Rekonstruktion des Baumsarges des Egtved-Mädchens aus der Bronzezeit im Museum

Das Egtved-Mädchen – Reise in die Bronzezeit

Nach mei­nem Besuch in Jel­ling führ­te mich mein Weg wei­ter Rich­tung Süden. Mein eigent­li­ches Tages­ziel war ein Sand­dorn­hof, den ich mir schon her­aus­ge­sucht hat­te. Doch bevor ich dort ankam, woll­te ich noch ein­mal wesent­lich wei­ter zurück in die Geschich­te Dänemarks.

In Jel­ling war ich gera­de noch den Spu­ren von Gorm dem Alten und Harald Blau­zahn gefolgt und damit mit­ten im 10. Jahr­hun­dert gewe­sen. In Egt­ved soll­te es noch ein­mal mehr als 2.000 Jah­re wei­ter zurück­ge­hen – in die Bronzezeit.

Hier wur­de 1921 einer der außer­ge­wöhn­lichs­ten bron­ze­zeit­li­chen Fun­de Däne­marks ent­deckt: das Egt­ved-Mäd­chen, eine etwa 16 bis 18 Jah­re alte jun­ge Frau, die im Som­mer 1370 v. Chr. in einem Eichen­stamm unter einem Grab­hü­gel bestat­tet wor­den war.

Wobei „Mäd­chen“ eigent­lich ein wenig irre­füh­rend ist. Sie war etwa 16 bis 18 Jah­re alt, doch nach dama­li­gem Ver­ständ­nis kei­ne Jugend­li­che mehr, wie wir das heu­te sehen wür­den. Sie war etwa 16 bis 18 Jah­re alt – eine jun­ge Frau, über deren Leben wir trotz des außer­ge­wöhn­li­chen Fun­des erstaun­lich wenig sicher wis­sen. Vor rund 3.400 Jah­ren wur­de sie hier in einem Eichen­sarg unter einem mäch­ti­gen Grab­hü­gel bestattet.

Die Welt des Egtved-Mädchens

Schon beim Ankom­men merk­te ich, dass es hier nicht nur dar­um geht, einen alten Grab­hü­gel anzu­schau­en. Rund um den Fund­ort ist mit „Egt­ved­pi­gens Ver­den“ – der Welt des Egt­ved-Mäd­chens – eine gan­ze Aus­stel­lung ent­stan­den, die sich über das Gelän­de verteilt.

Die neue Anla­ge in Egt­ved wur­de genau dafür geschaf­fen. Sie beschäf­tigt sich nicht nur mit der jun­gen Frau selbst, son­dern auch mit dem Leben in der Bron­ze­zeit, mit Reli­gi­on und Mytho­lo­gie, mit wei­ten Ver­bin­dun­gen zu ande­ren Regio­nen und mit dem rät­sel­haf­ten Kind, des­sen Über­res­te mit ihr bestat­tet wur­den. Der Besuch ist kos­ten­los und das Außen­ge­län­de jeder­zeit zugänglich.

Wie sah Dänemark vor 3.400 Jahren aus?

Bevor ich mich näher mit dem Egt­ved-Mäd­chen beschäf­tig­te, bekam ich zunächst ein Bild von der Welt, in der sie gelebt hatte.

Däne­mark sah damals ganz anders aus als heu­te. Seit der Jung­stein­zeit waren gro­ße Flä­chen gero­det wor­den. Beson­ders im Wes­ten brei­te­te sich Hei­de aus, offe­ne Flä­chen wur­den als Wei­de­land genutzt. Die Men­schen leb­ten als Bau­ern in ver­streut lie­gen­den Höfen und Lang­häu­sern aus Holz, Lehm und Flecht­werk. Im Haus brann­te offe­nes Feu­er, geschla­fen wur­de auf Stroh und Fellen.

Rekonstruktion eines bronzezeitlichen Hauses aus Holz am Egtved-Mädchen-Museum in Dänemark
Die Rekon­struk­ti­on eines bron­ze­zeit­li­chen Hau­ses ver­mit­telt einen Ein­druck davon, wie Gebäu­de zur Zeit des Egt­ved-Mäd­chens vor mehr als 3.000 Jah­ren errich­tet wurden.

Scha­fe, Zie­gen, Rin­der und Pfer­de gehör­ten zum Leben. Gera­de das Pferd besaß dar­über hin­aus eine beson­de­re sym­bo­li­sche Bedeu­tung. In den reli­giö­sen Vor­stel­lun­gen der nor­di­schen Bron­ze­zeit spiel­te die Son­ne eine zen­tra­le Rol­le. Pfer­de, Schif­fe, Fische und Schlan­gen wur­den mit ihrer täg­li­chen Rei­se über den Him­mel und durch die Nacht verbunden.

Und über­all in die­ser Land­schaft lagen Grabhügel.

