Klatschmohn-Sirup

Ich kenne den Klatschmohn aus meinen Kindertagen. Üppig ist er überall gewachsen. In den letzten Jahrzehnten wurde er immer seltener. Durch das Insektensterben kommt jedoch wieder mehr Bewusstsein für die "Unkräuter" zurück und so kann man an immer mehr Ackerrändern wieder die verschiedensten Blumen finden, so auch den Klatschmohn. Dass er nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch nützlich und lecker ist, erzähle ich Euch heute.

Der Klatschmohn – Papaver Rhoeas

Der Klatschmohn ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze und blüht von Mai bis Juli und gehört zu den Mohngewächsen. Die Blüte des Klatschmohn dauert nur kurz und man sollte sie auch gleich nach dem Aufblühen sammeln, so kann man die Farbe des Mohns am besten erhalten. Das Schöne ist aber, dass es als wunderbarer Pflanze mit vielen Knospen wächst und jeden Tag eine ganze Zeit Mohnblüten erntbar sind.

Man findet ihn an Acker-Randstreifen und auch auf Baustellen und Schutt- und Kiesplätzen. Es ist eine recht anspruchslose Pionierpflanze. Er ist schwach giftig. Dh. er enthält Alkaloide (vor allem im weißen Milchsaft) und so kann ein übermäßiger Verzehr Übelkeit und Erbrechen hervorrufen. Meine Mutter erzählte mir noch, dass sie die Mohnkapseln immer geöffnet und gegessen haben. Sie berichtete von keinem Unwohlsein, aber in der damaligen Zeit waren die Verdauungssystem an den Verzehr von Wildpflanzen viel besser angepasst. So ist es mir wichtig darauf hinweisen, dass dies in der Literatur zu finden ist. Also alles in geringen Mengen verzehren. Also keinen ganzen Mohnkuchen aus den Mohnsamen zubereiten. Da wäre die Vergiftung vorprogrammiert.

In der modernen Phytotherapie wird er nicht verwendet. Jedoch in der Volksheilkunde hatte er seinen Platz. Es wurde als Beruhigungs-, Einschlafhilfe und bei Unruhezuständen bei Kindern verwendet. Dazu hat man einen Sirup hergestellt. Jedoch auch dafür gibt es heute wirksamere Mittel und Pflanzen.

Ich komme jedoch an dieser zauberhaften Pflanze trotzdem nicht vorbei. Die Blütenblätter kann man trocknen und dem Tee zugeben als Schmuckdroge. Sie verlieren jedoch einiges von Ihrer Farbe. Um dies zu minimieren möglichst morgens ganz früh die frischen Blüten sammeln. So hat man die besten Ergebnisse.

Vor der Blüte kann man die jungen grünen Blätter essen, die Blüten kann man als Deko zu Salaten etc. geben,.

Wer sich Mohn in den Garten holen möchte, sollte ihn  sich am besten aussähen (bis Ende Mai), denn der Klatschmohn bildet lange Pfahlwurzeln aus, welche nicht gut aus dem Boden zu bekommen sind. Aber die Samen gibt es im Handel zu kaufen.

Ich bereite mir gern ein wenig Sirup aus dem Blüten zu.

Das sieht wunderbar aus, wenn man ihn über Vanille-Eis oder ähnliches gibt. Eine feine und besondere Zutat in unseren wilden Küche.

Hier nun das Rezept:

Klatschmohn-Sirup

Zutaten:

  • eine Hand mit Klatschmohnblüten
  • 300 ml Wasser
  • 200 g Zucker
  • 15 g Zitronensaft
  •  Twistoffgläser/ Flaschen

Zubereitung:

  • Klatschmohnblüten im Wasser kurz aufkochen
  • 2 EL Zitronensaft zugeben (so bleibt die herrlich rote Farbe wunderbar erhalten)
  • ca 6-8 Std stehen lassen
  • abseihen
  • Flüssigkeit mit Zucker und mit dem Rest Zitronensaft aufkochen
  • in kleine ausgekochte Gläser/ Flaschen füllen und sofort verschließen
  • beschriften und bis zu einem Jahr haltbar

Viel Spass!

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