Online Wildpflanzenschule

Eiche

Wildpflanzenportrait

Eiche

Quercus / Buchengewächse (Fagaceae)

Vorkommen

Wir finden die Eichen meist in Mischwäldern.

Wuchs und Aussehen

Die Eichen sind sehr große (über 40 m hoch) und starke Bäume und können über 1000 Jahre alt werden. So wundert es nicht, dass auch in der Mythologie und der Geschichte Eichen oft eine sehr große Rolle spielen. Unter diesen Bäumen haben früher viele Rituale, Feste und Versammlungen stattgefunden. Wenn wir einmal 1000 Jahre zurückdenken, was hat die Eiche schon alles gesehen, wer hat schon unter ihr gesessen und wer ihre Früchte gegessen. All dies ist sehr beeindruckend. Dazu kommt noch, dass sie oft ein knorriges Aussehen haben und so auch die Fantasie anregen, wer wohl alles in ihnen wohnen könnte. Auch das Eichenblatt ist in alten Gemälden oder sogar in unserer alten DM-Münze zu finden.

Aber auch das Holz ist für uns Menschen schon immer sehr wertvoll gewesen aufgrund seiner Härte. Es wurde im Möbelbau sehr gern verwendet.

Inhaltsstoffe

Die Eiche enthält in Rinde, Blättern und Früchten viel Gerbstoffe. So wurde die Rinde früher zum Gerben verwendet und auch heute werden die Gerbstoffe der Eichenrinde noch für juckende, entzündliche Hauterkrankungen verwendet.

Die Eicheln sind jedoch auch für uns zum Essen sehr interessant.

Sie enthalten viel Stärke (36 %), etwas Eiweiß (3,3%) und wenig Fett (3,1 %). Damit gehören sie zu einer optimalen Kohlenhydratzufuhr im Winter. In der heutigen Zeit ist es sicher auch interessant zu wissen, dass Eichelmehl glutenfrei ist. Eine weitere schöne Möglichkeit bei Unverträglichkeiten oder Zöliakie.

Volksheilkunde

Die getrockneten Blüten und Blätter wurden als Gewürz für Süßspeisen, Wurst und Käse als auch für Bier verwendet. Als Zugabe zu einem Vollbad wirken sie entspannend. Eine Breiauflage hilft bei Rheuma. Der Tee kommt bei Katarrhen, Koliken, Hämorrhoiden sowie als schlafförderndes Mittel zum Einsatz. Auch die Verwendung als Augenauflagen und als Gesichtswasser ist überliefert.

Wilde Küche

Vorbereitung der Eicheln: 

Am besten große Eicheln sammeln.

Dann die Eicheln im Wasserbad waschen. Alle Eicheln, welche auf dem Wasserbad schwimmen einfach wegwerfen, da sie krank oder wurmig sind. Dann die Schale entfernen. Wenn man ein Loch sieht, sind die Eicheln auch bewohnt. Gleich aussortieren.

 

Für das Entfernen der Schale gibt es zwei Methoden:

1.) Man kann die Eicheln nun für kurze Zeit (max. 10 min) bei 150 °C im Ofen backen. Manche Eicheln platzen auf und sind nun leichter schälbar. Ich mag die Variante nicht so sehr, da schon das Fett austritt. Aber probiere es ruhig aus.
2.) Es ist die Methode, welche ich verwende: Ich schneide zunächst das Käppchen ab und ritze die Eicheln längs und nun kann die Schale meist gut abgezogen werden. Ich mag diese Methode, da die Eicheln ihre Urform behalten. Ich bekomme oft tatkräftige Hilfe – und ich finde es wunderschön, gemeinsam mit meinen Mädchen auf dem Balkon zu sitzen, zu reden und Eicheln zu schälen. Die Zeit vergeht wie im Flug.

Und schon sind sie fertig!

Manche verwenden die Eicheln so – das ist auch möglich. Jedoch enthalten sie noch viele Gerbstoffe und Bitterstoffe und man sollte dies reduzieren. Dazu die Eicheln in ein Wasserbad mit etwas Natron geben. Das Wasser wird sich schwärzlich verfärben. Morgens und abends Wasser wechseln und Eicheln waschen. 4 – 5 Tage wiederholen. Wenn sich das Wasser kaum mehr verfärbt seid ihr fertig. Ihr könnt die noch feuchte Eicheln durch einen Fleischwolf drehen oder in einen Mixer geben und danach die Masse zum Mehl trocknen und in Gläser füllen und aufbewahren. Aus diesem Mehl kann man dann tolle Sachen zaubern.
Wenn Ihr kein Natron zugebt und einfach ein paar Eicheln mit ihren Schalen in Wasser gebt, habt ihr nach ca. 3 Tagen ein erfrischendes Bitter-Getränk (am besten kalt genießen).
Wenn es mal schnell gehen soll, kann man die Eicheln auch schälen und die Kerne mixen und dann mit Wasser gut auswaschen. So wird es ein schmackhaftes Nussmus.
Geröstet kann man einen guten Kaffee – den sogenannten Eichelkaffee herstellen.
Ich habe auch schon ein Rezept gelesen, dass man mit Puderzucker und Fett eine Eichelschokolade herstellen kann. Da ich auf Zucker eher verzichte habe ich es noch nicht probiert, aber Weihnachten kommt und es ist vielleicht ein raffiniertes Geschenk.
Man kann wohl auch aus den jungen Blättern im Frühling ebenfalls bitteres Streckmehl herstellen. Aber auch das habe ich noch nicht probiert.
Und die Blätter wurden früher als Rauchtabak verwendet.

Energiebällchen aus Eicheln: 

Zutaten:
50 % Eicheln
50 % Datteln
Optional: Feigen, Datteln, Aprikosen, Sonnenblumenkerne, Haselnüsse, Mandeln, Nussmus, Kakao, Zimt…

Man kann diese Energiekugeln mit allen Arten von Nüssen, wie Walnüssen oder Mandeln zubereiten. Wichtig ist, dass Du ein Mischungsverhältnis von 50:50 hast

Wenn die Eicheln gewässert sind einfach mit den Datteln und den optionalen Zutaten mixen bist Dir die Konsistenz gefällt. Daraus Kugeln formen.
Ich mache sie gerne etwas kleiner, da ich sie zum naschen einfach angenehmer finde.
Dann rolle ich sie noch in etwas, was ich gerne mag

Diesmal habe ich sie in folgenden Dingen gerollt:
• Nachtkerzensamen
• Breitwegerichsamen
• Brennnesselsamen
• Rohen Kakao
• Kokosflocken

Und schon sind sie genussbereit – geht super schnell und ist sehr lecker

Querculese: 

Die gewässerten Eicheln grob hacken (nicht zu fein)

Dann Spaghetti Bolognese zubereiten. Statt Hackfleisch die gehackten Eicheln verwenden. Sonst alles identisch machen. Klappt bei mir super.

Es ist verblüffend lecker!