Allein rund um Egt­ved soll es einst mehr als 50 gege­ben haben. In ganz Däne­mark sind etwa 87.000 vor­ge­schicht­li­che Grab­hü­gel bekannt, unge­fähr die Hälf­te davon stammt aus der Bronzezeit.

Einer die­ser Hügel war Storehøj. Und dort ruh­te die jun­ge Frau mehr als drei Jahr­tau­sen­de lang.

Ein Bauer stößt auf einen mächtigen Eichenstamm

Ihre Ent­de­ckung begann nicht mit einer archäo­lo­gi­schen Ausgrabung.

Der Land­wirt Peder Platz woll­te einen gro­ßen Grab­hü­gel auf sei­nem Feld abtra­gen. Am 24. Febru­ar 1921 stie­ßen sei­ne Arbei­ter dabei auf einen mäch­ti­gen Eichenstamm.

Platz und sein Nach­bar P. J. Peder­sen erkann­ten offen­bar, dass sie hier etwas Beson­de­res vor sich hat­ten, und benach­rich­tig­ten das Natio­nal­mu­se­um in Kopenhagen.

Der Archäo­lo­ge Tho­mas Thom­sen mach­te sich auf den Weg nach Jüt­land. Am 5. März wur­de der Fund erneut frei­ge­legt und der Deckel des aus­ge­höhl­ten Eichen­stam­mes vor­sich­tig angehoben.

Was dar­un­ter zum Vor­schein kam, war außer­ge­wöhn­lich. Der Inhalt des Gra­bes lag noch weit­ge­hend so, wie er bei der Bestat­tung nie­der­ge­legt wor­den war. Des­halb traf man eine klu­ge Ent­schei­dung: Man nahm nicht vor Ort alles aus­ein­an­der. Der kom­plet­te Eichen­sarg wur­de nach Kopen­ha­gen trans­por­tiert und erst dort unter kon­trol­lier­ten Bedin­gun­gen untersucht.

Dass heu­te noch so viel über das Egt­ved-Mäd­chen bekannt ist, haben wir auch die­ser vor­sich­ti­gen Ber­gung zu verdanken.

Historische Aufnahme von Peder Platz und weiteren Männern am Fundort des Egtved-Mädchens im Jahr 1921
Peder Platz ent­deck­te 1921 beim Abtra­gen des Grab­hü­gels den Eichen­sarg des Egt­ved-Mäd­chens. Die his­to­ri­sche Auf­nah­me zeigt ihn mit wei­te­ren Män­nern am Fundort.

Ein Grab, das sich selbst konservierte

Beson­ders span­nend fand ich die Erklä­rung, war­um aus­ge­rech­net die­ser Fund so außer­ge­wöhn­lich gut erhal­ten geblie­ben ist.

Der Grab­hü­gel bestand aus Erde und Gras­so­den. Im Lau­fe der Zeit ent­stand dar­in durch natür­lich vor­kom­men­des Eisen eine nahe­zu undurch­läs­si­ge Schicht. Die­se Eisen­krus­te hielt Feuch­tig­keit im Inne­ren des Hügels und schuf Bedin­gun­gen, unter denen selbst orga­ni­sche Mate­ria­li­en über Jahr­tau­sen­de erhal­ten blei­ben konnten.

Des­halb über­stan­den Din­ge die Zeit, die nor­ma­ler­wei­se längst ver­schwun­den wären: Holz, Wol­le, Haa­re und ande­re orga­ni­sche Materialien.

Der Sarg selbst bestand aus einem aus­ge­höhl­ten Eichen­stamm. Eine Hälf­te bil­de­te den Sarg, die ande­re den Deckel. Die jun­ge Frau war auf eine Rin­der­haut gebet­tet und anschlie­ßend mit Woll­stoff bedeckt worden.

Und sogar das Holz ver­riet den For­schern noch etwas.

Ein Baum verrät das Jahr ihrer Bestattung

Die Jah­res­rin­ge der Eiche konn­ten den­dro­chro­no­lo­gisch unter­sucht wer­den. Weil Bäu­me je nach Wachs­tums­be­din­gun­gen unter­schied­lich brei­te Jah­res­rin­ge bil­den, ent­steht eine cha­rak­te­ris­ti­sche Abfol­ge – fast wie ein Strich­code der Vergangenheit.

Damit ließ sich die Eiche erstaun­lich genau datie­ren. Sie wur­de im Jahr 1370 vor Chris­tus gefällt.

Das bedeu­tet: Wir spre­chen bei die­ser jun­gen Frau nicht ein­fach nur vage von „irgend­wann in der Bron­ze­zeit“. Wir kön­nen ihre Bestat­tung einem kon­kre­ten Jahr vor mehr als 3.000 Jah­ren zuord­nen. Das Natio­nal­mu­se­um datiert sie auf einen Som­mer­tag des Jah­res 1370 v. Chr.

Und woher wis­sen wir sogar, dass es Som­mer war? Aus­ge­rech­net eine Pflan­ze gibt dar­auf einen Hinweis.

