Wildpflanzen für Anfänger

Theorie und Sammelhinweise

Brennnessel

Giersch

5 Löwenzahn

4.1 Pflanzenportrait

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Giersch – Aegopodium podagraria


mit dem Giersch möchte ich Dir heute eine wundervolle Pflanze mit wertvollen Inhaltsstoffen vorstellen. Der Giersch gehört zu Recht zu dem Triumvirat der Wildpflanzen und ist damit die letzte allerwichtigste Wildpflanze im Dreier-Bund.

Er gehört zu der Familie der Doldenblütlern und wächst gerne an feuchteren, dunkleren Ecken, ist aber überhaupt nicht anspruchsvoll. Um nicht zu sagen er wächst fast überall. Deshalb ist er auch oft ein Graus für jeden Gärtner. Der Vorteil dieser Pflanze ist, man muss nicht lange suchen und die Ernte ist meist sehr schnell erledigt.

Geschmack:

geschmacklich erinnert der Giersch an Petersilie oder Sellerie

Vorkommen:

Der Giersch mag feuchte und nährstoffreiche Böden. Man findet ihn aber fast überall.

  • im eigenen Garten
  • am Waldrand
  • unter Hecken und Gebüschen
  • Waldlichtungen

Wuchs und Aussehen:

Seine Blätter sind dreigeteilt und der Blattstiel ist dreikantig. Ganz typisch ist der dreieckige Stängel, wenn man ihn abzwickt. Wenn du bei der Bestimmung des Krautes unsicher bist, lass es Dir einmal von jemand zeigen, der ihn genau kennt, dann wirst Du ihn immer wieder gut selbst erkennen. Es ist wirklich ein Kraut, wenn man ihn erst einmal kennengelernt hat, welchen man gut erkennen kann. Wichtig zu wissen – der Blütenstiel ist rund – also nicht verwirren lassen. Immer die Blattstiele betrachten.

Ihr könnt das ganze oberirdische Kraut verwenden. Dabei solltet ihr nur die jungen Triebe verwenden. Die älteren Triebe sind meist fasrig, hart und schmecken auch nicht mehr so gut. Werden auch beim Kochen nicht weich. Also wenn nichts Junges mehr wächst, einfach die alten Triebe abscheiden und schon bald habt ihr wieder frisches Gemüse frei Haus.

 

Inhaltsstoffe:

Der Giersch enthält tatsächlich doppelt so viel Vitamin C wie der vielgelobte Grünkohl. Dann hat er noch Provitamin A, Eiweiß, viele Mineralastoffe und Spurenelemente wie Eisen, Mangan, Kupfe, Titan und Bor. Ätherische Öle und Cumarin erzeugen den typischen Giersch-Duft.

Volksheilkunde/ Wildgemüse:

Früher war der Giersch in der Volksheilkunde sehr geschätzt um Gicht und Rheuma zu behandeln. Er ist jedoch auch wundervoll als Wildgemüse essbar Er ist ein Vitamin- und Mineralienwunder. In dem Kraut ist 15mal so viel Vitamin C enthalten wie Kopfsalat! Das allein ist ein guter Grund, ihn öfters mal für den Salat zu ernten. Außerdem enthalten die Blätter große Mengen Vitamin A und viele Mineralstoffe, darunter Eisen, Magnesium und Kalzium. Dank dieser Menge an Vitalstoffen gilt er zu Recht als ein regionales Superfood.

Die Sensorikabteilung am Institut für Lebensmitteltechnologie hat mehrere Versuche zur Verwendung von verschiedenen Wildkräutern in der häuslichen Verarbeitung durchgeführt und auf der Basis der Ergebnisse zahlreiche Rezepturen erstellt. Ich möchte Euch daraus eine Grafik vorstellen, aus der man sehr gut erkennen kann, dass der Vit C Gehalt von Giersch sich weit über dem von Kopfsalat befindet, und nur von der Brennessel getoppt wird.

Quelle: Veröffentlicht von Frau Rosina Westermeier, Institut für Lebensmitteltechnologie, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Freising

Pflanzen-Charakter:

Ich finde es aber auch immer schön, sich die Eigenschaften einer Pflanze noch genauer anzusehen. Giersch ist lebensfreudig, kommt schon im Frühjahr als einer der ersten aus der Erde, ist neugierig, lässt sich nicht so schnell vertreiben und auch nicht unterkriegen – ist absolut lebensbejahend. Dies sind so wundervolle Eigenschaft, die den Menschen mit den Erkrankungen, denen er Heilung (der gesamte rheumatische Bereich) verschafft meist fehlen. Nutzen wir die positiven Eigenschaften dieser wundervollen Pflanze, welche sich uns so freigiebig zur Verfügung stellt.