Wellen am Grenen bei Skagen, wo Skagerrak und Kattegat aufeinandertreffen

Skagen und Grenen – ganz oben in Dänemark

Jetzt bin ich tat­säch­lich ganz oben angekommen.

Ska­gen und Gre­nen waren mein Ziel – die Stadt ganz oben in Däne­mark und jene berühm­te Land­spit­ze, an der Ska­ger­rak und Kat­te­gat aufeinandertreffen.

Nach Råb­jerg Mile und der ver­san­de­ten Kir­che fuhr ich ges­tern wei­ter nach Ska­gen und fand direkt am Hafen einen Stell­platz, der mir auf den ers­ten Blick rich­tig gut gefiel. Mein Cam­per stand mit Blick aufs Was­ser und hin­über zum Leucht­turm. Was will man mehr?

Viel­leicht ein biss­chen weni­ger Fisch­ge­ruch. Denn der war heftig.

Mein Stell­platz lag direkt neben dem Indus­trie­ha­fen und ich ver­mu­te­te ziem­lich schnell, dass dort irgend­wo Fisch ver­ar­bei­tet wer­den muss­te. Aber gut, ich war schließ­lich in Ska­gen und der Fisch­fang gehört zu die­sem Ort. Wie sehr, soll­te ich aller­dings erst spä­ter feststellen.

Ich schnapp­te mir erst ein­mal mein Räd­chen und fuhr los.

Blick vom Stellplatz bei Skagen auf Hagebutten, Strand und die Ostsee
Mein Blick aus dem Cam­per am Stell­platz bei Ska­gen – direkt vor mir leuch­ten die Hage­but­ten, dahin­ter lie­gen Strand und Meer.

In Skagen gehört der Fischgeruch irgendwie dazu

Schon am Hafen fie­len mir die rie­si­gen Fische­rei­schif­fe auf. Fischer­boo­te konn­te man dazu eigent­lich kaum noch sagen. Das waren gro­ße kom­mer­zi­el­le Schif­fe und damit etwas völ­lig ande­res als die klei­nen Fischer­boo­te, die ich in den ver­gan­ge­nen Tagen an der däni­schen Küs­te gese­hen hatte.

Und mein Ein­druck täusch­te mich nicht. Ska­gen besitzt heu­te Däne­marks größ­ten Fische­rei­ha­fen und Euro­pas größ­ten Anlan­de­ha­fen für pela­gi­sche Fische. Pela­gisch – auch wie­der so ein Wort, das ich erst ein­mal nach­schau­en muss­te – bedeu­tet, dass die­se Fische im frei­en Was­ser und nicht am Mee­res­bo­den leben. Vor allem Hering und Makre­le wer­den hier angelandet.

Die Dimen­sio­nen sind gewal­tig. Allein 2025 wur­den in Ska­gen fast 424.000 Ton­nen Fisch ange­lan­det. Das waren tat­säch­lich 62 Pro­zent der gesam­ten in Däne­mark ange­lan­de­ten Fisch­men­ge. (Quel­le: Ska­gen Havn – Däne­marks größ­ter Fische­rei­ha­fen) Rund um den Hafen sit­zen zahl­rei­che Betrie­be, die den Fisch wei­ter­ver­ar­bei­ten, bevor er von hier aus unter ande­rem in ande­re euro­päi­sche Län­der trans­por­tiert wird.

Damit hat­te ich dann auch eine Erklä­rung für den inten­si­ven Geruch rund um mei­nen Stell­platz. Ich stand nicht ein­fach an einem hüb­schen klei­nen Hafen mit ein paar Fischer­boo­ten, son­dern mit­ten­drin in einem der wich­tigs­ten Zen­tren der däni­schen Fischerei.

Und irgend­wie gefiel mir auch die­ser Kon­trast. Auf der einen Sei­te mein Cam­per am Was­ser und der Blick zum Leucht­turm, auf der ande­ren Sei­te rie­si­ge Schif­fe, Indus­trie und Fisch­ver­ar­bei­tung. Ska­gen ist eben nicht nur Urlaubs­ort, son­dern auch ein Ort, an dem gear­bei­tet wird.

