Jeder kennt die glänzenden Früchte der Rosskastanie, und viele kennen auch die Venensalben, in denen ihr Wirkstoff steckt. Ganz einfach kannst Du Dir eine solche Salbe auch selbst herstellen. Sie ist eine Wohltat für müde, schwere Beine.
Das Wichtigste in Kürze
- Für meine Rosskastanien-Salbe brauchst Du 20 ml Rosskastanien-Tinktur, 20 ml Olivenöl und 6 g Bienenwachs, nach Wunsch etwas Lanolin.
- Öl und Wachs schmelze ich im Wasserbad, rühre die erwärmte Tinktur ein und rühre, bis die Salbe fest wird.
- Ich verwende die Salbe äußerlich bei müden, schweren Beinen, nach langem Sitzen oder Reisen und bei kleinen Blutergüssen.
- Im Kühlschrank hält sie etwa drei Monate.
- Venenbeschwerden gehören ärztlich abgeklärt. Ein plötzlich geschwollenes, schmerzhaftes Bein ist ein Notfall.

Was macht die Rosskastanie so besonders?
Der wichtigste Inhaltsstoff der Rosskastanie ist Aescin, ein Gemisch aus Saponinen. Es dichtet die feinen Gefäße ab und soll verhindern, dass Flüssigkeit aus den Venen ins Gewebe austritt. Äußerlich angewendet gelten Rosskastanien-Zubereitungen traditionell als hilfreich bei schweren Beinen und bei Blutergüssen. So ordnet es auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) ein. Eine selbst gemachte Salbe ist allerdings nicht standardisiert und nicht mit einem Arzneimittel vergleichbar.
Ich verwende meine Salbe zum Beispiel bei müden, schweren Beinen, einem Spannungsgefühl in den Waden, nach langen Autofahrten oder Flugreisen und bei kleinen Blutergüssen.
Zuerst: die Rosskastanien-Tinktur
Für die Salbe brauchst Du eine Rosskastanien-Tinktur. Sie ist schnell angesetzt und sollte etwa vier Wochen ziehen. Wie ich sie herstelle, erkläre ich Dir in meinem Artikel Rosskastanien-Tinktur herstellen: Anleitung und Anwendung bei schweren Beinen.
Rosskastanien-Salbe: Das brauchst Du
- 20 ml Rosskastanien-Tinktur
- 20 ml Olivenöl
- 6 g Bienenwachs
- nach Wunsch 10 g Lanolin, das macht die Salbe geschmeidiger
- nach Wunsch 5 bis 20 Tropfen ätherisches Öl, zum Beispiel Rosmarin, Zitrone oder Wacholder. Mach am besten vorher eine Geruchsprobe.
- ein Wasserbad, einen zweiten kleinen Topf und ein kleines Schraubglas
So rühre ich meine Rosskastanien-Salbe
- Das Wasserbad aufstellen.
- Olivenöl, Bienenwachs und nach Wunsch das Lanolin darin vorsichtig schmelzen lassen und zu einer gleichmäßigen Masse verrühren.
- Nach Wunsch das ätherische Öl unterrühren und den Topf zur Seite stellen.
- In einem zweiten kleinen Topf die Rosskastanien-Tinktur ebenfalls erwärmen.
- Den Topf aus dem Wasserbad nehmen, die warme Tinktur zugeben und so lange rühren, bis die Salbe abkühlt und fest wird.
- Vor dem Erkalten eine kleine Probe auf ein Tellerchen geben, so kannst Du die Konsistenz prüfen.
- In ein kleines Schraubglas füllen, in das Du gut mit dem Finger hineinkommst, und beschriften.
Im Kühlschrank hält die Salbe etwa drei Monate. Am besten trägst Du sie zweimal täglich auf.
Wichtig: Venenbeschwerden wie geschwollene Beine oder Krampfadern sollten ärztlich abgeklärt werden. Ist ein Bein plötzlich geschwollen, warm, gerötet oder schmerzhaft, kann eine Thrombose dahinterstecken: Dann geh bitte sofort zum Arzt, bei Atemnot oder Brustschmerz ruf die 112. Trag die Salbe nicht auf offene Wunden oder entzündete Haut auf und teste sie zuerst an einer kleinen Hautstelle. Auch Lanolin (Wollwachs) und ätherische Öle können Allergien auslösen. Die Salbe ist für Erwachsene gedacht.
Häufige Fragen zur Rosskastanien-Salbe
Wofür verwende ich Rosskastanien-Salbe?
Äußerlich bei müden, schweren Beinen, einem Spannungsgefühl in den Waden, nach langen Autofahrten oder Flugreisen und bei kleinen Blutergüssen. So wird die Rosskastanie auch traditionell angewendet.
Wie oft trage ich die Salbe auf?
Am besten zweimal täglich. Massiere sie sanft von den Füßen zum Herzen hin ein.
Wie lange hält die Rosskastanien-Salbe?
Im Kühlschrank etwa drei Monate. Riecht sie ranzig oder verändert sie sich, wirf sie weg.
Kann ich die Salbe ohne Lanolin machen?
Ja. Lanolin macht die Salbe geschmeidiger und hilft, die Tinktur gut einzubinden. Ohne Lanolin wird sie etwas fester.
