Gläser mit hellgelbem Birkenblätter-Gelee, umgeben von Birkenzweigen

Birkenblätter-Gelee: mein Rezept mit Birkenzucker und Agar-Agar

Birkenblätter-Gelee selber machen: mein Rezept aus jungen Birkenblättern mit Birkenzucker und Agar-Agar. Süß und herb zugleich, mit wenig Zucker.

Die Bir­ke ist fest in unse­ren Tra­di­tio­nen ver­an­kert. Auf der Schwä­bi­schen Alb gibt es einen schö­nen Brauch: Am 1. Mai stel­len Ver­lieb­te ihrer Aus­er­wähl­ten einen mit bun­ten Bän­dern geschmück­ten Bir­ken­baum aufs Dach. Ich habe als jun­ge Frau auch ein­mal so ein Bäum­chen bekom­men, und ich weiß nicht, wer stol­zer war, mein Papa oder ich. Die Bir­ke hat seit­dem einen fes­ten Platz in mei­nem Leben.

Und was mich immer wie­der fas­zi­niert: Frü­her hat­te ich star­ken Heu­schnup­fen und war gegen Bir­ken­pol­len all­er­gisch, und heu­te esse ich die Bir­ke sogar. Vor eini­gen Jah­ren wäre das noch undenk­bar gewe­sen. Eines mei­ner liebs­ten Rezep­te mit ihren Blät­tern ist die­ses Gelee.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für das Gelee setzt Du jun­ge Bir­ken­blät­ter zwei Tage in kal­tem Was­ser an.
  • Den Aus­zug kochst Du mit Bir­ken­zu­cker, Zitro­nen­saft und Agar-Agar zu Gelee.
  • Es schmeckt süß und leicht herb zugleich.
  • Weil es wenig Zucker ent­hält, bewahrst Du es kühl auf und geöff­net im Kühlschrank.
  • Bir­ken­zu­cker (Xylit) ist für Hun­de sehr gif­tig: Bewah­re ihn und das Gelee uner­reich­bar für Hun­de auf.
Hängende Birkenzweige mit frischen, hellgrünen Blättern vor blauem Himmel
Jun­ge Bir­ken­blät­ter im Frühling

Die Birke: Betula

Die Bir­ke mit ihrer mar­kan­ten Rin­de erkennt fast jede. Die Rin­de ist meist weiß mit schwar­zen Fle­cken, kann aber auch ande­re Fär­bun­gen haben. Bir­ken wach­sen sehr schnell, wer­den bis zu 30 m hoch und gehö­ren zu den Pio­nier­ge­höl­zen, die als ers­te freie Flä­chen besiedeln.

In der Natur­heil­kun­de hat die Bir­ke einen fes­ten Platz. Die Euro­päi­sche Arz­nei­mit­tel-Agen­tur stuft Bir­ken­blät­ter als tra­di­tio­nel­les pflanz­li­ches Arz­nei­mit­tel ein, um bei leich­ten Harn­weg­s­be­schwer­den die Harn­men­ge zu erhö­hen. Auch in der Kos­me­tik für Haut und Haa­re ist sie beliebt. Und der Bir­ken­zu­cker, Xylit, hat sei­nen Namen von ihr, auch wenn er heu­te meist aus ande­ren Roh­stof­fen her­ge­stellt wird.

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Birkenblätter-Gelee: Das brauchst Du

  • 1 bis 2 Hand­voll jun­ge Birkenblätter
  • Was­ser
  • 600 g Birkenblätter-Kaltauszug
  • 300 g Birkenzucker
  • 2 TL Agar-Agar, mit etwas kal­ter Flüs­sig­keit angerührt
  • 40 g Zitronensaft
  • ein gro­ßes Twist-off-Glas für den Aus­zug und klei­ne Glä­ser für das Gelee

So mache ich mein Birkenblätter-Gelee

  1. Die Bir­ken­blät­ter in ein gro­ßes Glas geben und mit kal­tem Was­ser übergießen.
  2. Zwei Tage zie­hen las­sen, am bes­ten im Kühl­schrank. Das Was­ser färbt sich deut­lich gelblich.
  3. Absei­hen und den Aus­zug auffangen.
  4. 600 g Aus­zug mit Bir­ken­zu­cker, ange­rühr­tem Agar-Agar und Zitro­nen­saft auf­ko­chen und etwa 3 Minu­ten köcheln las­sen. Im Ther­mo­mix: 15 Min./100 °C/Stufe 2, dabeibleiben.
  5. Eine Gelier­pro­be machen. Geliert es noch nicht rich­tig, etwas län­ger kochen.
  6. Heiß in sau­be­re Glä­ser fül­len und verschließen.

