Jahreskreisfest Beltane – Walpurgisnacht

Beltane ist ein keltisches Jahreskreisfest und findet vom 30.04. auf den 1.4. statt. Viele kennen auch die Walpurgisnacht - die Nacht, in der die Hexen auf dem Blocksberg tanzen. Ich möchte Euch gerne mehr darüber erzählen

Wann wird Beltane (Beltaine) gefeiert?

Beltane ist ein keltisches Fest/ein Mondfest. Wir feiern es vom 30.4. auf den 1.5.  Doch das war nicht immer so. Die Kelten haben sich nach dem Mond gerichtet und haben Beltane am 5. Vollmond nach dem Jahreskreisfest Jul (der Wintersonnenwende am 21.12.) gefeiert. Die Kirche wollte dieses wichtige Fest unterbinden, hat es der Heiligen Walburga (Nonne und Äbtissin) gewidmet und auf den 30.4./1.5 festgelegt. Alte Bräuche haben sich jedoch nie ganz “ersticken” lassen.

Hier die keltischen Jahreskreisfeste im Überlick:

Um was geht es an Beltane?

Es wird das vollständige Erwachen der Natur gefeiert. Nicht zu vergleichen mit dem Frühlingsanfang, welcher schon im März beginnt. In manchen Quellen wird es auch als Beginn des Sommers beschrieben. Es soll den Sieg der Sonne über die Dunkelheit bedeuten und es ist  ein Fest der Freude und der Fruchtbarkeit. In historischen Romanen liest man auch gern von ekstatischen Orgien um große Feuer.

Wenn wir uns die Wortbedeutung nochmals ansehen, bedeutet Bel “hell, glänzend, strahlend”. Es wird jedoch gern mit “helles Feuer” gedeutet.

So bringt man Beltane/ Beltaine  mit dem keltischen Sonnengott Belenus in Verbindung, welcher sich an dem Tag mit Belena der Feuergöttin (in Norditalien bekannt) vereint. Manche sagen auch, mit der Fruchtbarkeitsgöttin. 

Überall werden an diesem Tag große Feuer entzündet. Es wurde das Vieh durch die Feuer getrieben, um es vor Krankheiten und sonstigem Unheil zu schützen. Und es wurde ausgelassen um das Feuer getanzt und Elfen und Naturgeister tanzten mit, heisst es.

Bei Sonnenaufgang nahm jeder ein wenig der Glut der großen Feuer mit zu sich nach Hause und entzündete sein Herdfeuer damit neu und segnete somit den eigenen Herd/das eigene Feuer.

Mit dem ersten Hahnenschrei begann nun die “helle Jahreszeit”.

Walpurgisnacht

Doch was hat es nun mit der Walpurgisnacht auf sich, mit den Hexen, die sich auf dem Blocksberg treffen und ums Feuer tanzen?

Den Namen Blocksberg hatten viele Erhebungen, an denen Versammlungen stattfanden. Der bekannteste Versammlungsort ist der Brocken im Harz. Der Überlieferung nach trafen sich dort Priesterinnen und Druiden und versuchten, sich mithilfe der grünen Flugsalbe und halluzinogenen Stoffen aus der Pflanzenwelt, mit der Göttin zu verbinden und Informationen aus der Anderswelt zu erhalten.

Die Kirche hat wie immer versucht diese heidnischen Bräuche zu unterbinden und hat daraus die Geschichte der Hexen welche ums Feuer fliegen und tanzen erschaffen und versucht dem Tag eine neue Bedeutung zu geben. Sie hat den Tag zu Walpurgis umbenannt. Leider ging das etwas schief. Die Faszination von Hexen und Fliegen beschäftigt die Leute bis heute und so gibt es wieder Feiern auf dem Brocken, wo die Menschen als Hexen verkleidet erscheinen und ein Fest ums Feuer feiern.

Heutige Bräuche zum 1. Mai

Bei uns in Süddeutschland ist der Tanz in den Mai sehr bekannt. Es sind Tanzveranstaltungen in welchen man in den Mai hineintanzt. Man kann da sehr gut die alten Bräuche leider ohne das reinigende Feuer gut erkennen.

Auch werden überall Maibäume aufgestellt. Es ist eine meist mit bunten Bändern geschmückte Birke, welche in der Mitte des Ortes aufgestellt wird und am 1. Mai darum ein Fest gefeiert wird. Man könnte sagen, der Baum ersetzt das Feuer.  Wir haben auch einen Volkstanz um den Baum, einen sogenannten Bändertanz. Ich selbst war in der Landjugend in der Volkstanzgruppe und wir haben diesen Tanz oft vorgeführt. Man musste sich sehr gut konzentrieren, sonst haben sich die Bänder beim Austanzen nicht mehr aufgelöst und hatte einen Knoten fabriziert. Das durfte natürlich nicht passieren.

