Blick vom Salling Rooftop über die Dächer von Aarhus bis zum Hafen

Aarhus – vom Dachgarten bis zum Dom

Nach vie­len Tagen an der däni­schen Küs­te führ­te mich mei­ne Rei­se schließ­lich nach Aar­hus. Mit mei­nem sie­ben Meter lan­gen Cam­per woll­te ich nicht unbe­dingt mit­ten in die Stadt fah­ren und fand einen kos­ten­frei­en Park­platz etwas außer­halb. Dort konn­te ich auch über Nacht stehen.

In Aar­hus woll­te ich mir eini­ge der Sehens­wür­dig­kei­ten anschau­en – vor allem aber die Stadt ein­fach mit dem Fahr­rad ent­de­cken. Also Cam­per abstel­len, Fahr­rad raus und hin­ein nach Aar­hus. Mein ers­tes Ziel war Sal­ling ROOFTOP mit­ten in der Innenstadt.

Aarhus – eine alte Wikingerstadt

Aar­hus ist heu­te die zweit­größ­te Stadt Däne­marks, sei­ne Geschich­te reicht aber weit zurück. Schon in der Wikin­ger­zeit gab es hier eine Sied­lung. Damals hieß die Stadt Aros und lag rund um das Gebiet des heu­ti­gen Doms. Archäo­lo­gi­sche Fun­de rei­chen bis etwa ins Jahr 700 zurück. Durch die Lage an der Aar­hus­bucht und an der Mün­dung des Flus­ses ent­wi­ckel­te sich Aros zu einem wich­ti­gen Handelsplatz.

Das alte Zen­trum kann man bis heu­te rund um Store Torv, Lil­le Torv und den Dom erken­nen. Sogar die Wikin­ger sind dort noch unter der heu­ti­gen Stadt zu fin­den: Direkt beim Dom gibt es ein klei­nes unter­ir­di­sches Wikin­ger­mu­se­um. Etwa drei Meter unter dem heu­ti­gen Stra­ßen­ni­veau befin­det man sich dort auf dem Niveau, auf dem vor mehr als 1.000 Jah­ren die Men­schen im dama­li­gen Aros leb­ten. Drin war ich nicht. 

Salling ROOFTOP – mein Lieblingsplatz in Aarhus

Mein eigent­li­ches Ziel war aller­dings erst ein­mal das Kauf­haus Sal­ling. Denn ganz oben auf dem Gebäu­de befin­det sich Sal­ling ROOFTOP mit dem ROOFGARDEN. (Quel­le: Offi­zi­el­le Sei­te Sal­ling ROOFTOP Aar­hus
)

Und der war wirk­lich klasse.

Oben gibt es nicht ein­fach nur eine Dach­ter­ras­se. Der ROOFGARDEN ist ein rund 1.400 Qua­drat­me­ter gro­ßer klei­ner Stadt­park mit Pflan­zen, Wegen, Sitz­plät­zen und Kunst. Dazu kommt der Blick über die Dächer von Aar­hus. Der Dach­gar­ten wur­de 2017 eröff­net und kann kos­ten­los besucht werden.

Beson­ders bekannt ist der SKYWALK. Die glä­ser­ne Platt­form ragt über die Fas­sa­de hin­aus und befin­det sich 27 Meter über der Ein­kaufs­stra­ße Strø­get. Man kann durch den Boden direkt hin­un­ter auf die Stra­ße schauen.

Ich ver­brach­te eine gan­ze Wei­le dort oben und fuhr anschlie­ßend wie­der mit dem Fahr­rad zurück zu mei­nem Camper.

Salling Rooftop in Aarhus mit Dachgarten, Aussichtsplattform und Blick über die Dächer der Stadt
Der Sal­ling Roof­top mit­ten in Aar­hus – Dach­gar­ten, Aus­sichts­platt­form und über­ra­schen­de Per­spek­ti­ven über den Dächern der Stadt.

Frühstück über den Dächern von Aarhus

Nach einer guten Nacht ging es am nächs­ten Mor­gen wie­der mit dem Fahr­rad in die Innen­stadt. Ich woll­te noch ein biss­chen ein­kau­fen und lan­de­te zunächst in einer Ein­kaufs­ga­le­rie und erkun­de­te die Läden. Däne­mark ist jedoch um eini­ges teu­rer als Deutsch­land, zumin­dest emp­fin­de ich es so. Aber schau­en kann man ja immer. 

Danach hat­te ich Hun­ger und hol­te mir bei GRØD eine Açaí Bowl und einen Chai Lat­te zum Mit­neh­men. Ein rich­tig net­ter klei­ner Laden mit sehr freund­li­chen Ange­stell­ten und einer tol­len Spei­se­kar­te. Man kann dort auch direkt sit­zen, aber es war sehr voll. Des­halb nahm ich mei­ne Sachen zum Mit­neh­men und mach­te mich auf den Weg an einen schö­nen Platz.

