Bärlauch – Panik!?

Bärlauch ist so lecker und gerade buchstäblich in aller Munde. Doch war da nicht eine Gefahr, die da lauert? In diesem Artikel möchte ich Euch den Bärlauch mit seinen giftigen "Doppelgängern" vorstellen.

Der Bärlauch - Allium ursinum

Der Bärlauch ist eine Wildpflanze und schon immer in unseren lichten Auwäldern oder an feuchten Bachläufen zu finden. Jedoch blieb auch diese Pflanze lange unbeachtet. Doch seit einigen Jahren erlebt der Bärlauch eine unglaubliche Beliebtheit. Spitzenköche bauchen den Bärlauch in ihren Gerichten ein  und schon ist das Gericht ein wenig teurer. 

Aber es ist auch schön, dass es so ist. Denn der Bärlauch hat vielen Menschen dadurch wieder den Zugang zur Natur ermöglicht. Dass man was von draußen vom Wald einfach essen kann.

Leider gibt es auch immer wieder schreckliche Nachrichten von Todesfällen. Ja – das kann es geben, denn der Bärlauch hat giftige “Doppelgänger”, die man nicht verwechseln sollte.

Es wird auch oft angeführt, dass Bärlauch nach Knoblauch riecht und schmeckt. Ja – das stimmt. Aber wenn Ihr schon ein Körbchen voll Bärlauch gesammelt habt, dann riechen Eure Finger nach Bärlauch, egal welches Blatt ihr dann pflückt. Und so ist es kein sicheres Merkmal mehr.

Also einfach informieren über die Verwechslungsgefahren.

Da haben wir als erstes:

Die Herbstzeitlose - Colchicum autumnale

Sieht das für Euch nicht wie Bärlauch aus?

Diese Blätter zu ernten ist fatal, denn die Pflanze enthält stark giftige Tropanalkaloide, wie das Colchizin. Es ist in der ganzen Pflanze vorhanden, am meisten jedoch in der Knolle und den Samen. Wenn man von dem Samen 5 g zu sich nimmt, ist es für einen Erwachsenen tödlich.

Zugegeben – sie ist sehr ähnlich, aber man kann sie auch sehr gut unterscheiden, wenn man achtsam ist. 

Sie hat auch eine Knolle wie der Bärlauch, welche jedoch 3-5 mal so groß ist wie beim Bärlauch. Jedoch soweit muss man gar nicht gehen, sondern sich die Blätter genau ansehen. Die Blätter werden ca. 30 cm lang und kommen trichterförmig aus dem Boden heraus. Beim Bärlauch wächst jedes Blatt einzeln aus dem Boden. Die Blätter glänzen auch an der Ober- und der Unterseite. 

Es wird oft behauptet, dass es im Wald keine Herbstzeitlose gibt. Es stimmt, sie wächst meistens auf den Wiesen, wie Tierbesitzer wissen. Aber auch ein Wiesenstück kann verwalden und schon ist eine Herbstzeitlose im Wald anzutreffen. Habe ich nicht nur einmal erlebt.

Also schaut Euch die Herbstzeitlose gut an und lernt sie zu unterscheiden.

Als nächstes kommen wir zum: 

Aronstab - Arum maculatum

Der Aronstab mag die gleichen Gebiete wie der Bärlauch und ist auch mitten in Bärlauchteppichen zu finden, wie man hier auf dem Bild sieht.

Recht gut zu unterscheiden, sagst Du?

Ja – da hast Du Recht – in diesem Stadium ja. Wenn der Aronstab seine große Blattstruktur erreicht hat und seine Flügelchen nach hinten streckt. jedoch im jungen Stadium, wenn auch die Bärlauchblätter noch jung sind (so im März/ April) können sich die Blätter sehr ähnlich sehen.

die kleinen zarten Blättchen können für Bärlauch gehalten werden.

Der Aronstab ist ebenfalls eine stark giftige Pflanze. Der Hauptwirkstoff ist Aroin. Es löst brennen im Mund und Anschwellen von Zunge und Lippen aus. Durch Trocknung nimmt die Giftanteil etwas ab. Später bildet der Aronstab hübsche Beeren aus, welche aber aufgrund der Giftigkeit ebenfalls nicht gegessen werden sollten.

Wie erkennen wir den Aronstab:

die Blätter sind lang gestiehlt und die Blattform ist pfeilförmig. Was ich jedoch am Wichtigsten finde ist, es ist netzartig geadert. Der Bärlauch ist parallel geadert. Und so kann man auch den Aronstab gut vom Bärlauch abgrenzen.

Als letztes kommt dann noch: 

Das Maiglöckchen - Convallaria majalis

Sieht auf den ersten Blick aus, wie ein herrliches Bärlauchfeld

Aber – NEIN – ist es nicht – es ist ein Maiglöckchenfeld.

Das Maiglöckchen ist ebenfalls stark giftig und enthält Glycoside, zb Convallatoxin. Auch hier ist die ganze Pflanze giftig. Mit zunehmender Reife nimmt auch die Giftigkeit zu. 

Wenn man wieder genau hinschaut, erkennt man jedoch das Maiglöckchen sehr gut. Seht hier: 

Die Blätter kommen meistens zu zweit aus der Wurzel. Es sieht wie eine Tülle aus, aus welcher die Blätter gemeinsam herauswachsen. Also kein einzelner Stil. Und das Maiglöckchen hat keine Zwiebel. Die Blätter sind sehr fest. Aber achtet auf den gemeinsamen Blattstängel. Das hat der Bärlauch nicht. Da Maiglöckchen kommt meist erst später im Frühjahr wie der Name schon sagt und wenn man früh im Jahr ernten geht, kann man ihr schon aus dem Weg gehen. Aber ebenfalls achtsam sein.

Wie Ihr seht, ist es möglich sie zu unterscheiden. Der Bärlauch erzieht uns zum achtsamen sammeln. Man kann also nicht kurz mit Schere und Plastiktüte eine Menge Bärlauch sammeln. Sondern achtsam Blatt für Blatt. Und genau so soll es ja auch sein. Wir sollten uns mit Respekt der Natur nähern und dankbar mit nach Hause nehmen. 

Wer aber sehr unsicher ist, sollte nur mit einer Fachkraft sammeln gehen uns sich den Bärlauch genau zeigen lassen. Oder mittlerweile gibt es den Bärlauch auch auf den Märkten zu kaufen. Sogar in Supermärkten habe ich den Bärlauch schon entdeckt.

Ich hoffe Euch mit dem Artikel etwas weitergeholfen zu haben.

Viele liebe Grüße – viel Spass beim sammeln und zubereiten der leckeren Gerichte

2 Antworten

  1. Hallo Heike, vielen Dank für die hilfreichen Informationen! Oft frage ich mich auf einem Spaziergang was das ist, ob man das essen kann oder wofür das gut ist. Leider hatte ich nie jemanden den ich fragen konnte. Und das ist ja auch nicht mal eben so erklärt.
    Also vielen Dank nochmal für die verständlichen Informationen von dir!
    Liebe Grüße, (auch) Heike ?????

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