Fischerboot und Hafenanlagen im Hafen von Skagen in Nordjütland
Im Hafen von Ska­gen zeigt sich die ande­re Sei­te des Ortes – gro­ße Fischer­boo­te und Hafen­an­la­gen erin­nern dar­an, wie eng Ska­gen bis heu­te mit der Fische­rei ver­bun­den ist.

Warum ist hier eigentlich alles gelb?

Vom Hafen radel­te ich wei­ter ins Städt­chen und dort fiel mir ziem­lich schnell etwas ande­res auf.

Ska­gen ist gelb.

Ein gel­bes Haus nach dem ande­ren, meist mit roten Zie­gel­dä­chern und wei­ßen Fens­ter­rah­men. Sogar die Kir­che ist gelb. Und auch die­se wei­ßen Lini­en an den roten Dächern fie­len mir immer wie­der auf.

Das sieht wirk­lich hübsch aus und gibt dem gan­zen Ort sein ganz eige­nes Gesicht. Die gelb gekalk­ten Häu­ser mit roten Zie­gel­dä­chern gehö­ren tat­säch­lich zu den typi­schen Merk­ma­len Skagens.

Bei den alten Häu­sern wur­den die Fugen der Zie­gel­dä­cher teil­wei­se weiß gekalkt. Dadurch ent­ste­hen die­se auf­fäl­li­gen wei­ßen Lini­en, die mir beim Vor­bei­fah­ren ins Auge gefal­len waren.

Ich radel­te durch die net­te Fuß­gän­ger­zo­ne und kam an einem Brau­haus vor­bei, aus dem Live­mu­sik zu hören war. Davor saßen jede Men­ge Men­schen und die Stim­mung war rich­tig gut. Ich hat­te über­haupt nicht das Gefühl, dass dort nur Tou­ris­ten zusam­men­sa­ßen. Es wirk­te eher, als wür­den die Dänen selbst ein­fach ihren Nach­mit­tag genießen.

Das ist mir auf die­ser Rei­se schon öfter auf­ge­fal­len. Die Dänen schei­nen ziem­lich gut dar­in zu sein, es sich gemein­sam schön zu machen. Essen, trin­ken, Musik hören, zusam­men­sit­zen – ohne gro­ßes Gedöns. Ich blieb natür­lich ein biss­chen und war ein­fach dabei.

Gelbe Häuser mit roten Ziegeldächern und die Skagen Kirke im Zentrum von Skagen
Das typi­sche Ska­gen-Gelb begeg­net mir über­all im Ort – an den Häu­sern mit ihren roten Zie­gel­dä­chern eben­so wie an der Ska­gen Kirke.

Vom Feuerkorb zum Leuchtturm

Beim Her­um­fah­ren ent­deck­te ich noch etwas, das mich neu­gie­rig mach­te. Da stand ein wei­ßer Turm, bei dem ich zunächst nicht wuss­te, ob ich da gera­de einen klei­nen Leucht­turm oder viel­leicht sogar einen Was­ser­turm vor mir hat­te. Und ganz in der Nähe befand sich noch eine merk­wür­di­ge Kon­struk­ti­on mit etwas, das für mich tat­säch­lich wie ein rie­si­ger Feu­er­korb aussah.

Und genau das war es.

Der wei­ße Turm ist Det Hvi­de Fyr, der Wei­ße Leucht­turm von Ska­gen. Er wur­de 1747 errich­tet, ist 21 Meter hoch und gilt als ältes­ter gemau­er­ter Leucht­turm Däne­marks. Ursprüng­lich bestand er aus roten Zie­geln und wur­de erst Anfang des 19. Jahr­hun­derts weiß gekalkt. Und jetzt kommt das Span­nen­de: Oben auf die­sem Turm brann­te tat­säch­lich zunächst ein offe­nes Koh­le­feu­er. Erst 1835 wur­de es durch eine Raps­öl­lam­pe und Spie­gel ersetzt. (Quel­le: Visit­Den­mark – Det Hvi­de Fyr)

