Grazer Altstadtgasse mit Häusern und Turm, darauf der Schriftzug Besuch in Graz

Graz entdecken: Altstadt, Schlossberg und kleine Läden zum Stöbern

Graz stand gar nicht auf mei­nem Rei­se­plan. Ich war im Herbst ein­fach in der Gegend unter­wegs, und die Haupt­stadt der Stei­er­mark hat mich neu­gie­rig gemacht. Also bin ich einen gan­zen Tag durch die Alt­stadt gestreift, habe zum Uhr­turm hin­auf­ge­schaut, in klei­nen Läden gestö­bert und mich durch die vega­ne Küche der Stadt probiert.

Ich neh­me Dich mit auf die­sen Tag und erzäh­le Dir, was mich in Graz begeis­tert hat, wo ich rich­tig gut geges­sen habe und war­um ich ganz sicher wiederkomme.

Das Wichtigste in Kürze

  • Graz ist die Lan­des­haupt­stadt der Stei­er­mark und die zweit­größ­te Stadt Österreichs.
  • Die Alt­stadt mit dem Schloss­berg gehört seit 1999 zum UNESCO-Welterbe.
  • Wahr­zei­chen ist der 28 Meter hohe Uhr­turm auf dem Schloss­berg, rund 123 Meter über dem Hauptplatz.
  • Auf den Schloss­berg kommst Du zu Fuß über rund 260 Stu­fen, mit der Schloss­berg­bahn oder mit dem Lift durch den Felsen.
  • Das heu­ti­ge Rat­haus am Haupt­platz ent­stand 1887 bis 1893 im Stil des Historismus.
  • Mei­ne Tipps für vega­ne und glu­ten­freie Küche: das Café tri­be­ka und das Gin­ko Green­house in der Altstadtpassage.

Graz: eine Stadt mit über 900 Jahren Geschichte

Graz ist über 900 Jah­re alt. Im Mit­tel­al­ter ent­wi­ckel­te sich die Stadt rasch zu einem wich­ti­gen Zen­trum, und zeit­wei­se resi­dier­ten hier sogar die Habs­bur­ger. Bis heu­te erzäh­len die Bau­ten aus Renais­sance und Barock von die­ser Zeit. Nicht ohne Grund hat die UNESCO die Gra­zer Alt­stadt 1999 zum Welt­erbe erklärt.

Was mich beson­ders ange­spro­chen hat: Graz ist kein Muse­um. Zwi­schen den his­to­ri­schen Fas­sa­den fin­dest Du moder­ne Archi­tek­tur, jun­ge Läden und vie­le Stu­die­ren­de, die der Stadt etwas Leben­di­ges geben. Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart ste­hen hier ganz selbst­ver­ständ­lich nebeneinander.

Der Schlossberg mit dem Uhrturm: das Wahrzeichen von Graz

Mit­ten in der Stadt erhebt sich ein bewal­de­ter Fel­sen: der Schloss­berg. Schon im Mit­tel­al­ter stand hier eine Fes­tung, die über Jahr­hun­der­te aus­ge­baut wur­de. Nach dem Sieg Napo­le­ons 1809 wur­de sie geschleift. Den Uhr­turm und den Glo­cken­turm kauf­ten die Gra­zer Bür­ger damals frei, des­halb ste­hen sie bis heute.

Bewachsener Felsen des Grazer Schlossbergs mit dem Uhrturm oben, davor Altstadthäuser unter blauem Himmel
Blick aus der Alt­stadt hin­auf zum Schloss­berg mit dem Uhrturm

Der Uhr­turm ist 28 Meter hoch und hat eine Beson­der­heit, über die vie­le erst ein­mal stol­pern: Der gro­ße Zei­ger zeigt die Stun­den an, der klei­ne die Minu­ten. Schau doch ein­mal genau­er hin, wenn Du davor­stehst. Hin­auf kommst Du zu Fuß über rund 260 Stu­fen im Zick­zack, gemüt­lich mit der Schloss­berg­bahn, die seit 1894 fährt, oder mit dem glä­ser­nen Lift durch den Fel­sen. Der Berg selbst ist frei zugäng­lich, und oben war­tet ein wei­ter Blick über die Dächer der Stadt.

Hauptplatz und Rathaus: das Herz der Altstadt

Die wich­ti­gen Gas­sen der Alt­stadt lau­fen am Haupt­platz zusam­men, und dort steht das Rat­haus. Ein ers­tes Rat­haus gab es an die­ser Stel­le schon um 1550. Ihm folg­te Anfang des 19. Jahr­hun­derts ein klas­si­zis­ti­scher Neu­bau. Das pracht­vol­le Gebäu­de, das Du heu­te siehst, ent­stand zwi­schen 1887 und 1893 im Stil des His­to­ris­mus, mit Türm­chen, Figu­ren und reich geschmück­ter Fassade.