Man kann den Maibaum aber auch mit männlicher Energie in Verbindung bringen, was wiederum auf die Fruchtbarkeit hindeutet. Oft wurden diese Maibäume auch von Nachbarorten “gestohlen”. So wurden die Maibäume sehr gut bewacht. Denn es bedeutete Gesichtsverlust und man musste ihn gegen Bier und eine Brotzeit wieder auslösen. In meiner Kindheit kam das noch öfters vor. In der heutigen Zeit habe ich davon jedoch schon lange nicht mehr gehört.

Was es aber immer noch gibt, ist das “Maien stecken”. Ein junger Bursche steckt einem Mädchen, in welches er verliebt ist, auf das väterliche Haus eine mit bunten Bändern geschmückte Birke an den Kamin des Hauses auf dem Dach gebunden. Man durfte sich auf keinen Fall vom Vater der Auserwählten erwischen lassen. Ich selbst habe eine solche bunte Birke an dem Kamin meines Vaters bekommen und als Mädchen hat man sich sehr darüber gefreut.

Von Marburg habe ich von dem wunderschönen Brauch des Maiensingens gehört. Mitten in der Nacht treffen sich Hunderte von Menschen und singen gemeinsam. Nach einer Stunde ist das Singen vorbei, es kehrt Ruhe ein und alle gehen nach Hause.

Es ging natürlich bei vielen Bräuchen auch darum, die Hexen zu vertreiben. So wurden Kirchenglocken geläutet, Türschwellen mit Weihwasser bespritzt, mit Peitschen geknallt und es wurden wohl Disteln zur Abschreckung aufgehängt.

Las Cruces de mayo (Maikreuze) in Spanien

Da ich gerade in Spanien unterwegs bin, habe ich auch versucht herauszufinden, was hier gefeiert wird und ich bin fündig geworden.

Sie werden im ganzen Land gefeiert, aber vor allem im Süden von Spanien – Andalusien/ Valencia. Es werden an allen Ecken und Plätzen große geschmückte Holzkreuze aufgestellt und es gibt Feste drumherum und auch folkloristische Darbietungen, wie unsere Volkstänze. Ich werde natürlich die Augen aufhalten und es soll sich lohnen durch die Städte zu wandern und die verschiedenen Holzkreuze zu bewundern. 

Wenn ihr von schönen Bräuchen in Eurer Region zu berichten wisst, freue ich mich sehr und nehme sie gern mit auf. Schreibt sie einfach in die Kommentare.

Und was machen wir heute?

Das bleibt natürlich ganz Dir überlassen. Du merkst aufgrund meiner Erzählungen, dass es ein Fest der Fruchtbarkeit, des Lichts und der Freude ist. Was fällt Dir dazu ein?

Ideen habe ich natürlich auch, was man an diesem Tag alles machen kann.

  • Ich verbinde diese Zeit natürlich mit einer leckeren Maibowle oder Waldmeisterbowle. Der Waldmeister ist jetzt meist ganz leicht im Wald zu finden. 
  • Dann zeigt sich auch die Gundelrebe im frischen Gewand. Sie ist das ganze Jahr über zu finden, aber es ist herrlich, wenn sich die Blätter frisch und grün entwickeln. Aus Ihnen kann man nun ein feines Wiesen – After -Aight herstellen. Dazu die Gundelrebe einfach mit Schokolade überziehen.
  • Was für eine schöne Idee ist es auch aus Klettenlabkraut einen Kranz zu binden, das geht sehr leicht und ihn mit den Blüten des Tages zu schmücken. 
  • Auch kann man sich einen Kräuterbuschen binden und hat ihn dann den Rest des Jahres einen kraftvollen Buschen aus dieser Zeit.
  • Räuchern mit getrocknetem Räucherwerk ist natürlich auch eine ganz wunderbare Sache. Vielleicht sind noch getrocknete Kräuter des Vorjahres da. So mache ich gerne ein Feuer und gebe die Kräuter des Vorjahres hinein und nimm die aufsteigende Kraft in mich auf. Reinigung und Innehalten in Einem. Dies geht natürlich auch auf einem Räucherstöfchen oder noch einfacher mit einer Kerze.
  • Man kann aber auch mit Freunden ein Feuer entzünden und eine wunderschöne Nacht mit Tanzen, Lachen, Spielen und guten Gesprächen verbringen. 
  • Solche Feste sind auch immer eine gute Gelegenheit gut auf sich zu achten und Innenschau zu betreiben. “Was will ich denn wirklich” – “was steht denn an” – “was brauche ich”

Die Freude steht auf alle Fälle für mich im Vordergrund, denn es kommt jetzt eine wunderschöne Zeit in der Natur, auf die ich mich immer freue.

