Glas mit selbst angesetztem Quittenlikör voller Quittenstücke, daneben ganze Quitten und Zitronenscheiben

Quittenlikör selber machen: mein Rezept mit Zitrone, Zimt und Kandis

Dieses Jahr gab es viele Früchte, auch mein kleines Quittenbäumchen bog sich unter den großen Früchten. So lass ich mir dieses Jahr einiges einfallen, was ich aus den Quitten zaubern kann. Hier bastle ich einen Likör. Vielleicht braucht ihr auch noch Anregungen für die Quittenfülle:

Quit­ten­li­kör ist eines mei­ner liebs­ten Mit­bring­sel aus dem eige­nen Gar­ten. Ich habe eine Bir­nen­quit­te, weil ich ihr Aro­ma etwas lieb­li­cher fin­de, und mitt­ler­wei­le kann ich wirk­lich fast alle Bestand­tei­le der Quit­te ver­wen­den. Das freut mich sehr, und ich gebe es gern an Dich wei­ter. Heu­te zei­ge ich Dir mei­nen Likör. Alle mei­ne Quit­ten-Rezep­te fin­dest Du in mei­nem Arti­kel Quit­ten ver­ar­bei­ten.

Das Wich­tigs­te in Kürze

  • Für mei­nen Quit­ten­li­kör brauchst Du ca. 500 g Quit­ten, eine Bio-Zitro­ne, 200 bis 250 g Kan­dis und 700 ml Wod­ka oder Korn.
  • Der Likör zieht etwa 6 Wochen und reift danach noch 2 bis 3 Wochen in der Fla­sche nach.
  • Mein Tipp: Das klein geschnit­te­ne Frucht­fleisch erst etwas oxi­die­ren las­sen, dann wird der Likör schön dunkel.
  • Eine Zimt­stan­ge ist optio­nal, passt aber wun­der­bar zur Weihnachtszeit.
  • Rich­tig kalt genie­ßen, und als Mit­bring­sel kommt er immer gut an.

Was ist Quittenlikör?

Quit­ten­li­kör ist ein selbst ange­setz­ter Likör aus Quit­ten­stü­cken, Zitro­ne, Kan­dis und Alko­hol, der etwa 6 Wochen zieht.

Zutaten für meinen Quittenlikör

  • ca. 500 g Quit­ten (sind bei mir ca. 3 bis 4 Stück)
  • eine Bio-Zitro­ne
  • 200 bis 250 g Kan­dis (je nach Geschmack)
  • 700 ml Alko­hol (Wod­ka oder Korn, was Du da hast)
  • 1 Stan­ge Zimt (optio­nal, wenn Du den Geschmack magst. Ich fin­de, sie passt toll zur Quit­te und geht ja auch in die Weihnachtszeit.)

Wie mache ich Quittenlikör?

  1. Die Quit­ten mit einem Küchen­tuch vom Flaum befrei­en und waschen.
  2. Hal­bie­ren und das Frucht­fleisch rund um das Kern­ge­häu­se abschneiden.
  3. Das Frucht­fleisch klein schnei­den und etwas ste­hen las­sen, damit es oxi­diert. Dann wird der Likör spä­ter schön dunkel.
  4. Die Zitro­ne heiß abwa­schen, die Scha­le etwas abras­peln und die Zitro­ne auspressen.
  5. Quit­ten­stü­cke mit Zitro­nen­saft, Zitro­nen­scha­le, Zimt­stan­ge und Kan­dis in ein Glas geben und den Alko­hol darübergießen.
  6. Das Glas beschrif­ten, schüt­teln und ca. 6 Wochen zie­hen las­sen. Dabei immer wie­der schütteln.
  7. Den Likör fil­tern und in hüb­sche Fla­schen abfüllen.
  8. Noch 2 bis 3 Wochen nach­rei­fen las­sen (je län­ger, des­to bes­ser) und rich­tig kalt genießen.

Mein Zeit­plan: Quit­ten­li­kör zieht etwa 6 Wochen und darf danach noch 2 bis 3 Wochen nachreifen.

SchrittDau­er
Anset­zenTag 1
Zie­hen lassenca. 6 Wochen, dabei immer wie­der schütteln
Fil­tern und abfüllennach etwa 6 Wochen
Nach­rei­fen2 bis 3 Wochen, je län­ger, des­to bes­ser (Jah­re­lang ist noch besser)

Warum wird mein Quittenlikör so schön dunkel?

