Grünes Löwenzahnpesto im Mörser

Löwenzahnpesto selber machen: Löwenkräfte für Herbst und Winter

Löwenzahnpesto selber machen: mein einfaches Rezept mit Gundelrebe, Knoblauch und Cashews, dazu Tipps zur Haltbarkeit und gegen Bitterkeit.

Ich schät­ze die Kräf­te des Löwen­zahns sehr. Er stellt sich uns mit sei­ner grü­nen Blatt­fül­le zur Ver­fü­gung, und wir dür­fen ein­fach zugrei­fen. Die Tie­re lie­ben ihn schon immer, von den Men­schen wird er dage­gen oft als „läs­ti­ges“ Unkraut aus den Gär­ten ent­fernt. Ich mache aus ihm lie­ber ein Pes­to, das auch im Herbst und Win­ter noch Löwen­kräf­te schenkt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Für das Pes­to brauchst Du eine Hand­voll Löwen­zahn­blät­ter, etwas Gun­del­re­be, Knob­lauch, Cas­hews, Salz und Olivenöl.
  • Lie­ber mör­sern oder nur kurz mixen, sonst wird das Pes­to schnell bitter.
  • Löwen­zahn­blät­ter kannst Du bis zu den ers­ten Frös­ten sammeln.
  • Fri­sches Pes­to hält im Kühl­schrank etwa eine Woche, für den Vor­rat frierst Du es ein.
  • Bei Gal­len­stei­nen oder Gal­len­weg­s­be­schwer­den bit­te vor­her ärzt­lich abklären.

Der Löwenzahn: voller Kraft

Wenn man ihn sich genau betrach­tet, ist er vol­ler Kraft. Er wächst mit­ten in der Stadt in der Beton­wüs­te, drückt sich durch den Teer nach oben und zeigt sich in sei­ner schlich­ten Schön­heit. Sei­ne Blät­ter lie­gen in einer Rosette am Boden oder rich­ten sich auf. In der Mit­te zei­gen sich im Früh­jahr die Knos­pen und bald dar­auf die strah­lend gel­ben Blü­ten. Spä­ter wan­delt sich die Blü­te zur Pus­te­blu­me, fliegt mit dem Wind davon und sucht sich ein neu­es Zuhau­se. Die Wur­zel kann gut einen Meter tief in den Boden rei­chen. So ist er stark ver­an­kert und nicht leicht zu ver­trei­ben, wie alle Gärt­ne­rin­nen bestä­ti­gen können.

Ausgegrabene Löwenzahnpflanzen mit langen Pfahlwurzeln
Die Wur­zel des Löwen­zahns reicht tief in den Boden

Schon seit Urzei­ten besteht die Über­zeu­gung, dass wir Men­schen uns genau die­se Eigen­schaf­ten zu eigen machen kön­nen, wenn wir ihn in unser Leben holen. Wie herr­lich ist es im Früh­jahr, die fri­schen Blät­ter und Blü­ten­stän­gel pur zu knab­bern! Man kann aus den Blät­tern einen fri­schen Saft pres­sen, sie in den Salat oder in vie­le ande­re Spei­sen geben oder einen Tee dar­aus kochen.

Was der Löwenzahn kann

Tra­di­tio­nell wird der Löwen­zahn bei Blä­hun­gen, Völ­le­ge­fühl und Magen­be­schwer­den geschätzt. Sei­ne Bit­ter­stof­fe las­sen die Gal­le gut flie­ßen und unter­stüt­zen die Ver­dau­ung. Die Euro­päi­sche Arz­nei­mit­tel-Agen­tur (EMA) stuft ihn als tra­di­tio­nel­les pflanz­li­ches Arz­nei­mit­tel bei leich­ten Ver­dau­ungs­be­schwer­den ein. In der Volks­heil­kun­de galt er außer­dem als Pflan­ze, die die Leber ent­las­tet. Er ent­hält vie­le Bit­ter­stof­fe, dazu Kali­um, Vit­amin C, Fla­vo­no­ide und Schleimstoffe.

Wich­tig: Weil der Löwen­zahn den Gal­len­fluss anregt, kön­nen sich vor­han­de­ne Gal­len­stei­ne bewe­gen und eine Gal­len­ko­lik aus­lö­sen. Wenn Du Gal­len­stei­ne hast oder Beschwer­den an den Gal­len­we­gen, sprich vor einer Löwen­zahn­kur mit Dei­ner Ärz­tin oder Dei­nem Arzt. Bei einer All­er­gie gegen Korb­blüt­ler lässt Du ihn bes­ser weg. Er ist und bleibt eine Heil­pflan­ze, deren Wir­kung man ken­nen sollte.

Löwenzahn im Herbst sammeln

Wenn die ers­ten Frös­te kom­men, blei­ben die Blatt­ro­set­ten noch am Boden zu sehen, und Du kannst Dir die kräf­ti­gen Blät­ter noch holen. Man sieht der Pflan­ze aber an, dass sie ihre Kräf­te in die Wur­zel zurück­zieht. Ein pri­ma Zeit­punkt, um Wur­zeln zu ern­ten, mehr dazu in mei­nem Arti­kel Ess­ba­re Wur­zeln von Wild­pflan­zen: gra­ben, erken­nen und Rezep­te. Ich kon­ser­vie­re mir den Löwen­zahn aber auch gern als Pesto.