Eine Schafgarbe aus dem Jahr 1370 vor Christus

An die­sem Punkt blieb ich natür­lich ein biss­chen län­ger hängen.

Am Rand des Eichen­sar­ges lag eine blü­hen­de Schaf­gar­be (Achil­lea mil­le­fo­li­um). Sie war dort nie­der­ge­legt wor­den, bevor der Deckel geschlos­sen wurde.

Eine Schaf­gar­be.

Eine Pflan­ze, die heu­te auf Wie­sen und an Weg­rän­dern wächst und die mich selbst schon so lan­ge beglei­tet. Und hier lag eine ihrer Blü­ten bei einer jun­gen Frau, die vor rund 3.400 Jah­ren bestat­tet wor­den war.

Die Archäo­lo­gie kann dar­aus zumin­dest etwas ganz Kon­kre­tes ablei­ten: Weil die Schaf­gar­be blüh­te, muss die Bestat­tung wäh­rend der Blü­te­zeit im Som­mer statt­ge­fun­den haben. (Quel­le: Natio­nal­mu­se­um Däne­mark – The Egt­ved Girl’s grave)

Was wir dage­gen nicht wis­sen, ist, war­um die Schaf­gar­be in den Sarg gelegt wurde.

War sie bewusst als Grab­bei­ga­be aus­ge­wählt wor­den? Hat­te sie eine sym­bo­li­sche Bedeu­tung? Spiel­te ihr dama­li­ger Gebrauch als Pflan­ze eine Rol­le? Oder gab es einen ganz ande­ren Grund? Das weiss man alles nicht. 

Rekonstruierter Querschnitt eines bronzezeitlichen Grabhügels mit hölzerner Grabkammer beim Egtved-Mädchen
Ein rekon­stru­ier­ter Quer­schnitt macht sicht­bar, wie ein bron­ze­zeit­li­cher Grab­hü­gel auf­ge­baut war und wie die höl­zer­ne Grab­kam­mer im Inne­ren des Hügels lag.

Von dem Mädchen selbst blieb erstaunlich wenig

Wenn man von dem außer­ge­wöhn­lich gut erhal­te­nen Egt­ved-Mäd­chen hört, könn­te man zunächst mei­nen, ihr Kör­per sei ähn­lich wie bei einer Moor­lei­che erhal­ten geblieben.

Das ist jedoch nicht der Fall.

Vom Kör­per selbst blie­ben nur Haa­re, Zäh­ne, Nägel, etwas Haut und wei­te­re weni­ge Gewe­be­res­te erhal­ten. Anhand ihrer Zäh­ne konn­te ihr Alter auf unge­fähr 16 bis 18 Jah­re bestimmt werden.

Umso erstaun­li­cher ist, wie viel wir trotz­dem über sie erfah­ren kön­nen. Und dabei spielt ihre Klei­dung eine ganz beson­de­re Rolle.

Ein Schnurrock, der 3.400 Jahre überdauerte

Ihre Tracht gehört zu den am bes­ten erhal­te­nen Klei­dungs­en­sem­bles der Bron­ze­zeit überhaupt.

Sie trug eine kur­ze Blu­se aus brau­ner geweb­ter Wol­le und einen etwa knie­lan­gen Schnur­rock. Der Rock bestand nicht aus einer geschlos­se­nen Stoff­bahn, son­dern aus ein­zel­nen gedreh­ten Woll­schnü­ren. Er wur­de zwei­mal um die Tail­le gelegt und ruh­te auf den Hüften.

Auf dem Bauch saß eine gro­ße run­de Gür­tel­plat­te aus Bron­ze, reich mit Spi­ra­len verziert.

Die­se Spi­ra­len wer­den mit der Son­ne in Ver­bin­dung gebracht – jenem Him­mels­kör­per, der in der Vor­stel­lungs­welt der nor­di­schen Bron­ze­zeit eine zen­tra­le Rol­le spielte.

Schnur­rö­cke ken­nen Archäo­lo­gen auch von klei­nen bron­ze­zeit­li­chen Frau­en­fi­gu­ren. Eini­ge die­ser Dar­stel­lun­gen wer­den mit ritu­el­len Hand­lun­gen und Tän­zen in Ver­bin­dung gebracht. Des­halb wird dis­ku­tiert, ob sol­che Röcke mög­li­cher­wei­se auch ritu­el­le Klei­dung waren.

Ob das Egt­ved-Mäd­chen selbst eine beson­de­re reli­giö­se Rol­le hat­te, weiss man nicht.

Rekonstruierte Kleidung des Egtved-Mädchens mit Schnurrock und warmer Wolltracht aus der Bronzezeit
Rekon­struk­tio­nen der Klei­dung des Egt­ved-Mäd­chens: links der berühm­te Schnur­rock mit kur­zer Woll­blu­se, rechts eine wär­men­de Woll­tracht, wie sie in der Bron­ze­zeit getra­gen wor­den sein könnte.