Ursprüng­lich hat­te ich 650 g Zucker im Rezept. Da ich Zucker mehr und mehr aus mei­ner Küche ver­bannt habe, mag ich es nicht mehr so süß. Mit Bir­ken­zu­cker und Agar-Agar schmeckt es mir viel bes­ser. Das Gelee schmeckt süß und herb zugleich, ein wirk­lich inter­es­san­ter Geschmack, der mei­ne Auf­stri­che unge­mein bereichert.

Weil es wenig Zucker ent­hält, hält es nicht so lan­ge wie klas­si­sche Mar­me­la­de. Ich bewah­re es kühl und dun­kel auf, geöff­ne­te Glä­ser kom­men in den Kühl­schrank. Pro­bier ruhig selbst aus, wie süß Du es magst, und schreib mir gern einen Kommentar.

Gläser mit hellgelbem Birkenblätter-Gelee, umgeben von Birkenzweigen
Mein Bir­ken­blät­ter-Gelee

Wich­tig für Hun­de­be­sit­ze­rin­nen: Bir­ken­zu­cker (Xylit) ist für Hun­de schon in klei­nen Men­gen lebens­ge­fähr­lich. Bewah­re ihn und alles, was damit gesüßt ist, sicher außer Reich­wei­te auf. Und für Men­schen gilt: Grö­ße­re Men­gen Xylit kön­nen abfüh­rend wirken.

Häufige Fragen zum Birkenblätter-Gelee

Wann sammle ich Birkenblätter?

Im Früh­ling, wenn die Blät­ter jung, hell­grün und noch zart sind.

Warum ziehen die Blätter kalt?

Im Kalt­aus­zug lösen sich Aro­ma und Far­be sanft. Stell das Glas dafür am bes­ten in den Kühlschrank.

Kann ich normalen Zucker nehmen?

Ja. Mit Haus­halts­zu­cker oder Gelier­zu­cker wird das Gelee süßer und hält län­ger. Ich mag die Vari­an­te mit Bir­ken­zu­cker und Agar-Agar am liebsten.

Wie lange hält das Gelee?

Mit wenig Zucker nicht so lan­ge wie klas­si­sche Mar­me­la­de. Bewah­re es kühl und dun­kel auf, und ein geöff­ne­tes Glas im Kühlschrank.

Ist Birkenzucker für Hunde gefährlich?

Ja, sehr. Xylit kann bei Hun­den schon in klei­nen Men­gen zu einer lebens­ge­fähr­li­chen Unter­zu­cke­rung führen.

Kursbild „Mit den Wildpflanzen durchs Jahr“ mit Heike Engel: Sammeln, Bestimmen, Zubereiten, gemeinsam entdecken

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Ich bin Hei­ke Engel, Heil­prak­ti­ke­rin, Qigon­g­leh­re­rin, Fach­be­ra­te­rin für Selbst­ver­sor­gung mit ess­ba­ren Wild­pflan­zen und Pilz­coach. Hier auf Strah­le­Mensch tei­le ich mein Wis­sen über Wild­pflan­zen, Pil­ze, Natur­heil­kun­de und Qigong und beglei­te Men­schen in Kur­sen und Online-Ange­bo­ten zurück zur Natur und ein Stück näher zu sich selbst.

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11 Kommentare

  1. Hal­lo Heike

    Dan­ke fürs Rezept!

    Ich habe ver­sucht, Löwen­zahn­ho­nig mit Bir­ken­zu­cker zu machen, lei­der hat es nicht funk­tio­niert. Wahr­schein­lich hät­te ich mehr als 1:1 B‑Zucker neh­men müs­sen, doch ist mir das viel zu süss.