Und der Feu­er­korb, den ich gese­hen hat­te, gehört zum Vip­pe­f­yr, einer noch älte­ren Form des Leucht­feu­ers. Das Prin­zip war erstaun­lich ein­fach: Ein eiser­ner Korb mit bren­nen­dem Holz bezie­hungs­wei­se spä­ter Koh­le wur­de mit­hil­fe einer Holz­kon­struk­ti­on nach oben geho­ben, damit die See­leu­te drau­ßen auf dem Meer das Feu­er sehen konnten.

Plötz­lich hat­te ich dort also fast neben­bei ver­schie­de­ne Gene­ra­tio­nen der Leucht­turm­ge­schich­te vor mir: erst ein offe­nes Feu­er in einem Korb, dann der gemau­er­te Wei­ße Leucht­turm und schließ­lich Det Grå Fyr, der Graue Leucht­turm, den ich von mei­nem Stell­platz aus schon die gan­ze Zeit sehen konn­te. (Quel­le: Visit­Den­mark – Det Grå Fyr)

Zu dem woll­te ich jetzt natür­lich auch noch.

Also setz­te ich mich wie­der aufs Räd­chen und fuhr hinaus.

Det Grå Fyr wur­de 1858 in Betrieb genom­men und ist mit sei­nen 46 Metern heu­te der zweit­höchs­te Leucht­turm Däne­marks. Sein Licht wur­de am 1. Novem­ber 1858 zum ers­ten Mal ent­zün­det und konn­te rund 20 See­mei­len weit gese­hen werden.

Ich umrun­de­te den Leucht­turm, schau­te mich ein biss­chen um und fuhr anschlie­ßend wie­der zurück zum Hafen.

Det Hvide Fyr, Det Grå Fyr und die historische Wippfeueranlage Vippefyr in Skagen
Drei Weg­wei­ser durch die Geschich­te der See­fahrt in Ska­gen: Det Hvi­de Fyr, Det Grå Fyr und das his­to­ri­sche Vip­pe­f­yr erzäh­len von unter­schied­li­chen Epo­chen der däni­schen Leuchtfeuer.

Und dann sprang ich noch in die Ostsee. Dachte ich.

Zurück bei mei­nem Cam­per hat­te ich noch eine ande­re Idee. Ich woll­te unbe­dingt noch ins Meer hüp­fen. Ich habe in mei­nem Leben ja nicht so oft die Gele­gen­heit dazu. 

Das Wet­ter war zwar ziem­lich wech­sel­haft. Mal reg­ne­te es, dann war es wie­der tro­cken, aber davon ließ ich mich inzwi­schen sowie­so nicht mehr beein­dru­cken. Also Bade­sa­chen an und rein ins Was­ser. Und es war herr­lich. Ich fand das Was­ser nicht ein­mal beson­ders kalt und war hin­ter­her rich­tig froh, dass ich noch hin­ein­ge­sprun­gen war. Draus­sen lie­fen Men­schen mit dicken Jacken und sam­mel­ten Muscheln oder Stei­ne und ich freu­te mich mei­nes Lebens in den Wel­len des Meeres. 

Für mich war die Sache zu die­sem Zeit­punkt völ­lig klar: Nach all den Tagen an der Nord­see war ich nun auf der ande­ren Sei­te des Zip­fels ange­kom­men und gera­de in der Ost­see geschwommen.

Tja. Wie­der etwas gelernt. Denn streng genom­men war ich über­haupt nicht in der Ost­see gewe­sen. Aber das soll­te mir erst am nächs­ten Mor­gen so rich­tig klar werden.

Früh am Morgen nach Grenen in Skagen

Am nächs­ten Mor­gen woll­te ich früh los nach Gre­nen. Ich bin gern vor den Tou­ris­ten­strö­men an sol­chen Orten. Ich bin zwar auch Tou­rist, aber ich mags gern ein­sa­mer, wenn mög­lich. Vom Leucht­turm aus war es nicht mehr weit und anschlie­ßend ging es noch unge­fähr zwei Kilo­me­ter zu Fuß durch den Sand bis ganz hin­aus zur Spitze.