Und dann war da noch ihre Wintertracht

In der Aus­stel­lung konn­te ich noch etwas sehen, von dem ich vor­her kaum etwas wusste.

Über der jun­gen Frau lag ein gewal­ti­ges Stück geweb­ter Wol­le. Es misst etwa 192 × 259 Zen­ti­me­ter und gehört zu den größ­ten erhal­te­nen Tex­ti­li­en der Bron­ze­zeit. Für sei­ne Her­stel­lung wur­den unge­fähr 3,7 Kilo­me­ter Garn benötigt.

Ursprüng­lich war die­ser Stoff offen­bar zu einem röh­ren­för­mi­gen Klei­dungs­stück zusam­men­ge­näht gewe­sen. Denk­bar ist, dass er auf ver­schie­de­ne Arten getra­gen wer­den konn­te – bei­spiels­wei­se als eine Art Peplos oder Rock.

Viel­leicht war es ihre war­me Win­ter­klei­dung. Viel­leicht dien­te der Stoff aber auch als Decke. Sicher weiß man es bis heu­te nicht.

Was mich dar­an min­des­tens eben­so beein­druck­te, war der Auf­wand. Wol­le muss­te gewon­nen, auf­be­rei­tet, gespon­nen und schließ­lich gewebt wer­den. Ein sol­ches Stück ent­stand nicht mal eben neben­her. Tex­til­her­stel­lung war in der Bron­ze­zeit ein spe­zia­li­sier­tes und zeit­in­ten­si­ves Handwerk.

Kamm, Haarnetz, Schmuck – plötzlich wird aus dem Fund ein Mensch

Je län­ger ich mich mit den ein­zel­nen Gegen­stän­den beschäf­tig­te, des­to mehr ent­stand das Bild einer wirk­li­chen jun­gen Frau.

Da war ein Kamm aus Horn, der an ihrem Gür­tel befes­tigt war.

Ein klei­nes Haar­netz, her­ge­stellt aus Haa­ren eines Pfer­de­schweifs und mit gedreh­ten Woll­schnü­ren zusammengehalten.

Eine rund 130 Zen­ti­me­ter lan­ge, drei­fach gedreh­te Haar­schnur aus dunk­ler Wol­le, in der sogar ein­zel­ne hel­le Kopf­haa­re gefun­den wurden.

Ein klei­ner bron­ze­ner Ohrring.

Eine bron­ze­ne Ahle mit Holz­schaft, ein damals gebräuch­li­ches Werk­zeug zur Bear­bei­tung von Holz, Leder, Kno­chen und Rinde.

An ihren Armen trug sie zwei unter­schied­li­che Schmuck­stü­cke aus Bron­ze. Und gera­de die­ser Unter­schied ist inter­es­sant: Einer der Typen war im nor­di­schen Raum ver­brei­tet, der ande­re ist eher aus Mit­tel- und Süd­deutsch­land bekannt.

War er über Han­del nach Egt­ved gelangt?

Oder hat­te sie ihn selbst von einer Rei­se mitgebracht?

Damit öff­net sich eine der span­nends­ten Fra­gen ihrer Geschichte.

Quel­le und wei­te­re Infor­ma­tio­nen: Natio­nal­mu­se­um Däne­mark – Das Egtved-Mädchen

Rekonstruktion der Kleidung des Egtved-Mädchens mit bronzener Gürtelscheibe und Schmuck aus der Bronzezeit
Beson­ders auf­fäl­lig an der Klei­dung des Egt­ved-Mäd­chens ist die gro­ße ver­zier­te Gür­tel­schei­be aus Bron­ze, die sie zusam­men mit wei­te­rem Schmuck trug.

Woher kam das Egtved-Mädchen wirklich?

Lan­ge Zeit schien eine spek­ta­ku­lä­re Ant­wort gefun­den zu sein.

2015 unter­such­te ein inter­na­tio­na­les For­schungs­team Stron­ti­um­iso­to­pe in Zäh­nen, Haa­ren und Fin­ger­nä­geln des Egt­ved-Mäd­chens. Stron­ti­um gelangt über Boden, Was­ser und Nah­rung in den Kör­per. Weil sich die Iso­to­pen­ver­hält­nis­se regio­nal unter­schei­den, kön­nen sol­che Ana­ly­sen Hin­wei­se dar­auf geben, wo ein Mensch gelebt hat.

Die dama­li­gen Ergeb­nis­se wur­den so inter­pre­tiert, dass die jun­ge Frau nicht in der Gegend von Egt­ved auf­ge­wach­sen war. Die For­scher rekon­stru­ier­ten sogar grö­ße­re Rei­sen wäh­rend ihrer letz­ten Lebens­mo­na­te. Als mög­li­che Her­kunfts­re­gi­on wur­de unter ande­rem Süd­deutsch­land bezie­hungs­wei­se das Gebiet nörd­lich der Alpen diskutiert.