Euch wünsche ich ebenfalls viel Freude und freue mich über Eure Rückmeldungen zu diesem Fest.

Heike

15 Antworten

  1. hallo liebe …..
    du bist einfach toll. wie Du deine Erfahrungen uns weiter gibst. Vielen Dank dir und noch eine schöne Zeit in Spanien. Liebe Grüsse Brigitte

  2. So ein schöner positiver Bericht. Mir fällt nur noch ein „Schatten-Mai-Brauch“ ein. Wenn man jemand nicht leiden kann, dann steckt man demjenigen einen alten Besen in den Vorgarten. Das kenne ich von meiner Mutter, die im Ulmer Raum aufgewachsen ist.

    Meine Mutter, 86 bekommt heute noch am 1. Mai eine Birke von meinem Vater. Die steht dann im Treppenhaus innen, mit Bändern geschmückt.

  3. Liebe Heike,
    Danke für Deine Onlinekongresse und Deine Newsletter voller toller Informationen!
    Du schreibst:
    “Gern setze ich mich einfach zu Ihnen und nehme Kontakt auf. Das geht auch ohne zu wissen, wie sie heißen und wofür sie dienen. Ich frage meist wie es ihnen geht und ob sie eine Botschaft für mich haben. Oft kommen sehr berührende Gespräche zustande. Ja – Du kannst mich für verrückt erklären. Für mich ist jedoch so selbstverständlich, mit Pflanzen zu sprechen wie mit Dir. Versuche es doch selbst einmal Kontakt aufzunehmen und einfach auch zu fühlen, wie es Dir geht, mit einer Pflanze.”
    Nun meine Frage, ob Du das auch in Vorträgen und Seminaren weitergibst, das Kontakt aufnehmen. Wenn ja würde ich Dich sehr gerne in meinen KoooNa-Veranstaltungen vorstellen, wenn Dir das Recht ist. Ich halte Vorträge und Seminare zu KoooNa (= Kontakt, Kommunikation und Kooperation mit der Natur – https://www.veronikawalz.at/Gartenseminare/KoooNa-Kontakt-Kommunikation-Kooperation-mit-der-Natur-Veronika-Walz.html). Einer der Inhalte von diesen KoooNa-Veranstaltungen ist, dass ich verschiedenste Menschen und ihre Methoden vorstelle, damit sich jede/r seine/ihre Methode aussuchen kann. Das sind so Menschen wie Marko Pogacnik, aber auch Machaelle Small Wright. Weitere Inhalte sind, dass ich den Menschen praktisch zeige wie es geht und sie es auch gleich üben können und dass ich erzähle und zeige wie ich es selber im Alltag und in meinem Garten mache.
    Ich wünsche Dir noch eine wunderschöne Zeit in Spanien und sende herzliche Pflanzengrüße
    Veronika

  4. Liebe Heike,
    danke für deine schönen Erfahrungsberichte. Ich wünsche Dir eine interessante, herzberührende Zeit in Spanien. Und danke für die Infos , wie die Walburgisnacht überall gefeiert wurde ….. und hoffentlich auch noch gefeiert wird ! Coronamaßnahmen haben ja alle Feste zum Erliegen gebracht.

    1. Ja die Feste sind durch Corona sehr kontrolliert und mancher Orts auch unerwünscht. Aber selbst wenn man ganz bei sich bleibt, kann man dieses Fest feiern – alles Liebe Heike

  5. Danke, Heike,
    schön, dass du uns an schöne alte Traditionen erinnerst, die uns enger mit der Natur verbinden, und die wir wieder erwecken sollten. Ich freue mich genauso wie du über den wundervollen Frühling und genieße jeden Tag die erwachende Fülle der Natur.
    Danke
    Alles Liebe
    Dagmar

  6. Liebe Heike! Erst heute lese ich deine Mail und es ist wichtig mitzuteilen, dass ich mit dir miterlebe wie du mit den, ja ich kann schreiben, mit unserer heiligen Pflanzenwelt kommunizierst. Vor acht Jahren machte ich eine 1 1/2jährige Kräuterausbildung der FNL -Freunde Naturgemässen Lebens St. Veit /Glan – mit. Es ist ein Hineinwachsen in das göttliche Geschenk, das die Pflanzen sind.
    So gibt es von Peter Jentschura das Buch mit Titel: Die Pflanze unsere Lehrmeisterin. Dieser Kommentar soll dir ein Funke meines Dankes für deine Streben sein. Vorerst mal. Geniesse heute und weitere wundersame Tage wo immer du bist.

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