    Ich bin immer noch auf der Suche nach einem nicht so süs­sen Honig, Gelee etc.…..Rezept…

    Lie­ber Gruss
    Barbara

    1. Hal­lo lie­be Hel­ga, ich habe grund­sätz­lich nie 2:1 oder 3:1 Zucker ver­wen­det. Von der Süs­se her hast Du auf alle Fäl­le Recht, damit kann man nach dem eige­nen Geschmack spie­len. Aber dann wür­de ich ein­fach auch die Men­ge redu­zie­ren. Die­se “gestreck­ten” Zucker habe ich nie ver­wen­det, da sie Zitro­nen­säu­re ent­hal­ten. Zitro­nen­säu­re steht im Ver­dacht (ich drü­cke mich vor­sich­tig aus) die Blut-Hirn-Schran­ke zu öff­nen und schleust Stof­fe in unser Gehirn ein, wel­che wir dort nicht haben wol­len, zb Alu­mi­ni­um. Alu­mi­ni­um hat ohne Zitro­nen­säu­re kei­ne Mög­lich­keit unser Gehirn zu errei­chen. Das ist mein Grund war­um ich 2:1 und 3:1 nicht ver­wen­de. Ich hof­fe ich konn­te Dir damit wei­ter­hel­fen. Lie­be Grü­ße Heike

      1. Hal­lo Hei­ke,
        im Bio­un­ter­richt lernt der 10. Kläss­ler den Zitro­nen­säu­re-Zyklus als Basis jeden zel­lu­lä­ren Stoff­wech­sels.
        Ohne Citrat kein Leben wie wir es kennen.

        1. Hal­lo Bio Mit­tel­stu­fe, ja – den habe ich auch gelernt! Ich ver­ste­he Dei­nen Kom­men­tar nicht, was Du mir sagen möch­test? Spielst Du auf die Zitro­nen­säu­re an? Es ist für mich ein gro­ßer Unter­schied zwi­schen kör­per­ei­ge­nen Pro­duk­ten und che­misch her­ge­stell­ten. Die Struk­tur­for­mel mag viel­leicht gleich sein. Aber für mich sind vom Kör­per selbst her­ge­stell­te Stof­fe an der rich­ti­gen Stel­le immer anders als von außen über ande­re Kanä­le zuge­führ­te. Aber ich bin nicht in die Wis­sen­schaft gegan­gen und kann dies lei­der nicht bele­gen. Viel­leicht gibt es da schon woan­ders. Wenn Jemand was weiß, freue ich mich sehr über eine Rück­mel­dung hier. Ich ver­traue da ein­fach ganz mei­nem Gefühl. Herz­li­che Grü­ße Heike

  2. Lie­be Hei­ke,
    Guck dir mal die Zuta­ten­lis­te vom han­dels­üb­li­chen 1:1 Gelier­zu­cker an. Auch da ist Zitro­nen­säu­re drin

    1. Dan­ke lie­be Clau­dia für Dei­ne Ant­wort – Du hast Recht und ich ver­wen­de auch ihn nicht mehr. Mitt­ler­wei­le ver­wen­de ich statt Zucker lie­ber gleich Bir­ken­zu­cker oder Kokos­blü­ten­zu­cker oder Bana­ne und fin­de es ganz wun­der­bar. Es sind mei­ne “alten Rezep­te” und wir ent­wi­ckeln uns alle wei­ter. Für man­che sind sie sicher noch stim­mig und nicht jeder mag gleich die gan­ze Ernäh­rung auf “gesund” umstel­len. Dar­um las­se ich sie ste­hen. Vie­le Grü­ße Heike

      1. Hal­lo zusam­men
        Ich habe einen Neu­ro­der­mi­tis Pati­en­ten in der Fami­lie der sehr stark auf künzt­li­che aber auch natür­li­che Zitro­nen­säu­re reagiert. Ich bekom­me von zuviel Zitro­nen­säu­re offe­ne Stel­len im Mund. Daher benut­ze ich seit längrem ein Gelier­mit­tel aus Apfelpek­tin und Wein­säu­re. In der Scheiz im Coop erhält­lich unter dem Namen Con­fi-Vite. Es wird dann mit Zucker 2:1 verarbeitet.

  3. Ihr könnt einen ganz mil­den Bir­ken­ho­nig mit Agar­ti­ne-Agar her­stel­len. Haus­halts­zu­cker ver­wen­de ich seit Jah­ren nicht mehr. Ich neh­me ent­we­der Bir­ken­zu­cker oder Rohr­zu­cker und Bio Qua­li­tät. Den Geschmack kann man dann selbst wählen.

    1. Hal­lo lie­be Isa­bel­la, dan­ke für Dei­ne Rück­mel­dung – ich mache das auch schon lan­ge so und so konn­te ich das Rezept gleich über­ar­bei­ten. Wild­pflan­zen gehö­ren ein­fach schon län­ger zu mei­nem Leben und zu den Rezep­ten. Aber auch ich bin mitt­ler­wei­le frei von raf­fi­nier­ten Zuckern und ver­wen­de am liebs­ten Honig oder Ahorn­si­rup. Grüß­le Heike

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