Die Vor­stel­lung war fas­zi­nie­rend: Eine jun­ge Frau legt vor 3.400 Jah­ren Hun­der­te Kilo­me­ter quer durch Euro­pa zurück.

Spä­te­re Unter­su­chun­gen zeig­ten, dass die natür­li­chen Stron­ti­um­wer­te in Däne­mark mög­li­cher­wei­se wesent­lich stär­ker schwan­ken, als bei der ursprüng­li­chen Inter­pre­ta­ti­on ange­nom­men wor­den war. Land­wirt­schaft­li­che Kal­kung kann heu­ti­ge Mess­wer­te zusätz­lich ver­än­dern. Damit wur­de die ein­deu­ti­ge Schluss­fol­ge­rung, sie müs­se aus Süd­deutsch­land stam­men, infra­ge gestellt.

Das Natio­nal­mu­se­um hält auf­grund wei­te­rer Unter­su­chun­gen wei­ter­hin eine Her­kunft außer­halb des heu­ti­gen Däne­marks für wahr­schein­lich und nennt Süd­deutsch­land bezie­hungs­wei­se einen grö­ße­ren Raum nörd­lich der Alpen als Mög­lich­keit. Gleich­zei­tig betont es aus­drück­lich, dass sich ihre Her­kunft nicht exakt bestim­men lässt und ande­re Regio­nen nicht aus­ge­schlos­sen wer­den können.

Man kann also ziem­lich sicher sagen: Das Egt­ved-Mäd­chen war Teil einer erstaun­lich ver­netz­ten bron­ze­zeit­li­chen Welt. Wo genau ihre per­sön­li­che Rei­se begann, weiss man dage­gen bis heu­te nicht.

Die Bronzezeit war keineswegs eine kleine abgeschlossene Welt

Damit ver­än­dert sich auch das Bild, das man viel­leicht zunächst von den Men­schen vor 3.400 Jah­ren hat.

Sie saßen kei­nes­wegs ihr gan­zes Leben auf dem­sel­ben Hof.

Es gab weit­rei­chen­de Han­dels- und Ver­kehrs­we­ge. Men­schen, Roh­stof­fe, Gegen­stän­de und Ideen beweg­ten sich über gro­ße Ent­fer­nun­gen. Bron­ze selbst ist dafür das bes­te Bei­spiel, denn die dafür benö­tig­ten Roh­stof­fe muss­ten über wei­te Stre­cken trans­por­tiert werden.

Auch die Aus­stel­lung in Egt­ved greift die­se „fer­nen Ver­bin­dun­gen“ aus­drück­lich auf. Ganz in der Nähe ver­lief mit dem spä­ter so genann­ten Hær­ve­jen, dem Och­sen- oder Heer­weg, eine wich­ti­ge Nord-Süd-Ver­bin­dung durch Jütland.

Was war in dem kleinen Rindeneimer?

Bei ihren Füßen stand noch ein Gegen­stand, ein Gefäß aus Rin­de. Dar­in befan­den sich Res­te eines Getränks. Die Aus­stel­lung beschreibt es als eine Art Bier aus Wei­zen, Prei­sel- oder Moos­bee­ren und Gagel, gesüßt mit Honig. (Quel­le: Natio­nal­mu­se­um Däne­mark – Das Getränk des Egtved-Mädchens)

Auch das ist für mich wie­der so ein klei­nes Fens­ter in die Ver­gan­gen­heit. Denn über sol­che Fun­de erfährt man plötz­lich nicht nur etwas über Grä­ber und Schmuck, son­dern über Geschmack, Pflan­zen, Ernäh­rung und viel­leicht sogar Fes­te und Rituale.

Das Rätsel des Kindes

Dann gibt es noch einen Fund, der wesent­lich schwe­rer ein­zu­ord­nen ist.

Im Sarg lagen die ver­brann­ten Kno­chen eines etwa fünf- bis sechs­jäh­ri­gen Kin­des, ein­ge­wi­ckelt in Woll­stoff. Eini­ge Kno­chen des­sel­ben Kin­des befan­den sich außer­dem in dem klei­nen Rin­den­käst­chen nahe dem Kopf der jun­gen Frau.

Das Natio­nal­mu­se­um hat die Mög­lich­keit eines Men­schen­op­fers dis­ku­tiert, weist dabei aber selbst auf den hypo­the­ti­schen Cha­rak­ter die­ser Deu­tung hin. Ver­gleich­ba­re unge­wöhn­li­che Mit­be­stat­tun­gen sind aus ande­ren bron­ze­zeit­li­chen Frau­en­grä­bern bekannt.

Die Aus­stel­lung, durch die ich ging, for­mu­liert vor­sich­ti­ger: Unter­su­chun­gen wei­sen dar­auf hin, dass das Egt­ved-Mäd­chen und das Kind am sel­ben Ort auf­ge­wach­sen sein könn­ten. Ob sie mit­ein­an­der ver­wandt waren, lässt sich jedoch nicht feststellen.