Grazer Rathaus am Hauptplatz mit Türmen und verzierter Fassade, davor Holzhütten für den Advent
Das Gra­zer Rat­haus am Haupt­platz, davor wer­den schon die Advents­hüt­ten aufgebaut

Neben sei­ner Auf­ga­be als Sitz der Stadt­ver­wal­tung ist das Rat­haus mit dem Platz davor ein Treff­punkt für Ein­hei­mi­sche und Gäs­te. Hier gibt es Markt­stän­de, Cafés und Geschäf­te, und eigent­lich ist rund um den Haupt­platz immer etwas los.

Wenn sich der Advent ankündigt

Als ich im Novem­ber in Graz war, wur­de gera­de alles für den Advent vor­be­rei­tet. Die Holz­hüt­ten stan­den schon, vie­le Läden schmück­ten ihre Schau­fens­ter, und sogar der gro­ße Christ­baum war bereits auf­ge­stellt. Die Advent­märk­te öff­nen meist Ende Novem­ber, und dann leuch­tet die gan­ze Alt­stadt. Wenn Du Graz in die­ser Stim­mung erle­ben möch­test, schau vor­her bei Graz Tou­ris­mus nach den aktu­el­len Terminen.

Großer Christbaum auf einem Platz in der Grazer Altstadt, im Hintergrund der Schlossberg mit dem Uhrturm
Der Christ­baum steht schon: Graz berei­tet sich auf den Advent vor

Charmante Gassen und kleine Läden zum Stöbern

Abseits der gro­ßen Plät­ze wird Graz rich­tig gemüt­lich. In ver­win­kel­ten Gas­sen und alten Arka­den­hö­fen ver­ste­cken sich tra­di­ti­ons­rei­che Geschäf­te neben jun­gen, krea­ti­ven Läden. Ein schö­nes Bei­spiel für die Tra­di­ti­on ist die Hof­bä­cke­rei Edeg­ger-Tax, die laut ihrem Schild seit 1569 besteht. Ihre geschnitz­te Holz­fas­sa­de fällt Dir sofort ins Auge.

Geschnitzte Holzfassade der Hofbäckerei Edegger-Tax in Graz mit der Aufschrift seit 1569
Die Hof­bä­cke­rei Edeg­ger-Tax mit ihrer pracht­vol­len Holzfassade

Über­haupt lohnt es sich, beim Bum­meln immer wie­der nach oben zu schau­en. An vie­len Häu­sern ent­deckst Du Stuck, Gesich­ter und Ver­zie­run­gen, die man im Vor­bei­ge­hen leicht übersieht.

Weiße Stuckfassade mit verziertem Gesicht über einem Eingang in der Grazer Altstadt
Nach oben schau­en lohnt sich: Stuck­ver­zie­rung an einer Altstadtfassade

Stau­nend bin ich von Laden zu Laden gezo­gen. Es gab wun­der­schö­ne Klei­der­lä­den, eine Schnei­de­rei, einen Buch­bin­der und Anti­qua­ria­te. Beson­ders gefal­len hat mir der Laden von Ast­werk in der Fär­ber­gas­se. Die stei­ri­sche Manu­fak­tur fer­tigt Schmuck aus hei­mi­schem Holz in Hand­ar­beit. Dort habe ich mir ein Paar Ohr­rin­ge aus stei­ri­schem Nuss­holz gekauft, die mich bis heu­te an die­sen Tag erinnern.

Heller Verkaufsraum von Astwerk Holzschmuck in Graz mit Schmuckvitrinen, Spiegeln und Pflanzen
Im Laden von Ast­werk Holz­schmuck habe ich mei­ne Ohr­rin­ge aus Nuss­holz gefunden

Vegan und glutenfrei essen in Graz: meine Tipps

Auch für das leib­li­che Wohl ist in Graz bes­tens gesorgt, gera­de wenn Du vegan, vege­ta­risch oder glu­ten­frei isst. Im tri­be­ka, einer Gra­zer Kaf­fee­rös­te­rei mit meh­re­ren Cafés in der Stadt, habe ich ein glu­ten­frei­es Bröt­chen mit Roter Bete geges­sen. Abso­lut köstlich.

Glutenfreies Brötchen mit Rote-Bete-Aufstrich und frischen Kräutern auf einem weißen Teller
Mein glu­ten­frei­es Rote-Bete-Bröt­chen im tribeka

Spä­ter gab es im Gin­ko Green­house eine vega­ne Fal­a­fel-Bowl. Das rein vega­ne Café liegt etwas ver­steckt in der Alt­stadt­pas­sa­ge an der Her­ren­gas­se und ist die klei­ne Schwes­ter des Gin­ko, eines der ältes­ten vege­ta­ri­schen Restau­rants in Graz. Das Gin­ko in der Graz­bach­gas­se habe ich nicht mehr geschafft, es steht für mei­nen nächs­ten Besuch ganz oben auf der Liste.