Und weil es mir am Vor­tag im Sal­ling ROOFTOP so gut gefal­len hat­te, ging ich ein­fach noch ein­mal hin­auf. Mei­ne Açaí Bowl war zwar nicht von dort – ich glau­be, das war eigent­lich auch nicht erlaubt –, aber es war ein­fach so ein schö­ner Ort und ich genoss dort mein Früh­stück mit Blick über Aarhus. 

GRØD in Aarhus mit Açaí Bowls und Getränken
Bei GRØD in Aar­hus gab es herr­li­che, fruch­ti­ge Açaí Bowls und fri­schen Top­pings mit Chai und Matcha Latte

Aarhus Dom – die längste Kirche Dänemarks

Danach ging es wei­ter zum Aar­hus Dom­kir­ke, der mit­ten im his­to­ri­schen Zen­trum am Store Torv steht. (Quel­le: Offi­zi­el­le Web­site des Aar­hus Doms)

Der Dom gehört zu den bedeu­tends­ten Bau­wer­ken der Stadt. Der Grund­stein wur­de um 1200 gelegt, spä­ter wur­de die Kir­che im goti­schen Stil erwei­tert. Heu­te ist sie mit etwa 93 Metern die längs­te Kir­che Däne­marks. Der Turm erreicht rund 96 Meter Höhe.

Im Inne­ren gibt es eini­ges zu ent­de­cken. Beson­ders sehens­wert sind die erhal­te­nen mit­tel­al­ter­li­chen Wand­ma­le­rei­en und der gro­ße spät­go­ti­sche Altar des Lübe­cker Künst­lers Bernt Not­ke. Auch die Orgel ist gewal­tig – sie besitzt mehr als 6.000 Pfei­fen und 4 Manuale. 

Der Dom ist dem hei­li­gen Cle­mens geweiht. Das passt wie­der­um zur Geschich­te Aar­hus’ als Hafen- und Han­dels­stadt, denn Cle­mens galt unter ande­rem als Schutz­hei­li­ger der Seefahrer.

Aarhus Dom mit Backsteinfassade, Kirchenschiff, Kanzel und historischen Wandmalereien
Der Aar­hus Dom beein­druckt nicht nur durch sei­ne Grö­ße, son­dern auch durch sein hel­les Kir­chen­schiff, die reich ver­zier­te Kan­zel und die erhal­te­nen mit­tel­al­ter­li­chen Wandmalereien.

Vom alten Aarhus zum neuen Hafen

Auf mei­nem Rück­weg kam ich noch an Dokk1 vor­bei. Und damit lan­det man inner­halb weni­ger Minu­ten vom mit­tel­al­ter­li­chen Aar­hus mit­ten in der moder­nen Stadt. (Quel­le: Dokk1 bei Visi­tA­ar­hus)

Dokk1 steht direkt am Hafen und beher­bergt unter ande­rem die Haupt­bi­blio­thek der Stadt. Rund­her­um hat sich das ehe­ma­li­ge Hafen­ge­biet stark ver­än­dert. Direkt am Was­ser ent­stand mit Aar­hus Ø ein neu­es Stadt­vier­tel mit moder­ner Architektur.

Lei­der fing es inzwi­schen rich­tig an zu reg­nen. Und bei Regen hat­te ich mit mei­nem Fahr­rad dann doch kei­ne gro­ße Lust mehr auf wei­te­re Stadtbesichtigungen.

Also fuhr ich zurück zu mei­nem Cam­per, mach­te mich wie­der auf den Weg und ließ Aar­hus hin­ter mir. Aber ein ers­ter Ein­druck war gewonnen.

Dokk1 am Hafen von Aarhus mit moderner Architektur und historischem Backsteingebäude
Alt und neu direkt neben­ein­an­der: das moder­ne Dokk1 am Hafen von Aar­hus und die his­to­ri­sche Archi­tek­tur gleich daneben.

Was ich in Aarhus nicht gesehen habe

Zu den bekann­tes­ten Sehens­wür­dig­kei­ten gehö­ren das Kunst­mu­se­um ARoS mit Olaf­ur Eli­as­sons begeh­ba­rem Your rain­bow pan­ora­ma, das Frei­licht­mu­se­um Den Gam­le By und etwas außer­halb das Moes­gaard Muse­um mit sei­nen archäo­lo­gi­schen Samm­lun­gen. Your rain­bow pan­ora­ma hat­te ich vom Roof­gar­den aus immer­hin schon entdeckt.

Aber ich muss auf mei­ner Rei­se auch nicht in jeder Stadt alles gese­hen haben.

Von Aar­hus wer­de ich wahr­schein­lich sowie­so vor allem einen Ort in Erin­ne­rung behal­ten: Sal­ling ROOFTOP. Ich war inner­halb von zwei Tagen gleich zwei­mal dort oben – das sagt eigent­lich schon alles.