Zur For­schung über ihre Her­kunft: Die Stu­die von 2015 deu­te­te auf eine Her­kunft außer­halb Däne­marks hin. Spä­te­re Unter­su­chun­gen der loka­len Stron­ti­um­wer­te rund um Egt­ved stell­ten die­se ein­deu­ti­ge Zuord­nung jedoch infra­ge. (Quel­le: Stu­die von 2015 in Sci­en­ti­fic Reports / Neue­re Ein­ord­nung der Stron­ti­um­wer­te)

Eine junge Frau in einer Landschaft voller Grabhügel

Nach all den Infor­ma­tio­nen ging es für mich wie­der in die Natur. Denn der Grab­hü­gel ist kein nach­träg­lich aus­ge­wähl­ter Erin­ne­rungs­ort. Hier wur­de sie tat­säch­lich bestattet.

Heu­te ist der Hügel rekon­stru­iert. Der ursprüng­li­che Storehøj war im Lau­fe der Jahr­hun­der­te stark abge­tra­gen wor­den. Doch man steht noch immer an genau jenem Ort, an dem im Som­mer 1370 vor Chris­tus ein Eichen­sarg ver­schlos­sen und unter einem gewal­ti­gen Hügel aus Erde und Gras­so­den ver­bor­gen wurde.

Rund­her­um lagen damals wei­te­re Grab­hü­gel. Dazwi­schen Wei­de­land, Fel­der und ein­zel­ne Höfe mit ihren Langhäusern.

Die Men­schen bestell­ten ihre Fel­der, hiel­ten Rin­der, Scha­fe, Zie­gen und Pfer­de. Fami­li­en und Ver­wandt­schaft bestimm­ten das sozia­le Gefü­ge. Wohl­ha­ben­de Fami­li­en ver­füg­ten über Ein­fluss und weit­rei­chen­de Kontakte.

Und über allem stand die Sonne.

Grabhügel des Egtved-Mädchens mit Gedenkstein am Fundort in Dänemark
Der rekon­stru­ier­te Grab­hü­gel des Egt­ved-Mäd­chens am ursprüng­li­chen Fund­ort. Ein Gedenk­stein erin­nert dar­an, dass hier 1921 das bron­ze­zeit­li­che Grab ent­deckt wurde.

Die Reise der Sonne

Rund um den Grab­hü­gel greift die Aus­stel­lung die reli­giö­se Vor­stel­lungs­welt der Bron­ze­zeit auf.

Die Son­ne war weit mehr als ein Licht am Him­mel. Ihre täg­li­che Rei­se wur­de als Kreis­lauf ver­stan­den: Auf­gang im Osten, die Fahrt über den Him­mel, das Ver­schwin­den im Wes­ten und schließ­lich die Rück­kehr wäh­rend der Nacht, bevor am nächs­ten Mor­gen alles von Neu­em begann.

Schif­fe, Pfer­de, Schlan­gen und Fische beglei­te­ten oder trans­por­tier­ten die Son­ne in die­sen Vorstellungen.

Auch die Spi­ra­len auf der gro­ßen bron­ze­nen Gür­tel­plat­te des Egt­ved-Mäd­chens wer­den mit Son­ne, Frucht­bar­keit und dem zykli­schen Wer­den und Ver­ge­hen verbunden.

Ob sie selbst in die­sen reli­giö­sen Vor­stel­lun­gen eine beson­de­re Rol­le spiel­te, kön­nen wir nicht wissen.

Aber ihre auf­wen­di­ge Bestat­tung und ihre Grab­bei­ga­ben zei­gen, dass sie nicht ein­fach irgend­wo ver­scharrt wurde.

Man gab ihr Schmuck und per­sön­li­che Din­ge mit. Man leg­te sie sorg­fäl­tig auf eine Tier­haut. Man stell­te ein Getränk an ihre Füße. Man bedeck­te sie mit Wolle.

Und jemand leg­te eine blü­hen­de Schaf­gar­be an ihren Sarg.

Darstellungen des Sonnenlaufs in der Bronzezeit vom Sonnenaufgang über Mittag bis zur Nacht
Der Lauf der Son­ne spiel­te in der bron­ze­zeit­li­chen Vor­stel­lungs­welt eine wich­ti­ge Rol­le. Die Tafeln zei­gen den Weg der Son­ne durch Mor­gen, Mit­tag, Son­nen­un­ter­gang und Nacht.

Was nach 3.400 Jahren bleibt

Viel­leicht war es genau die­se Mischung, die mir an Egt­ved so gefal­len hat.

Da sind auf der einen Sei­te all die moder­nen Metho­den: Den­dro­chro­no­lo­gie, Iso­to­pen­ana­ly­sen, Unter­su­chun­gen von Tex­ti­li­en, Zäh­nen, Haa­ren und Pflanzenresten.

