mit­tel­tech­no­lo­gie, Hoch­schu­le Wei­hen­ste­phan-Tri­es­dorf, Freising

Doch wie sieht der Giersch aus/ Wie erkennt ihr ihn?

Sei­ne Blät­ter sind drei­ge­teilt und der Blatt­stiel ist drei­kan­tig. Ganz typisch ist der drei­ecki­ge Sten­gel, wenn man ihn abzwickt. Wenn du bei der Bestim­mung des Krau­tes unsi­cher bist, lass es Dir ein­mal von jemand zei­gen, der ihn genau kennt, dann wirst Du ihn immer wie­der gut selbst erken­nen. Es ist wirk­lich ein Kraut, wenn man ihn erst  ein­mal ken­nen­ge­lernt hat, wel­chen man gut erken­nen kann.

Ihr könnt das gan­ze ober­ir­di­sche Kraut ver­wen­den. Dabei soll­tet ihr nur die jun­gen Trie­be ver­wen­den. Die älte­ren Trie­be sind meist fas­rig, hart und schme­cken auch nicht mehr so gut. Wer­den auch beim Kochen nicht weich. Also wenn nichts Jun­ges mehr wächst, ein­fach die alten Trie­be abschei­den und schon bald habt ihr wie­der fri­sches Gemü­se frei Haus.

Was könnt ihr nun mit dem Giersch machen?

Ich mag ihn sehr in einem Smoot­hies oder ein­fach ein paar zusätz­li­che Blät­ter im Salat um ihn ken­nen­zu­ler­nen. Wer mutig ist, kann sie dem Spi­nat zuge­ben oder ganz dar­aus einen „Spi­nat zube­rei­ten“. Toll ist es auch in Sup­pen oder Ein­töp­fen oder auch als Pes­to (gemein­sam mit Knob­lauchs­rau­ke und Gun­der­mann). Und in der Grün­don­ners­tags­sup­pe (9‑Kräutersuppe) darf er natür­lich über­haupt nicht feh­len. Denn der Giersch kün­digt den Früh­ling an. Wenn sich die ers­ten Gierschtep­pi­che zei­gen ist der Früh­ling meist nicht mehr weit. Er sorgt dafür unse­ren Stoff­wech­sel zu bele­ben und uns frisch zu machen für das neue Jahr. Die klei­nen wei­ßen Blü­ten könnt ihr wun­der­bar als Deko­ra­ti­on ver­wen­den. Die Samen könnt ihr frisch oder getrock­net als Gewürz verwenden.

Giersch mit Huflattich
Weitere Anwendungsmöglichkeiten:

Man kann den Giersch:

  • Zer­rei­ben und auf die Haut geben (zb. Bei Insek­ten­sti­chen und Sonnenbrand)
  • Als Tee zube­rei­ten (Kraut über­brü­hen und ca. 10 Minu­ten zie­hen lassen

Ich fin­de es aber auch immer schön, sich die Eigen­schaf­ten einer Pflan­ze noch genau­er anzu­se­hen. Giersch ist lebens­freu­dig, kommt schon im Früh­jahr als einer der ers­ten aus der Erde, ist neu­gie­rig, lässt sich nicht so schnell ver­trei­ben und auch nicht unter­krie­gen – ist abso­lut lebens­be­ja­hend. Dies sind so wun­der­vol­le Eigen­schaft, die den Men­schen mit den Erkran­kun­gen, denen er Hei­lung (der gesam­te rheu­ma­ti­sche Bereich) ver­schafft meist feh­len. Nut­zen wir die posi­ti­ven Eigen­schaf­ten die­ser wun­der­vol­len Pflan­ze wel­che sich uns so frei­gie­big zur Ver­fü­gung stellt.

Ich habe Euch dazu auch drei leckere Rezepte mitgebracht:

Pes­to:

Grund­re­zept Zutaten:

3 Hand­voll Giersch

200 ml Olivenöl

1 Zwie­bel

Ghee

Salz Pfef­fer

Varia­tio­nen:

Ihr könnt eine 1 Hand­voll Kräu­ter gemischt zuge­ben (Rin­gel­blü­ten, Knob­lauchs­rau­ke, Gundermann)

Ihr könnt Nüs­se zuge­ben (z.b. Fein gemah­len Wahl­nüs­se, oder gerös­te­te Sesamsamen)

Ihr könnt 1 Knob­lauch­ze­he (auch anstatt Zwie­bel falls ihr die nicht mögt) zugeben

Je öfters ihr es macht, des­to mehr Spass macht es Euch zu variieren.