Weil ich das klein geschnit­te­ne Frucht­fleisch vor dem Anset­zen etwas ste­hen las­se. Dabei oxi­diert es und wird braun, und die­se Far­be gibt es spä­ter an den Likör ab.

Es ist ein wun­der­ba­res Mit­bring­sel. Wei­te­re Ideen für Dei­ne Quit­ten fin­dest Du in mei­nen Rezep­ten für Quit­ten­mar­me­la­de, Quit­ten­mus, Quit­ten­brot und Quit­ten-Chut­ney. Viel Freu­de beim Nachmachen!

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Mehr über die Quitte

Es gibt die Apfel- und die Bir­nen­quit­te. Die Quit­te gehört zu den Rosen­ge­wäch­sen, das sieht man an der Blü­te im Früh­jahr, und es waren mal wie­der die Römer, die sie zu uns brach­ten. Die Frucht ist sehr hart und nicht zum Rohes­sen geeig­net, und doch kann man unglaub­lich vie­le Din­ge aus ihr zaubern.

In der Volks­heil­kun­de wur­de die Quit­te frü­her bei Magen-Darm-Beschwer­den und als stär­ken­de Spei­se ver­wen­det. Aus den Samen, die wegen der ent­hal­te­nen Blau­säu­re nicht ver­zehrt wer­den soll­ten, stell­te man einen Schleim her, der bei Hus­ten und Durch­fall ange­wen­det wur­de. Mehr dazu liest Du in mei­nem Arti­kel über Quit­ten­ker­ne, und alles Wei­te­re rund um die Quit­te fin­dest Du in mei­nem Arti­kel Quit­ten ver­ar­bei­ten.

Häufige Fragen zum Quittenlikör

Welcher Alkohol eignet sich für Quittenlikör?

Ich neh­me Wod­ka oder Korn, je nach­dem, was gera­de da ist.

Wie lange muss Quittenlikör ziehen?

Etwa 6 Wochen, dabei immer wie­der schüt­teln. Nach dem Abfül­len las­se ich ihn noch 2 bis 3 Wochen nach­rei­fen, je län­ger, des­to besser.

Warum wird mein Quittenlikör dunkel?

Weil ich das Frucht­fleisch vor dem Anset­zen etwas oxi­die­ren las­se. Die brau­ne Far­be geht dann auf den Likör über.

Muss ich die Quitten für Likör schälen?

Nein. Ich rei­be nur den Flaum mit einem Küchen­tuch ab und schnei­de das Frucht­fleisch rund um das Kern­ge­häu­se ab.

Kann ich den Zimt weglassen?

Ja, die Zimt­stan­ge ist optio­nal. Ich fin­de aber, sie passt toll zur Quitte.

Hast Du auch einen Quit­ten­baum? Dann schreib mir unten in die Kom­men­ta­re, was Du am liebs­ten aus Dei­nen Quit­ten machst. Ich freue mich auf Dei­ne Ideen!

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Alles rund um die Quit­te fin­dest Du in mei­nem E‑Book „Die Quit­te: von der Scha­le bis zum Kern“.

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4 Kommentare

  1. Lie­be Heike,
    das ist ein schö­nes Rezept, nach­dem ich mei­nen Quit­ten­li­kör auch mache. Ich füge noch eine Spur gemah­le­ne Nel­ke und 1/2 Stern­anis sowie Vanil­le hinzu.
    Eine Freun­din macht ihn ein­fach mit einem hal­ben TL Weih­nachts­plät­zen-Gewürz­mi­schung (Leb­ku­chen­ge­würz).

    Con­nies Weihnachts-Quittensirup
    (Men­gen­an­ga­be für ca. 1 l Sirup; Ergie­big­keit hängt u. a. von der Grö­ße der Quit­ten ab)

    Zuta­ten:
    2,5 – 3 kg Quit­ten (wenn mög­lich Bir­nen­quit­te) * ca. 1,5 l Was­ser * 375 g Zucker * 50 ml Zitro­nen­saft * Saft einer Oran­ge * 1 Stern­anis * 1 Zimt­stan­ge * etwas Vanille *
    1 MSP Nelkenpulver

