Der Frühling ist schon fortgeschritten, und die große Blütezeit des Löwenzahns klingt langsam ab. Überall stehen sie nun: die zarten, schwebenden Pusteblumen auf ihren langen, filigranen Stängeln.
Während ich an vielen Ecken bereits den Rasenmäher höre, der dieser wilden Schönheit ein schnelles Ende setzt, lohnt sich ein zweiter Blick. Denn der Löwenzahn hat jetzt noch einmal etwas ganz Besonderes zu bieten.
Er wächst hoch, kräftig und bildet lange, saftige Stängel – und genau diese können wir in unserer wilden Küche wunderbar verwenden.
In diesem Rezept zeige ich dir, wie du die oft übersehenen Löwenzahnstängel zusammen mit aromatischem Bärlauch in ein einfaches, wildes Frühlingsgericht verwandelst.
Zutaten
- 1 Handvoll lange Löwenzahnstängel (von verblühten Pflanzen)
- 20 Blätter frischer Bärlauch
- 1–2 EL vegane Butter (oder alternativ Olivenöl)
- Knoblauch
- Salz
- Löwenzahn- und Bärlauchblüten zur Deko und mitessen
Zuerst sammelst Du die Stängel des verblühten Löwenzahns. Achte dabei darauf, möglichst lange und kräftige Stängel zu finden – sie lassen sich später besonders gut verarbeiten.

Während Du einen Topf mit Wasser zum Kochen bringst, kannst Du in der Küche die verblühten Köpfchen von den Stängeln abschneiden.
Da bei mir im Garten noch eine Ecke mit frischem Bärlauch wächst, war die Entscheidung schnell getroffen: Es gibt Löwenzahnspaghetti mit Bärlauch.

Sobald das Salzwasser kocht, gibst Du die Stängel vorsichtig hinein. Anfangs sind sie noch etwas starr, doch schon nach kurzer Zeit werden sie weich, biegsam und schmiegen sich in den Topf.

Lasse sie etwa 5 bis 8 Minuten köcheln. Am besten probierst Du zwischendurch ein Stück: Wenn sie noch zu fest sind, brauchen sie etwas länger. Lässt Du sie weiterziehen, werden sie angenehm weich und zart – ganz wie bei klassischen Spaghetti. Du entscheidest, wie Du sie am liebsten magst.
Anschließend nimmst Du die Stängel aus dem Wasser und lässt sie gut abtropfen.
In einer Pfanne erhitzt Du etwas vegane Butter und brätst darin fein geschnittenen Bärlauch leicht an. Gib dann die Löwenzahnstängel dazu und schwenke alles gemeinsam in der Pfanne.

Kurz vor dem Servieren kannst Du noch etwas frisch geschnittenen Bärlauch hinzufügen und alles für ein bis zwei Minuten weiterbraten.
Dann sofort auf einen Teller geben und genießen.

Ich war wirklich überrascht, wie gut dieses einfache Gericht schmeckt – und wie aus etwas so Alltäglichem etwas ganz Besonderes werden kann.
Manchmal liegt das Besondere direkt vor unseren Füßen und wir dürfen nur wieder lernen, hinzusehen.
Der Löwenzahn, den viele als Unkraut betrachten, zeigt in diesem Gericht eine ganz andere Seite: zart, aromatisch und überraschend vielseitig.
Vielleicht ist genau das die schönste Einladung des Frühlings. Die Natur immer wieder neu entdecken und sie achtsam in unsere Küche einladen.
Schreib gern in die Kommentare, wenn Du es ausprobiert hast und wie es Dir geschmeckt hat
Viele Grüße
Heike Engel