Wir kön­nen bestim­men, wann die Eiche gefällt wur­de. Wir kön­nen rekon­stru­ie­ren, wie ihre Klei­dung her­ge­stellt wur­de. Wir erken­nen Han­dels­ver­bin­dun­gen über gro­ße Ent­fer­nun­gen und kön­nen anhand einer ein­zi­gen Blü­te die Jah­res­zeit ihrer Bestat­tung bestimmen.

Und trotz­dem bleibt die­se jun­ge Frau in vie­lem ein Geheimnis.

Wir wis­sen nicht, wie sie hieß.

Wir wis­sen nicht, wor­an sie starb.

Wir wis­sen nicht sicher, wo sie gebo­ren wurde.

Wir wis­sen nicht, wer das Kind war.

Wir wis­sen nicht, wel­che Bedeu­tung die Schaf­gar­be für die­je­ni­gen hat­te, die sie in den Sarg legten.

Und wir wis­sen nicht, wel­che Träu­me eine 16- oder 18-jäh­ri­ge jun­ge Frau vor 3.400 Jah­ren für ihr Leben hatte.

Ich war an die­sem Tag von Jel­ling auf­ge­bro­chen, wo zwei Runen­stei­ne, mäch­ti­ge Grab­hü­gel und die Spu­ren Harald Blau­zahns von einer Zeit vor gut tau­send Jah­ren erzäh­len. Nur wenig spä­ter stand ich in Egt­ved und war noch ein­mal mehr als zwei Jahr­tau­sen­de wei­ter zurückgereist.

Und am Ende war es aus­ge­rech­net eine klei­ne Wild­pflan­ze, die die­se unvor­stell­bar lan­ge Zeit für mich ein wenig überbrückte.

Schaf­gar­be wächst noch immer an unse­ren Wegen und auf unse­ren Wiesen.

Die Welt um sie her­um hat sich voll­kom­men verändert.

Die Pflan­ze ist geblieben.

Und dann ging mei­ne Rei­se weiter.

Zum Sand­dorn.

Praktische Informationen: Egtvedpigens Verden

Egt­ved­pi­gens Ver­den befin­det sich in Egt­ved Holt 12, 6040 Egt­ved, Däne­mark. Der Ein­tritt ist kos­ten­los. Laut Vej­le­mu­se­er­ne ist das Gelän­de täg­lich rund um die Uhr geöff­net. Die heu­ti­ge Anla­ge ver­mit­telt die Geschich­te direkt am Fund- und Bestat­tungs­ort des Egt­ved-Mäd­chens und umfasst unter ande­rem die The­men jun­ge Frau, Mytho­lo­gie der Bron­ze­zeit, das Kind, fer­ne Ver­bin­dun­gen und das Leben in Egt­ved wäh­rend der Bron­ze­zeit. (Quel­le Besu­cher­infor­ma­tio­nen zu Egt­ved­pi­gens Verden)

Die Ori­gi­nal­fun­de, dar­un­ter die erhal­te­ne Klei­dung und der Eichen­sarg, befin­den sich dage­gen im Natio­nal­mu­se­um in Kopen­ha­gen. Was man in Egt­ved in den Vitri­nen sieht, sind – wie du auf dei­nen Fotos fest­ge­hal­ten hast – ori­gi­nal­ge­treue Nach­bil­dun­gen. (Quel­le: Natio­nal­mu­se­um Däne­mark – Egt­ved Mäd­chen und Originalfunde)

Wenn eine Pflanze Jahrtausende verbindet

Die Schaf­gar­be im Grab des Egt­ved-Mäd­chens ist nur ein win­zi­ges Detail in die­ser gro­ßen Geschich­te – und doch ist gera­de sie mir beson­ders im Gedächt­nis geblieben.

Viel­leicht auch des­halb, weil ich Pflan­zen heu­te ganz anders wahr­neh­me, seit ich begon­nen habe, mich inten­si­ver mit unse­ren Wild­pflan­zen zu beschäf­ti­gen. Eine Schaf­gar­be ist dann nicht mehr ein­fach irgend­ei­ne wei­ße Blu­me am Weges­rand. Ich erken­ne sie, ken­ne ihre Merk­ma­le, weiß, wann sie blüht und wie sie tra­di­tio­nell genutzt wurde.

Und manch­mal öff­net sich dar­über sogar ein klei­nes Fens­ter in eine längst ver­gan­ge­ne Zeit.

Wenn du selbst Lust hast, die Pflan­zen am Weges­rand nicht mehr nur als grü­nen Hin­ter­grund wahr­zu­neh­men, son­dern sie wirk­lich ken­nen­zu­ler­nen, dann beglei­te mich ger­ne in mei­nem Jah­res­kurs Mit den Wild­pflan­zen durchs Jahr“.