Sand scheint sich inzwi­schen sowie­so wie ein roter Faden durch mei­ne Rei­se zu zie­hen. Ich lau­fe durch Dünen, bekom­me ihn in die Schu­he, sehe Kir­chen, die unter ihm ver­schwun­den sind, Leucht­tür­me, die sei­net­we­gen ver­setzt wer­den muss­ten, und nun stapf­te ich schon wie­der hindurch.

Unter­wegs gab es genü­gend zu ent­de­cken. Am Strand lagen Qual­len und sogar See­ster­ne und natür­lich begeg­ne­ten mir auch wie­der Bun­ker. Die­se alten Beton­klöt­ze beglei­ten mich inzwi­schen seit vie­len Kilo­me­tern an der däni­schen Küs­te und tau­chen immer wie­der irgend­wo zwi­schen Dünen und Meer auf.

Und dann stand ich irgend­wann dort, wo ich unbe­dingt hin­woll­te. An der Spit­ze von Gre­nen. Vor mir kamen die Wel­len aus zwei ver­schie­de­nen Rich­tun­gen und tra­fen aufeinander.

Am Strand von Grenen bei Skagen mit Seesternen und einer Qualle als Strandfunde
Ange­kom­men am Gre­nen – ganz an der Spit­ze Jüt­lands, wo Ska­ger­rak und Kat­te­gat auf­ein­an­der­tref­fen. Und selbst hier wan­dert mein Blick natür­lich auch an den Strand: See­ster­ne und eine Qual­le gehör­ten zu den klei­nen Ent­de­ckun­gen die­ses beson­de­ren Ortes.

Nordsee und Ostsee – oder doch nicht?

Ich war eigent­lich der fes­ten Über­zeu­gung gewe­sen, dass ich jetzt an dem berühm­ten Ort ste­he, an dem sich Nord­see und Ost­see tref­fen.

So wird es schließ­lich auch immer wie­der erzählt. Und dann lese ich plötz­lich überall:

Ska­ger­rak und Kattegat.

Was denn nun? Also muss­te ich nach­schau­en. Und dabei habe ich end­lich ver­stan­den, wo ich mich auf mei­ner Rei­se eigent­lich die gan­ze Zeit bewegt habe. Ganz ver­ein­facht kann man es sich so vorstellen:

Nord­see → Ska­ger­rak → Kat­te­gat → däni­sche Meer­engen → Ostsee

Das Ska­ger­rak liegt zwi­schen Nord­jüt­land, Süd­nor­we­gen und der schwe­di­schen West­küs­te und ist mit der Nord­see ver­bun­den. Öst­lich davon schließt sich das Kat­te­gat zwi­schen Däne­mark und Schwe­den an. Erst über die däni­schen Meer­engen – unter ande­rem Gro­ßer Belt, Klei­ner Belt und Øre­sund – geht es wei­ter in die eigent­li­che Ostsee.

Bei Gre­nen tref­fen also ganz genau betrach­tet Ska­ger­rak und Kat­te­gat auf­ein­an­der. (Quel­le: Visit­Den­mark – Gre­nen in Ska­gen) Und die­se Begeg­nung kann man tat­säch­lich sehen. Die Wel­len kom­men aus unter­schied­li­chen Rich­tun­gen und lau­fen an der Spit­ze gegen­ein­an­der. Wegen der star­ken Strö­mun­gen ist Baden genau dort übri­gens verboten.

Damit wuss­te ich nun auch, wo ich am Abend zuvor so begeis­tert schwim­men gewe­sen war. Nicht in der Ost­see, son­dern im Kat­te­gat.

Da fah­re ich wochen­lang durch Däne­mark und den­ke, jetzt hät­te ich end­lich die Ost­see erreicht – und dann ist es immer noch nicht die Ostsee.