Rezept: Löwenzahnpesto

Es braucht nicht vie­le Zuta­ten. Am bes­ten gehst Du am Mor­gen hin­aus und ern­test fri­schen Löwenzahn.

Zutaten

  • eine Hand­voll Löwenzahnblätter
  • 10 Blät­ter Gun­del­re­be (optio­nal, mag ich sehr, gibt einen wür­zi­ge­ren Geschmack)
  • 2 Knob­lauch­ze­hen (optio­nal, ich lie­be Knob­lauch einfach)
  • 40 g Cas­hews (es gehen auch Man­deln oder Pini­en­ker­ne, was Du magst)
  • etwas Salz
  • 100 ml Olivenöl

Zubereitung

Die Blät­ter waschen und gut tro­cken schüt­teln. Dann alles im Mör­ser zer­sto­ßen oder im Mixer zer­klei­nern. Vor­sicht: nicht zu lan­ge mixen, sonst kann das Pes­to leicht bit­ter werden.

Grünes Löwenzahnpesto im Mörser
Mein Löwen­zahn­pes­to, frisch gemörsert

Variante mit Brennnessel

Ich habe noch ein wei­te­res Pes­to mit Brenn­nes­sel­spit­zen, Löwen­zahn und Gun­del­re­be gemacht und nur mit 3 Knob­lauch­ze­hen, etwas Salz und Oli­ven­öl ver­mör­sert. Es ist rich­tig köst­lich geworden!

So lange hält das Pesto

Ich fül­le das Pes­to in ein aus­ge­koch­tes Glas, bede­cke es mit einer Schicht Öl und stel­le es in den Kühl­schrank. Weil fri­sche Kräu­ter in Öl kein Vor­rat sind, soll­te es dort inner­halb von etwa einer Woche auf­ge­ges­sen sein, was bei mir ohne­hin pas­siert. Für einen Vor­rat frierst Du das Pes­to am bes­ten por­ti­ons­wei­se ein, zum Bei­spiel in Eis­wür­fel­for­men. Wie das mit Löwen­zahn geht, zei­ge ich Dir in Löwen­zahn ein­frie­ren: so hast Du auch im Win­ter fri­sche Löwen­kraft.

Pes­to ist ein lecke­rer Brot­auf­strich, passt super in Salat­so­ßen oder als Dip für Gemü­se. Als mir bei mei­nen Sam­mel­spa­zier­gän­gen die Schopftint­lin­ge buch­stäb­lich ent­ge­gen­hüpf­ten, habe ich sie ange­bra­ten und mit Brat­kar­tof­feln und Löwen­zahn­pes­to geges­sen. Was soll ich sagen: ein­fach lecker!

Teller mit angebratenen Schopftintlingen, Bratkartoffeln und Löwenzahnpesto
Schopftint­lin­ge mit Brat­kar­tof­feln und Löwenzahnpesto

Den Löwen­zahn und die Gun­del­re­be stel­le ich Dir in mei­nem Online­kurs Mit den Wild­pflan­zen durchs Jahr aus­führ­lich vor, zusam­men mit vie­len wei­te­ren ess­ba­ren Wild­pflan­zen vor Dei­ner Haustür.

Viel Freu­de beim Nach­ma­chen und Aus­pro­bie­ren! Erzähl mir gern in den Kom­men­ta­ren von Dei­nen Vari­an­ten und wie es Dir schmeckt.

Häufige Fragen zum Löwenzahnpesto

Wird Löwenzahnpesto bitter?

Ein wenig Bit­ter­keit gehört dazu. Wenn Du zu lan­ge mixt, wird es aber deut­lich bit­te­rer, des­halb lie­ber mör­sern oder nur kurz mixen.

Wie lange hält Löwenzahnpesto?

Im Kühl­schrank mit einer Schicht Öl etwa eine Woche. Ein­ge­fro­ren meh­re­re Monate.

Kann ich Löwenzahn im Herbst noch sammeln?

Ja, bis zu den ers­ten Frös­ten fin­dest Du noch kräf­ti­ge Blät­ter in den Rosetten.

Welche Nüsse passen ins Pesto?

Cas­hews, Man­deln oder Pini­en­ker­ne, ganz nach Dei­nem Geschmack.

Wozu passt Löwenzahnpesto?

Aufs Brot, in Salat­so­ßen, als Dip, zu Brat­kar­tof­feln oder Nudeln.

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Ich bin Hei­ke Engel, Heil­prak­ti­ke­rin, Qigon­g­leh­re­rin, Fach­be­ra­te­rin für Selbst­ver­sor­gung mit ess­ba­ren Wild­pflan­zen und Pilz­coach. Hier auf Strah­le­Mensch tei­le ich mein Wis­sen über Wild­pflan­zen, Pil­ze, Natur­heil­kun­de und Qigong und beglei­te Men­schen in Kur­sen und Online-Ange­bo­ten zurück zur Natur und ein Stück näher zu sich selbst.

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Heike Engel von StrahleMensch

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