Dort ent­de­cken wir Monat für Monat gemein­sam die Wild­pflan­zen, die gera­de wach­sen. Du lernst, sie sicher zu erken­nen, erfährst, wie du sie sam­meln und ver­wen­den kannst, bekommst Rezep­te und Samm­el­im­pul­se – und vor allem einen ganz ande­ren Blick auf die Natur direkt vor dei­ner Haustür.

👉 Hier erfährst du mehr über „Mit den Wild­pflan­zen durchs Jahr

Eine Ein­la­dung, die Natur neu zu ent­de­cken, Wild­pflan­zen ken­nen­zu­ler­nen und gemein­sam durch die Jah­res­zei­ten zu gehen.


Häufige Fragen zum Egtved-Mädchen

Wer war das Egtved-Mädchen?

Das Egt­ved-Mäd­chen war eine etwa 16 bis 18 Jah­re alte jun­ge Frau aus der Bron­ze­zeit. Sie wur­de im Som­mer des Jah­res 1370 v. Chr. in einem Eichen­sarg unter einem Grab­hü­gel bei Egt­ved in Jüt­land bestat­tet. Ihr Grab gehört auf­grund der außer­ge­wöhn­lich gut erhal­te­nen Klei­dung und Grab­bei­ga­ben zu den bedeu­tends­ten bron­ze­zeit­li­chen Fun­den Dänemarks.

Wo wurde das Egtved-Mädchen gefunden?

Das Grab wur­de 1921 im Grab­hü­gel Storehøj bei Egt­ved ent­deckt. Heu­te befin­det sich dort Egt­ved­pi­gens Ver­den, eine frei zugäng­li­che Aus­stel­lung am ursprüng­li­chen Fund­ort. Die Ori­gi­nal­fun­de wer­den im Natio­nal­mu­se­um in Kopen­ha­gen aufbewahrt.

Woher kam das Egtved-Mädchen?

Das lässt sich bis heu­te nicht ein­deu­tig beant­wor­ten. Stron­ti­um­ana­ly­sen führ­ten zunächst zu der Ver­mu­tung, dass die jun­ge Frau aus einer Regi­on außer­halb des heu­ti­gen Däne­marks gekom­men sein könn­te; auch Süd­deutsch­land bezie­hungs­wei­se der Raum nörd­lich der Alpen wur­de dis­ku­tiert. Spä­te­re For­schun­gen haben gezeigt, dass eine genaue Her­kunfts­be­stim­mung schwie­ri­ger ist als zunächst ange­nom­men. Sicher ist vor allem, dass die Bron­ze­zeit von weit­räu­mi­gen Ver­bin­dun­gen und gro­ßer Mobi­li­tät geprägt war.

Warum lag Schafgarbe im Grab des Egtved-Mädchens?

Im Grab wur­de eine blü­hen­de Schaf­gar­be (Achil­lea mil­le­fo­li­um) gefun­den. War­um sie dort nie­der­ge­legt wur­de, wis­sen wir nicht. Ihre Blü­te lie­fert der Archäo­lo­gie jedoch einen wich­ti­gen Hin­weis: Sie zeigt, dass das Egt­ved-Mäd­chen im Som­mer bestat­tet wur­de. Eine bestimm­te heil­kund­li­che oder ritu­el­le Bedeu­tung der Schaf­gar­be lässt sich für die­ses Grab nicht belegen.

Was trug das Egtved-Mädchen?

Sie trug eine kur­ze Woll­blu­se und einen auf­fäl­li­gen Schnur­rock aus Wol­le. Um ihre Tail­le lag ein Gür­tel mit einer gro­ßen ver­zier­ten bron­ze­nen Gür­tel­plat­te. Außer­dem trug sie bron­ze­ne Arm­rin­ge und einen klei­nen Ohr­ring. Zu ihren per­sön­li­chen Gegen­stän­den gehör­ten unter ande­rem ein Horn­kamm und ein Haarnetz.

Was befand sich noch im Grab?

Zu den Grab­bei­ga­ben gehör­ten unter ande­rem Schmuck, ein Kamm, eine Ahle sowie ein Rin­den­ge­fäß mit Res­ten eines fer­men­tier­ten Getränks aus ver­schie­de­nen pflanz­li­chen Zuta­ten. Außer­dem wur­den die ver­brann­ten Über­res­te eines etwa fünf- bis sechs­jäh­ri­gen Kin­des mit ihr bestat­tet. Wel­che Bezie­hung zwi­schen dem Kind und der jun­gen Frau bestand, ist unbekannt.

Kann man das Grab des Egtved-Mädchens besuchen?

Ja. Der ursprüng­li­che Fund­ort bei Egt­ved kann heu­te besucht wer­den. Dort befin­det sich die neue Anla­ge Egt­ved­pi­gens Ver­den mit dem rekon­stru­ier­ten Grab­hü­gel und Infor­ma­tio­nen über das Leben in der Bron­ze­zeit. Der Besuch des Außen­ge­län­des ist kostenlos.


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