Ich glau­be, Geo­gra­fie habe ich sel­ten so anschau­lich gelernt wie auf die­ser Reise.

Karte zur Verbindung von Nordsee und Ostsee über Skagerrak, Kattegat und die dänischen Meerengen mit Grenen bei Skagen
Bei Gre­nen tref­fen Ska­ger­rak und Kat­te­gat auf­ein­an­der. Die eigent­li­che Ost­see beginnt erst wei­ter süd­öst­lich hin­ter den däni­schen Meer­engen – des­halb ist „hier tref­fen Nord­see und Ost­see auf­ein­an­der“ zwar die bekann­te Kurz­form, geo­gra­fisch aber nicht ganz korrekt.

Grenen – und dann noch zum nördlichsten Punkt

Und dann kam gleich die nächs­te Überraschung.

Gre­nen wird über­all mit der nörd­li­chen Spit­ze Däne­marks ver­bun­den. Und wenn man dort steht, fühlt es sich auch genau­so an. Vor einem tref­fen die Wel­len von Ska­ger­rak und Kat­te­gat auf­ein­an­der, man steht ganz vor­ne auf die­ser schma­len Land­zun­ge und eigent­lich denkt man: Wei­ter nach Nor­den geht nun wirk­lich nicht mehr.

Aber als ich auf mei­ne Kar­te schau­te, ent­deck­te ich etwas, womit ich über­haupt nicht gerech­net hat­te. Der dort als nörd­lichs­ter Punkt Däne­marks ein­ge­zeich­ne­te Punkt lag gar nicht hier bei Gre­nen, son­dern noch ein Stück wei­ter westlich.

Wie kann das denn sein?

Die Erklä­rung liegt wohl auch dar­in, dass Gre­nen alles ande­re als eine unver­än­der­li­che Land­spit­ze ist. Strö­mun­gen trans­por­tie­ren stän­dig Sand und Kies her­an, lagern ihn wie­der ab und ver­än­dern dadurch die Küs­ten­li­nie. In den ver­gan­ge­nen hun­dert Jah­ren ist die Land­zun­ge auf die­se Wei­se unge­fähr einen Kilo­me­ter gewach­sen. Die äußers­te Spit­ze von Gre­nen zeigt heu­te außer­dem eher nach Osten als nach Norden.

Nun war ich aber neu­gie­rig gewor­den. Wenn auf mei­ner Kar­te noch ein ande­rer Punkt aus­drück­lich als nörd­lichs­ter Punkt ein­ge­zeich­net war, woll­te ich natür­lich auch dort­hin. Also mach­te ich mich noch ein­mal auf den Weg, unge­fähr zwei Kilo­me­ter wei­ter Rich­tung Wes­ten, auf die Nordseeseite.

Und dort stand ich dann tat­säch­lich noch ein zwei­tes Mal „ganz oben“.

Gre­nen mit den auf­ein­an­der­tref­fen­den Wel­len war sicher­lich das ein­drucks­vol­le­re Erleb­nis. Aber ich fand es trotz­dem schön, auch die­sen zwei­ten Punkt noch auf­zu­su­chen. Wenn ich schon ein­mal bis ganz nach oben durch Däne­mark gefah­ren bin, dann möch­te ich schließ­lich auch dort gestan­den haben, wo auf mei­ner Kar­te „nörd­lichs­ter Punkt“ steht.

Damit hat­te ich an die­sem Mor­gen gleich zwei Spit­zen mit­ge­nom­men – die berühm­te bei Gre­nen und mei­ne ganz per­sön­li­che zwei­te ganz oben auf der Karte.

Herz mit „N“ im Sand am Strand von Grenen bei Skagen
Ein klei­nes Herz mit N für Nor­den am Strand von Gre­nen – ganz oben an der Spit­ze Jüt­lands, wo Ska­ger­rak und Kat­te­gat aufeinandertreffen.

Und überall leuchtet es gelb

Denn natür­lich schau­te ich auch hier wie­der an den Wegesrand.