Kann ich statt Olivenöl ein anderes Öl nehmen?
Ja, zum Beispiel Mandelöl oder Sonnenblumenöl. Wichtig ist ein frisches, gutes Öl, denn davon hängt die Haltbarkeit ab.

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Ich bin Heike Engel, Heilpraktikerin, Qigonglehrerin, Fachberaterin für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen und Pilzcoach. Hier auf StrahleMensch teile ich mein Wissen über Wildpflanzen, Pilze, Naturheilkunde und Qigong und begleite Menschen in Kursen und Online-Angeboten zurück zur Natur und ein Stück näher zu sich selbst.
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12 Kommentare
Zuwenig gerührt meine Salbe ist nicht fest, nochmal wärmen?
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Wenn die Salbe noch nicht fest geworden ist, erwärme nochmals und gebe noch etwas Bienenwachs hinzu. Es ist immer gut eine kleine Probe auf einem Tellerchen zu machen ob es fest genug wird. Viel Erfolg! Grüße Heike
Die Creme ist am Anfang super nur wenn man mit dem Finger etwas aus dem Döschen nimmt, sintert die Tinktur aus, das heißt sie ist nicht mehr homogen – warum?
Würde mich über einen Tipp freuen!
LG Brigitte
Hallo liebe Brigitte, das tut mir leid. Lass es nochmals erwärmen und rühre nochmals 3 g Bienenwachs ein. Wichtig ist, dass Du die Creme bis zum kalt werden rührst. So wird es schön homogen. Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei. Ich werde die Bienenwachs-Menge im Rezept etwas anpassen und auch empfehlen vor dem Erkalten eine Probe zu machen. Vielen Dank für Deine Rückmeldung.
Liebe Heike,
durch ein ralativ kaltes (handwarmes) Verarbeiten und die Zugabe unserer wunderbaren Sheabutter (10–20%) gibt es meist eine sehr gute Konsistenz, die auch so haltbar ist (am besten aufschäumen).
(Da jedes Bienenwachs sehr individuell festigt, ist es gut, wenn man sich die optimale Menge notiert und dann mit der entsprechenden Charge danach arbeitet).
Und: man könnte mit der Tinktur und einem schönen Öl, evtl. auch mit Johanniskraut oder Schafgarbe, eine Schüttellotion machen – immer grad soviel anmachen, wie man in der nächsten Zeit braucht.
HerzensGrüße und alles Liebe vom Kräuterzentrum Wasenhof
ChrisTine
P.S: ich lasse meine Ansätze immer sehr viel länger reifen. Sie werden dadurch intensiver, feiner und runder und so können wir die ganze Heilkraft unserer Pflanzenhelfer voll nützen.
Hallo liebe ChrisTine, vielen lieben Dank für Deine wundervollen Anregungen und Inspriationen. Viele herzliche Grüße Heike
Liebe Heike, ich finde es sehr Großherzig ? von dir die Rezepte einfach so zur Verfügung zu stellen, herzlichen Dank dafür!
Ich habe noch keine Erfahrung mit all diesen guten Rezepten, probiere sie aber gleich aus!
Liebe Grüße Christa.
Hallo liebe Christa, es kommt von Herzen.….ich freue mich so sehr wenn ich die Menschen ein Stückweit in die Welt der Wildpflanzen mit hinein nehmen kann. Herzliche Grüße Heike
Hallo Heike,
ich danke Dir sehr für dieses sehr gut beschriebene/erklärte Rezept. Eine Kastanientinktur kannte ich schon, aber für meine Tante, die eine empfindliche Haut hat, war dies zu “scharf”. Jetzt kann ich ihr endlich ein kleines Geschenk machen, um ihren müden Beinen nach einem langen Tag etwas Erholung zu verschaffen.
Ich glaube, dass die Liebe und Sorgfalt, mit der ich meine selbstgemachten Salben und Tinturen herstelle, als zusätzliche Energie beim Empfänger dieser Geschenke ankommt und somit, die Wirksamkeit erhöht (auch wenn das wissenschaftlich nicht nachweisbar ist) – einfach, weil Zuneigung und Achtsamkeit immer positiv wirken!
Sei gegrüßt und gesegnet für das Geschenk, dass Du allen mit diesem Rezept anbietest.
Micha
Liebe Micha, danke Dir für Deine Rückmeldung und es ist auch meine Meinung – die Gedanken und Gefühle welche wir beim Erstellen von unseren Schätzen mit hineingeben wirken. Ich versuche das auch im Alltag zu leben – im kochen für die Familie. Energien sind übertragbar und es ist so schön, was Du machst. Weiter so – Herzliche Grüße Heike
Vielen Dank für dir tolle Anleitung.
Ich verarbeite nun im 2. Jahr Kastanien zu einer Tinktur und mache regelmässig die Salbe.
Ich erhöhe den Anteil des Bienenwachses bei mir auch immer wieder, damit sich alles schön bindet. Daher starte ich einfach gemäss der Anleitung und begleite den Prozess mit individuellen Anpassungen.
Hallo Sandra, einfach immer eine kleine “Gelierprobe” machen und prüfen, ob es den eigenen Ansprüchen schon genügt. Ich wünsche Dir viel Freude
Liebe Grüße Heike