Zube­rei­tung:

Giersch und Kräu­ter waschen und tro­cken schütteln

Zwie­bel klein­schnei­den und in einer Pfan­ne mit etwas Ghee kurz anbraten

Sesam in einer Pfan­ne ohne Öl anrösten

Sesam, Zwie­bel, Salz und Oli­ven­öl zum Giersch geben

Mixen – Abschme­cken – Fertig

Das Pes­to hält im Kühl­schrank meh­re­re Wochen, wenn Du eine Schicht Oli­ven­öl oben drauf gibst.

Gemü­se­sup­pe mit Giersch – so bekommt man den Giersch auch an Kinder!

Zuta­ten:

500 g Kartoffeln

Lauch (auch Sel­le­rie passt sehr gut)

2 Hand­voll Giersch

500 ml Wasser

Ghee (zum anbraten)

Salz Pfef­fer, Gemüsebrühe

Kar­tof­feln schä­len und kleinschneiden/ Lauch kleinschneiden

Bei­des in einen Topf geben und mit Ghee kurz anbraten

Wäh­ren des­sen Was­ser im Was­ser­ko­cher aufkochen

Das Gemü­se ablöschen

Sup­pen­wür­fel oder selbst­ge­mach­te Brü­he zugeben

Giersch klein­schnei­den und eben­falls zugeben

10 Min köcheln las­sen bis Kar­tof­feln weich sind.

Mit Salz und Pfef­fer abschmecken.

Wenn der Giersch oder das Gemü­se „ver­steckt“ wer­den muss die Sup­pe ein­fach pürie­ren und servieren

So – ich hof­fe ich konn­te Euch mit mei­ner Begeis­te­rung für die­se wun­der­vol­le Pflan­ze anste­cken, wel­che uns gera­de an allen Ecken begegnet.

Falls es Euch gefällt, oder Ihr etwas aus­pro­biert, freue ich mich über einen Kom­men­tar oder ein Like von Euch!

Alles Gute

Eure Hei­ke

4 Antworten

  1. Ich ver­wen­de den Giersch am Liebs­ten in einer Limo­na­de. Ich habe ihn mir im Vor­gar­ten ein­ge­schleppt, da nut­ze ich ihn nicht unbe­dingt. Die Nach­barn öff­nen mir aber jeder­zeit Hof und Gar­ten für die Ernte.
    Schö­nes Wochen­en­de wünscht Birgit

    1. Hal­lo lie­be Bir­git, Limo­na­de ist was sehr Lecke­res. Das mach ich auch sehr, oder ein­fach nur in Was­ser ein­le­gen ohne Zucker oder mit etwas Honig ist ein­fach geni­al – lie­be Grüße
      Heike

  2. Lie­be Heike,

    Ich habe die­ses Jahr, für mich etwas ganz neu­es entdeckt: 

    Gierschdol­den in der Pfan­ne gebacken. 

    Ein­fach die Dol­de mit dem Kopf nach unten in der Pfan­ne in Öl hell­braun aus­ba­cken. Abtrop­fen las­sen und nach belie­ben auf etwas Kräu­ter Salz set­zen und ser­vie­ren. Man kann sie dann am Stiel grei­fen und ein­fach ab knus­pern. So wie gebra­te­ne Salbeiblättern!
    Ich fand: extrem lecker!
    Oder man streift die knusp­ri­gen Blü­ten ab und streut sie als Top­ping über Salat etc.
    Oder als “Brö­sel­but­ter”
    Oder trocknen.… 

    Wie­viel Blü­ten darf man eigent­lich verspeisen? 

    Lei­der kann ich kein Pho­to anhängen!

    Lie­be Grüße

    Doris

    1. Hal­lo lie­be Doris,

      das ist ja eine genia­le Idee und wer­de ich auch gleich aus­pro­bie­ren und über den nächs­ten Salat geben.
      Vie­len Dank 

      Lie­be Grü­ße Heike

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