Eine Pflan­ze fiel mir dabei beson­ders auf: Gold­ru­te. Sie stand hier wirk­lich über­all und leuch­te­te mit ihren gel­ben Blü­ten aus der Landschaft.

Wild­pflan­zen sind für mich nichts, was nur bei einer Kräu­t­er­wan­de­rung statt­fin­det. Wenn man sie ein­mal ken­nen­ge­lernt hat, sind sie über­all. Man begeg­net ihnen zu Hau­se am Weges­rand genau­so wie irgend­wo weit oben im Nor­den Dänemarks.

Manch­mal sehen sie ein biss­chen anders aus, manch­mal muss ich selbst noch ein­mal genau­er hin­schau­en und manch­mal ent­de­cke ich etwas, das ich noch gar nicht kenne.

Genau dar­um geht es mir auch in mei­nem Kurs Mit den Wild­pflan­zen durchs Jahr. Nicht mög­lichst vie­le Pflan­zen­na­men aus­wen­dig zu ler­nen, son­dern Pflan­zen wirk­lich ken­nen­zu­ler­nen. Sie durch die Jah­res­zei­ten zu beglei­ten, sie an unter­schied­li­chen Stand­or­ten wie­der­zu­er­ken­nen und irgend­wann das Gefühl zu haben:

Ach, Dich ken­ne ich doch.

→ Mit den Wild­pflan­zen durchs Jahr

Goldrute mit gelben Blüten in den Dünen bei Grenen in Skagen
Gold­ru­te in den Dünen bei Gre­nen – auch ganz im Nor­den Däne­marks wan­dert mein Blick natür­lich immer wie­der zu den Pflan­zen am Wegesrand.

Häufige Fragen zu Skagen und Grenen

Wo tref­fen sich in Däne­mark zwei Mee­re?
Bei Gre­nen, an der Spit­ze von Ska­gen, tref­fen Ska­ger­rak und Kat­te­gat auf­ein­an­der. Ver­ein­facht wird häu­fig vom Zusam­men­tref­fen von Nord­see und Ost­see gesprochen.

Kann man bei Gre­nen baden?
Direkt an der Spit­ze von Gre­nen soll­te man nicht baden. Dort tref­fen star­ke Strö­mun­gen auf­ein­an­der, wes­halb das Baden ver­bo­ten ist.

War­um sind die Häu­ser in Ska­gen gelb?
Die gel­ben Häu­ser mit roten Zie­gel­dä­chern und wei­ßen Details prä­gen das tra­di­tio­nel­le Stadt­bild von Ska­gen. Mir sind beson­ders die wei­ßen Lini­en auf den Dächern aufgefallen.

Was ist das Vip­pe­f­yr in Ska­gen?
Das Vip­pe­f­yr ist eine his­to­ri­sche Form des Leucht­feu­ers. Ein Feu­er­korb wur­de mit­hil­fe einer Holz­kon­struk­ti­on nach oben geho­ben, damit das Licht für Schif­fe auf dem Meer sicht­bar war.


Und jetzt brauche ich eine Dusche

Nach Ska­gen und Gre­nen ging mei­ne Rei­se wei­ter. Und dies­mal führ­te mich mein Weg aus einem sehr ein­fa­chen Grund auf einen Cam­ping­platz. Nach lan­ger Zeit woll­te ich mal wie­der auf einen rich­ti­gen Cam­ping­platz. Ich brauch­te näm­lich drin­gend eine Dusche.

Nach Meer, Sand, Rad­fah­ren, Wan­dern und ziem­lich vie­len Tagen Cam­per­le­ben freu­te ich mich dar­auf gera­de fast genau­so sehr wie auf irgend­ei­ne Sehenswürdigkeit.

Manch­mal ändern sich die Ansprü­che unter­wegs eben ein bisschen.

Weiterlesen

→ Råb­jerg Mile und die ver­san­de­te Kir­che – unter­wegs mit dem Sand

→ Rub­jerg Knu­de Fyr – der Leucht­turm in den Dünen

→ Von Nør­re Vor­upør bis Løk­ken – immer am Meer entlang

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