Und mei­ne Açaí Bowl mit Chai Lat­te über den Dächern von Aar­hus gehört für mich inzwi­schen genau­so zu die­ser Rei­se wie Dünen, Leucht­tür­me und das Meer.

Blick über Aarhus mit Your Rainbow Panorama auf dem Dach des ARoS Kunstmuseums
Über den Dächern von Aar­hus leuch­tet „Your Rain­bow Pan­ora­ma“, der begeh­ba­re Regen­bo­gen des ARoS Kunstmuseums.

Und natürlich wuchsen auch in Aarhus Wildpflanzen

Auch mit­ten in Aar­hus blieb mein Blick immer wie­der am Weges­rand hän­gen. Beson­ders häu­fig begeg­ne­te mir hier das Gewöhn­li­che Lein­kraut (Lina­ria vul­ga­ris) mit sei­nen leuch­tend gel­ben Blüten.

Es gehört zu den Pflan­zen, die auch mit tro­cke­nen und eher mage­ren Stand­or­ten gut zurecht­kom­men. Beson­ders schön fin­de ich sei­ne Blü­ten. Sie erin­nern ein wenig an klei­ne Löwen­mäul­chen und besit­zen einen lan­gen Sporn. Der Ein­gang zur Blü­te ist zunächst ver­schlos­sen und muss von einem kräf­ti­gen Insekt geöff­net wer­den. Vor allem Hum­meln schaf­fen es, die Unter­lip­pe her­un­ter­zu­drü­cken und so an den Nek­tar im Inne­ren zu gelangen.

Das Lein­kraut wur­de frü­her auch in der Volks­heil­kun­de ver­wen­det. Man kann­te es unter ande­rem als harn­trei­ben­des und leicht abfüh­ren­des Kraut, äußer­lich wur­de es bei Haut­be­schwer­den und Hämor­rhoi­den ein­ge­setzt. Heu­te spielt es in der Pflan­zen­heil­kun­de kaum noch eine Rolle.

Gewöhnliches Leinkraut mit gelb-orangefarbenen Blüten und einer Hummel
Das Gewöhn­li­che Lein­kraut (Lina­ria vul­ga­ris) mit sei­nen auf­fäl­li­gen gel­ben Blü­ten und oran­ge­far­be­nem Schlund – hier gera­de gut besucht von einer Hummel.

Wildpflanzen kennenlernen und durch das Jahr begleiten

Wenn Du Lust hast, Wild­pflan­zen nicht nur am Weges­rand zu sehen, son­dern sie wirk­lich ken­nen­zu­ler­nen, dann beglei­te mich in mei­nem Kurs Mit den Wild­pflan­zen durchs Jahr.

Dort schau­en wir uns Monat für Monat die Pflan­zen an, die gera­de drau­ßen wach­sen. Du lernst sie in ihren unter­schied­li­chen Ent­wick­lungs­sta­di­en ken­nen, erfährst, wor­an Du sie sicher erkennst und wie Du sie in der Küche oder tra­di­tio­nell in der Volks­heil­kun­de ver­wen­den kannst.

👉 Hier fin­dest Du alle Infor­ma­tio­nen zu „Mit den Wild­pflan­zen durchs Jahr“

Häufige Fragen zu Aarhus

Was sollte man in Aarhus unbedingt sehen?

Zu den bekann­tes­ten Sehens­wür­dig­kei­ten in Aar­hus gehö­ren ARoS, Den Gam­le By, der Aar­hus Dom und das Hafen­vier­tel. Mein per­sön­li­ches High­light war aller­dings Sal­ling ROOFTOP mit sei­nem kos­ten­lo­sen Dach­gar­ten und dem Blick über die Stadt.

Ist Salling ROOFTOP kostenlos?

Ja, Sal­ling ROOFTOP und der ROOFGARDEN kön­nen kos­ten­los besucht wer­den. Beson­ders bekannt ist der glä­ser­ne Sky­walk hoch über der Ein­kaufs­stra­ße Strøget.

Kann man Aarhus gut mit dem Fahrrad erkunden?

Ich habe mei­nen Cam­per außer­halb abge­stellt und Aar­hus mit dem Fahr­rad erkun­det. Für mich war das eine sehr prak­ti­sche Mög­lich­keit, um in die Innen­stadt und spä­ter wie­der zurück zum Cam­per zu kommen.

Weiterlesen

Und wenn Du noch ein Stück mit mir durch Däne­mark rei­sen möch­test, fin­dest Du hier mei­ne wei­te­ren Erlebnisse:

→ Råb­jerg Mile und die ver­san­de­te Kir­che – unter­wegs mit dem Sand

→ Rub­jerg Knu­de Fyr – der Leucht­turm in den Dünen

→ Von Nør­re Vor­upør bis Løk­ken – immer am Meer entlang

→ Alle Arti­kel aus „Rei­sen & Begeg­nun­gen“ entdecken

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