    Zube­rei­tung:
    1. Den Flaum der Quit­ten mit einem Tuch gründ­lich abputzen.
    2. Quit­ten unter hei­ßem Was­ser abspülen.
    3. Quit­ten vier­teln und das Kern­ge­häu­se ent­fer­nen. (Ker­ne auf­he­ben für ‘Hus­teng­lib­ber’)
    4. Die Quit­ten­vier­tel in klei­ne Stü­cke schnei­den und zusam­men mit Was­ser, 100 g Zucker, Zitro­nen­saft, Oran­gen­saft und den Gewür­zen in einem höhe­ren Topf bei mitt­le­rer Hit­ze lang­sam aufkochen.
    5. Bei nied­ri­ger Tem­pe­ra­tur ca. 1 Stun­de köcheln las­sen. Immer wie­der mal umrüh­ren, damit nichts anbrennt.
    6. Ein mit einem sau­be­ren Geschirr­tuch oder einem Mull­tuch (Win­del) aus­ge­leg­tes Sieb über einen wei­te­ren Topf geben. Nach und nach die gekoch­te Quit­ten­mas­se samt Saft mit einer Kel­ler in das Tuch geben. (Es dau­ert etwas, bis der Saft durch den Stoff tropft; hier evtl. mit einem Koch­löf­fel ’nach­hel­fen’)
    7. Ist alle Quit­ten­mas­se in das Tuch gege­ben wor­den, die Zimt­stan­ge und den Stern­anis ent­fer­nen. Den Rest der Mas­se im Tuch aus­wrin­gen (Ach­tung: das Mus im Tuch kann noch sehr warm sein!)
    8. Den gewon­ne­nen Quit­ten­saft auf ca. 1 l ein­ko­chen. Gele­gent­lich umrühren.
    9. Den rest­li­chen Zucker hin­zu­fü­gen, noch­mals auf­ko­chen, gut durch­rüh­ren und mit­tels Trich­ter heiß in vor­ge­wärm­te, ste­ri­le Fla­schen abfüllen.
    10. Die Fla­schen sofort ver­schlie­ßen und abküh­len las­sen (Ach­tung: sehr heiß).
    11. Fla­schen beschrif­ten, kühl und dun­kel lagern.
    (wer die genann­ten Gewür­ze nicht vor­rä­tig hat, kann sich evtl. auch mit einem Tüt­chen Glüh­wein­ge­würz behel­fen?; viel­leicht pas­sen hier­zu auch ein Stück­chen Ing­wer oder eini­ge Pfef­fer­kör­ner – ich wer­de es mor­gen aus­pro­bie­ren und berichten)

    Der Sirup schmeckt im Win­ter, auf­ge­füllt mit sehr war­men Was­ser, ange­nehm wär­mend. Im Som­mer sorgt er, mit Eis­wür­feln ser­viert oder dezent über Vanil­le­eis gege­ben, für Abkühlung.

    Lite­ra­tur-Tipps:
    a) Moni­ka Schirm­er: Die Quit­te. Eine fast ver­ges­se­ne Frucht. 384 S.; ca. 40 €
    b) Zeit­schrift ‘Natur & hei­len’, 10/2018; Arti­kel ‘Gesun­de Herbst­früch­te – alte Sor­ten neu ent­de­cken’ (Quit­te, Mis­pel, Ber­be­rit­ze, Apfel­bee­re): Infor­ma­ti­ves zur Quit­te * Quit­ten­chips * Quit­ten­tee * Quit­ten­schleim * Quitten-Apfel-Crumble 

    Einen lie­ben Gruß Cornelia

  2. Lie­be Heike,
    dei­ne Rezep­te und Inspi­ra­tio­nen sind wirk­lich toll und freue mich immer, wenn eine neue Nach­richt kommt. Ich habe auch Quit­ten­schnaps (nach Rezept von einem Kräu­ter­kurs gemacht, den ich der­zeit besu­che) aber er ist mir geliert. Dann habe ich Anti­ge­lier­mit­tel dazu gemacht , dann ging es.
    Mei­ne Fra­ge: Was habe ich falsch gemacht oder ver­säumt, bzw. was muss ich tun, damit es nicht geliert, denn ich möch­te eigent­lich nicht Anti­ge­lier­mit­tel ver­wen­den? Viel­leicht kannst du mir einen Tipp geben. Lie­ben Dank. Ich habe mir extra noch­mal Quit­ten geholt um dein Quit­ten­öl her­zu­stel­len. Herz­li­che Grü­ße Petra

    1. Hal­lo lie­be Petra, Quit­ten ent­hal­ten auch Pek­tin. Schau mal wel­che Men­ge an Quit­ten du ver­wen­det hast und nimm das nächs­te mal weni­ger. Es braucht meist gar nicht so viel wie man denkt Dann dürf­te es klap­pen. Vie­le Grü­ße Heike

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