Vegane Falafel-Bowl mit Rotkraut, Karotten, Getreide, Sprossen und Salat
Vega­ne Fal­a­fel-Bowl im Gin­ko Greenhouse

Löwenzahnkaffee: ein Stück Wildpflanze zum Mitnehmen

Beim Laden von Son­nen­tor muss­te ich natür­lich auch vor­bei und habe mir einen Löwen­zahn­kaf­fee mit­ge­nom­men. Das ist ein Kaf­fee­er­satz, in dem gerös­te­te Löwen­zahn­wur­zel steckt. Ist es nicht wun­der­bar, dass eine Pflan­ze, die vie­le nur als Unkraut ken­nen, so ein fei­nes, leicht bit­te­res Getränk schenkt?

Die Wur­zeln kannst Du übri­gens auch selbst aus­gra­ben, der Herbst ist dafür eine gute Zeit. Wie das geht und wel­che Wur­zeln sich noch loh­nen, erfährst Du in mei­nem Arti­kel über die Wur­zeln der ess­ba­ren Wild­pflan­zen. Und war­um der Löwen­zahn so ein Kraft­pa­ket ist, liest Du in mei­nem Arti­kel über grü­nen Löwen­zahn­saft.

Mein Fazit: Lohnt sich ein Tag in Graz?

Für mich auf jeden Fall. Graz ist über­schau­bar genug, um vie­les zu Fuß zu ent­de­cken, und gleich­zei­tig so viel­fäl­tig, dass ein Tag eigent­lich nicht reicht. Ich habe längst nicht alles gese­hen, und so wer­de ich ganz sicher wiederkommen.

Warst Du schon ein­mal in Graz? Hast Du einen Lieb­lings­platz, ein Café oder einen klei­nen Laden, den ich unbe­dingt ken­nen­ler­nen soll­te? Dann schreib es mir gern unten in die Kom­men­ta­re. Ich freue mich, und die ande­ren Lese­rin­nen und Leser sicher auch.

Häufige Fragen zu Graz

Was sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Graz?

Zu den Höhe­punk­ten gehö­ren der Schloss­berg mit dem Uhr­turm, der Haupt­platz mit dem Rat­haus und die Alt­stadt mit ihren Gas­sen und Arka­den­hö­fen, die seit 1999 UNESCO-Welt­erbe ist. Seit 2010 zählt auch Schloss Eggen­berg am Stadt­rand dazu.

Wie kommt man auf den Grazer Schlossberg?

Du kannst zu Fuß über rund 260 Stu­fen hin­auf­stei­gen, die Schloss­berg­bahn neh­men, die seit 1894 fährt, oder mit dem Lift durch den Fel­sen fah­ren. Der Schloss­berg selbst ist frei zugäng­lich, nur Bahn und Lift kos­ten etwas.

Warum sind die Zeiger am Grazer Uhrturm vertauscht?

Am Uhr­turm zeigt der gro­ße Zei­ger die Stun­den und der klei­ne die Minu­ten. Ursprüng­lich hat­te die Uhr nur einen Stun­den­zei­ger, der groß sein muss­te, damit man ihn von weit her lesen konn­te. Der Minu­ten­zei­ger kam erst spä­ter dazu.

Wo kann man in Graz vegan essen?

Ich kann Dir das Gin­ko Green­house in der Alt­stadt­pas­sa­ge an der Her­ren­gas­se emp­feh­len, das rein vegan ist. Das Gin­ko in der Graz­bach­gas­se gilt als eines der ältes­ten vege­ta­ri­schen Restau­rants der Stadt. Glu­ten­freie und vega­ne Klei­nig­kei­ten gibt es auch in den Cafés von tribeka.

Wann beginnen die Adventmärkte in Graz?

Die Gra­zer Advent­märk­te öff­nen meist Ende Novem­ber und lau­fen bis kurz vor Weih­nach­ten, ein­zel­ne auch län­ger. Die genau­en Ter­mi­ne fin­dest Du jedes Jahr bei Graz Tourismus.

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Ich bin Hei­ke Engel, Heil­prak­ti­ke­rin, Qigon­g­leh­re­rin, Fach­be­ra­te­rin für Selbst­ver­sor­gung mit ess­ba­ren Wild­pflan­zen und Pilz­coach. Hier auf Strah­le­Mensch tei­le ich mein Wis­sen über Wild­pflan­zen, Pil­ze, Natur­heil­kun­de und Qigong und beglei­te Men­schen in Kur­sen und Online-Ange­bo­ten zurück zur Natur und ein Stück näher zu sich selbst.

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Heike Engel von StrahleMensch

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